Schlierseer Schüler kämpft gegen Blutkrebs / Spenden für neue Therapie

Nici will leben

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Eine Fallstudie in den USA ist die letzte Chance für den 15-jährigen Nicolas Kutter aus Schliersee. Er wäre der erste Europäer, an dem eine neue bahnbrechende Behandlung durchgeführt wird. 158.000 Euro muss seine Familie dafür aufbringen und hofft auf zahlreiche Spenden. Mehr unter help-nici.com.

Schliersee – Nicolas Kutter ist ein sympathischer, aufgeweckter Junge. Er besucht das Gymnasium in Tegernsee, hat drei kleine Brüder, hat Hobbies und Freunde. Hinter der normalen Fassade des 15-Jährigen steckt jedoch eine traurige Geschichte: Nici leidet seit drei Jahren an Blutkrebs.

Die erste Chemotherapie kostete ihn drei Viertel seiner Bauchspeicheldrüse. Nach einem Rückfall erfolgte eine weitere Chemotherapie. Auch die schlug nicht an. Sein damals dreijähriger Bruder Antonio spendete Stammzellen, sodass eine Knochenmark-Transplantation möglich war. Wieder kein Erfolg. Auch nach einer weiteren Stammzellenspende durch seinen Vater kam die Leukämie im vergangenen November wieder zurück. Eine dritte Behandlung wäre zwar nötig, aber Nici, geschwächt durch Chemos, Ganzkörperbestrahlungen und Oper- ationen, würde das wohl nicht überleben. Derzeit versuchen die Ärzte erfolgreich, die Krankheit mit Antikörpern zumindest in Schach zu halten. Die einzige Hoffnung auf endgültige Heilung ist eine neuartige Behandlung in den USA. In einer Fallstudie wurden T-Zellen, sogenannte „Polizisten-Zellen“, die in den weißen Blutkörperchen enthalten sind, so manipuliert, dass sie schädliche Krebszellen erkennen und gezielt eliminieren – anders als bei bisherigen vergleichbaren Behandlungen ohne tückische Nebenwirkungen. Bisher wurde die Studie, die derzeit nur in den USA zugelassen ist, an 30 erkrankten Menschen getestet. 90 Prozent davon gelten nach 30 Monaten als vollständig geheilt. Eine große Chance für Nici – und wohl seine einzige Chance. Auch die Fachärzte der Münchner Ludwig-Maximilian-Universität rieten seiner Familie dazu und besorgten einen der begehrten Behandlungsplätze. Ab Mitte Februar wird der Schlierseer Schüler für zwei Monate am Children’s Hospital in Seattle behandelt. Ein Meilenstein für Nici – doch ein kostspieliges Unterfangen. Zwar übernehmen Pharmakonzerne den Großteil der Kosten für Medikamente und Behandlungen, aber alle Kosten für den Aufenthalt in der Intensivstation und Reisekosten muss die Familie selbst übernehmen. Etwa 156.000 Euro müssen im voraus aufgebracht werden. Die behandelnden Ärzte sind sich sicher: „Nicht nur Nici würde von dieser Fallstudie profitieren, sondern alle an Leukämie und Lymphomen erkrankten Menschen. Diese Studie in Amerika revolutioniert die bisherigen herkömmlichen Behandlungsformen in Deutschland, aber auch weltweit. Betroffene Menschen müssten nicht mehr unter den Folgen der gegebenen Medikamente (Chemotherapie) und Behandlungen (Bestrahlungen) mit den zum Teil tödlichen Nebenwirkungen leiden.“ Nicis Klassenkameraden rufen deshalb zu Spenden auf: „Wir wollen alle, dass er weiterhin unser Freund und Mitschüler bleibt und brauchen wirklich jede Hilfe. Jede Spende könnte sein Leben retten und ihn endgültig heilen.“ Das Leben von Nicolas liegt nun in fremden Händen – in den Händen hilfsbereiter Mitbürger. Nici sagt: „Bitte spenden Sie, damit ich diese Chance bekomme. Denn eines will ich auf jeden Fall – leben! Ich bin auf jede Hilfe und Unterstützung durch Spenden für meine Behandlung angewiesen und bedanke mich herzlich bei Euch!“ Auf der Internetseite www.help-nici.com sind neben vielen Informationen über Nici, seine Krankheit und die hoffnungsvolle US-Studie auch die Spendenkonten aufgelistet.   ole

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