Wettbewerb statt Schnellschuss

Schönheitskur für Markt: So wird Holzkirchens Wohnzimmer umgestaltet

Marktplatz in Holzkirchen
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Der Holzkirchner Marktplatz ist schon länger kein Aushängeschild mehr. Damit sich das ändert, soll ein Planungswettbewerb zur Umgestaltung ausgeschrieben werden.

Holzkirchen – Das Aushängeschild der Marktgemeinde Holzkirchens muss verschönert werden. Ein Antrag der CSU hat neuen Schwung in das altbekannte Thema gebracht.

Im Dezember 2019 bekam die Verwaltung den Auftrag, Gestaltungsvorentwürfe für die Verschönerung des Holzkirchner Marktplatzes auszuarbeiten. Auslöser war ein Antrag der CSU-Fraktion. Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung legte Marktbaumeister Florens Hintler die Ergebnisse vor. Von schnellen und kostenintensiven Provisorien riet Hintler indes ab. Seiner Empfehlung, einen Wettbewerb zur Umgestaltung des Marktplatzes und der angrenzenden Bereiche auszuschreiben, entsprach der Marktgemeinderat einstimmig.

Zum Einstieg seines Vortrags zeigte Hintler alte Schwarzweiß-Fotos, die den Marktplatz als belebtes und geschlossenes Ensemble mit Pferdefuhrwerken abbildeten. Davon, ein Herzstück mit hoher Aufenthaltsqualität zu sein, ist der Platz heute weit entfernt. Die schlechte Sichtbarkeit raumfassender Gebäude, unklare Wegeverhältnisse, zusammengewürfeltes Mobiliar, fehlende Außengastronomie und die fehlende Verzahnung zum Kultur im Oberbräu waren nur einige Schwachpunkte, die Hintler zum aktuellen Zustand aufzeigte.

Die wichtigsten Bausteine für die künftige Entwicklung rund um den Marktplatz seien demnach die Förderung eines gesellschaftlichen Treffpunkts, die Reduzierung der negativen Auswirkungen des Kfz-Verkehrs im gesamten Bereich und das Stärken attraktiver Nutzungen im Außenbereich. Das ist, wie Hintler sagte, allerdings nicht grundsätzlich neu, da ein Großteil bereits im zwischen 2014 und 2017 entstandenen Ortsentwicklungskonzept und dem Bürgergutachten niedergeschrieben ist.

Deswegen wäre, wie Elisabeth Dasch (SPD) anmerkte, der CSU-Antrag gar nicht notwendig gewesen. Da aber damit wieder Schwung in die Sache gekommen ist, gab es trotzdem ein Lob: „Das ist ein Herzenswunsch von mir und war auch ein Argument meines Wahlkampfes. Ich stimme dem aus ganzem Herzen zu.“ Ulrike Küster (Grüne) meinte kurz und knapp: „Schöner Antrag, gutes Rezept, beste Zutaten. Mit Planungswettbewerben haben wir gute Erfahrungen gemacht.“

Mit einem Sehr gut kam ebenso Zustimmung von Birgit Eibl (FWG), die noch vorschlug, die Anwohner mit ins Boot zu holen und die Umgestaltung realistisch zu sehen: „Wenn wir keinen Betreiber für einen Biergarten finden, müssen wir davon auch Abstand nehmen.“ Als Sofortmaßnahme bat sie darum, das Pflaster möglichst schnell barrierefrei zu machen. Ein Manko, von dem auch Bürgermeister Christoph Schmid weiß: „Es kommen schon Beschwerden, dass das für Rollatoren, Rollstühle und Kinderwagen alles andere als ideal ist.“

Eibls Vorschlag, doch zumindest ebene Fahrspuren anzulegen, damit das Einkaufen auf dem Grünen Markt bequemer wird, sieht Hintler allerdings eher als schwer umzusetzen an: „Der neue Belag macht einen Schwerpunkt der Kosten aus. Für ein Provisorium sehe ich da leider eher schwarz.“ CSU-Fraktionssprecher Sebastian Franz dankte Hintler für dessen qualitativ hohe Auseinandersetzung mit der Thematik und warb darum, den Marktplatzumbau weiter gemeinsam und ordentlich voranzubringen.

In diesem Sinne beschloss das Gremium einstimmig, die Verwaltung damit zu beauftragen, die Rahmenbedingungen für einen Planungswettbewerb zur Umgestaltung des Marktplatzes und des Umgriffs zu klären und eine Aufgabenstellung dafür vorzubereiten. Zur kurzfristigen Belebung und Steigerung des Markterlebnisses wurde die Verwaltung weiterhin beauftragt, den Ausbau zusätzlicher Marktangebote am Marktplatz sowohl an Markttagen als auch an Nicht-Markttagen voranzutreiben. hac

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