Gefahr durch Schneelast auf Dächern und Bäumen / Diese Straßen sind gesperrt 

Schnee-Katastrophenfall: Kurzzeitige Entspannung, keine Entwarnung

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Das Gewicht des Schnees stellt eine Gefahr dar, deshalb wurde er heute von den Dächern der Stadtbücherei und des Eisstadions in Miesbach geräumt.

Landkreis – Am gestrigen Montagmittag hat das Landratsamt wegen der Beeinträchtigungen durch anhaltende Schneefälle den Katastrophenfall festgestellt (wir haben berichtet). In der Nacht hat sich die Wetterlage wieder etwas entspannt, aber: „Aufgrund der aktuellen Wettervorhersage für die nächsten beiden Tage kann von Entwarnung aber keine Rede sein. Zahlreiche Straßen sind weiterhin gesperrt. Wegen der Schneelast auf Dächern ist besondere Vorsicht geboten“, erklärt Landratsamts-Sprecherin Sophie-Marie Stadler.

Am heutigen Dienstag war ein wenig Durchschnaufen angesagt: Es ist kaum Neuschnee gefallen, die Räumdienste haben die wichtigsten Straßen größtenteils vom schweren Schnee befreit, Feuerwehr und THW schnitten die Straßen weiterhin von umgestürzten Bäumen frei. „Entwarnung kann aber auf keinen Fall gegeben werden“, sagt Stadler. Neuer Schnee, schwere Sturmböen und Schneeverwehungen werden erwartet. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch rechnet die Führungsgruppe Katastrophenschutz mit einer Verschärfung der Lage.

Ein weiteres Problem, das der Schnee mit sich bringt, sind nicht nur schwierige Straßenverhältnisse, sondern auch große Lasen auf Dächern öffentlicher und privater Gebäude. „Privateigentümern wird empfohlen, bezüglich der Einschätzung zu erforderlichen Maßnahmen bei Bedarf Gebäudesachverständige zur Begutachtung beizuziehen“, sagt Stadler. Bei der Räumung können private Dienstleister aus dem Zimmerei- und Spenglereigewerbe angefragt werden.

Problematisch ist nicht die Schneemasse, sondern die Beschaffenheit des Schnees: Der nasse, schwere, klebrige Schnee kann nicht leicht weggeschoben werden, sondern muss aufwendig wegtransportiert werden. Außerdem halten Bäume und Strommasten der Schneelast nicht Stand und brechen zusammen. Das wird auch Schneebruch genannt. Die Feuerwehren und das THW schneiden deshalb gefährdete Bäume und Äste um oder schütteln den Schnee herunter. „In manchen Straßen sind allerdings so viele Bäume umgestürzt, dass Feuerwehr und THW diese Abschnitte kaum oder nur unter Absicherung betreten können. Es dauert also einige Zeit, bis die Verkehrsteilnehmer alle Straßen wieder sicher befahren können“, sagt Stadler.

Der Schneefall beeinträchtigt auch den Schulunterricht: Dieser fällt bis einschließlich Freitag, 11. Januar, an allen Schulen im gesamten Landkreis aus. Die Entscheidung ist durch das Schulamt Miesbach nach intensiver Beratung mit dem Katastrophenschutz am Landratsamt Miesbach und sämtlichen Blaulichtorganisationen ergangen. „Da die Räumdienste eine Räumung der Fahrwege fokussieren, bestehen auf dem Schulweg erhebliche Gefahren durch Schneebruch und eine Beeinträchtigung der Gehwege. Aufgrund der hohen Einsatzzahlen kann die Sicherheit auf den Schulwegen nicht gewährleistet werden“, erklärt das Stadler. Eine Notbetreuung für Kinder sei an allen Schulen aber sichergestellt. „Bezüglich Informationen zur Schließung von Kinderbetreuungseinrichtungen nehmen Sie bitte Kontakt mit dem jeweiligen Träger der Einrichtung auf.“ Die Schülerbeförderung ist für diesen Zeitraum zwar eingestellt, die Linienverbindungen bleiben von dieser Entscheidung aber unberührt.

Der Verkehr läuft, soweit das bei den verengten Straßenbahnen möglich ist. Fahrten sind weiterhin auf das unbedingt erforderliche Maß zu beschränken. Stand Dienstagabend sind folgende Straßen gesperrt:

Staatsstraße 2073 Dietramszellerstraße

Otterfing: Markweg bis Hofolding (Zufahrt von Münchner Seite her frei), Otterfing-Kreuzstraße, Wettlkam-Otterfing Verbindungsstraße, Otterfing-Thalham,

Waakirchen: Schaftlach-Piesenkam MB 6, Piesenkam-Warngau Gemeindeverbindungsstraße, MB 7 von Schaftlach Richtung B318 (Höhe Staudach), Waakirchen Industriestraße, Schaftlach-Krottenthal Gemeindestraße,

Gotzing-Reitham MB 12

Frauenried-B 372 Zufahrtsstraße

Zusätzlich können Straßen bei Gefahr oder Einsätzen kurzfristig gesperrt werden.

Weitere Infos gibt es beim Landratsamt, am Bürgertelefon des Katastrophenschutzes unter 08025/7046666 sowie durch die kostenlosen Warn-App „NINA“.she

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