Guter Start am Dienstag

Schule mit Corona: Das ist für Grund- und Mittelschulen geplant

Jürgen Heiß und Andrea Pelters-Mönkemeier blicken dem Schulstart zuversichtlich entgegen, obwohl es durch das Coronavirus einige Unwägbarkeiten gibt.
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Jürgen Heiß und Andrea Pelters-Mönkemeier blicken dem Schulstart zuversichtlich entgegen, obwohl es durch das Coronavirus einige Unwägbarkeiten gibt.

Miesbach/Landkreis – Was kommt im neuen Schuljahr auf Grund- und Mittelschüler im Landkreis Miesbach zu? Das Schulamt hat zahlreiche Szenarien in petto, sollte Corona dazwischen funken.

Das neue Schuljahr wird eine Herausforderung: Covid-19 schwebt als Drohgebärde über den Planungen sowie dem Schulalltag im Landkreis Miesbach genauso wie überall sonst. Dabei ist der Landkreis Miesbach personell gut aufgestellt, wie Schulamtsdirektor Jürgen Heiß und die stellvertretende fachliche Leiterin, Schulamtsdirektorin Andrea Pelters-Mönkemeier, erklären. Sie blicken dem Schulstart im Großen und Ganzen zuversichtlich entgegen und hoffen auf Verständnis für die eine oder andere Maßnahme und Einschränkung, die es mit ziemlicher Sicherheit geben wird.

Das Staatliche Schulamt ist zuständig für die 19 Grund- und acht Mittelschulen im Landkreis. Wenn diese am Dienstag (8. September) ihre Türen für Schüler öffnen, gelten unterschiedliche Voraussetzungen. So müssen die Mittelschüler wie alle, die weiterführende Schulen besuchen, die ersten neun Schultage auch im Unterricht Mund und Nase bedeckt halten. Grundschüler sind von der Maskenpflicht ausgenommen.

Wie es dann weitergeht, hängt von den Infektionszahlen und den örtlichen Gegebenheiten ab. „Die Schulleitungen planen für mehrere Szenarien“, erklärte Heiß. Das Kultusministerium hat einen Drei-Stufen-Plan veröffentlicht. „Daraus ergibt sich aber kein Automatismus“, stellte Heiß klar. Die Entscheidungen treffen die Gesundheitsämter vor Ort in Abstimmung mit der Schulaufsicht.

Zugrunde liegt aber die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz. Bei weniger als 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner – also ziemlich genau den Landkreisbewohnern – in einer Woche, bleibt es beim Regelbetrieb mit den allgemein gültigen Hygieneregeln. Liegt die Zahl höher, aber nicht über 50 könnten Maßnahmen wie eine Maskenpflicht im Unterricht ergriffen werden. Und bei mehr als 50 Infizierten je 100.000 Einwohner drohen weitere Einschränkungen, etwa die Teilung von Klassen.

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Dabei kann es durchaus sein, dass innerhalb des Landkreises keine einheitlichen Maßnahmen ergriffen werden. „Da hat jede Schule andere Voraussetzungen“, sagte Heiß. Klassengrößen variieren ebenso wie Unterrichtsräume. Manche Schulen können das Gedränge auf Gängen und in Treppenhäusern entzerren. Entsprechend wurde bereits für verschiedene Szenarien geplant. „Für die Schulleitungen ist das ein enormer Aufwand“, machte Andrea Pelters-Mönkemeier deutlich. Auch die Vorgaben vom Freistaat können sich rasch ändern. Hilfreich sei, „dass es schon Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr gibt“, sagte Pelters-Mönkemeier.

„Man versucht auf alle Fälle, einen kompletten Lockdown zu vermeiden“, betonte Heiß. Diverse Konzepte sollen gewährleisten, dass einerseits Schüler gut unterrichtet und betreut sowie Familien entlastet werden und andererseits die Gesundheit der Schüler sowie Lehrer nicht gefährdet wird. „Die Schulleitungen haben einen großartigen Job gemacht“, sprachen Heiß und seine Stellvertreterin unisono großes Lob aus. Das gilt ebenso für das Engagement der Lehrkräfte. Grundsätzlich erkennt das Schulamt eine große Bereitschaft aller Beteiligter, das Schuljahr möglichst reibungslos starten zu lassen, und eine gewisse Vorfreude auf das Wiedersehen mit den Schülern.

Wer allerdings nicht unterrichten darf, sind Schwangere. Und wie Heiß erklärte, erwarten derzeit gleich mehrere Lehrerinnen Nachwuchs. Für sie freut er sich, doch die im Vergleich zu den Vorjahren höhere Zahl an Schwangeren dämpft ein wenig die eigentlich gute personelle Situation der Grund- und Mittelschulen.

Bange ist den Schulamtsleitern aber nicht. Es werden sogenannte Teamlehrkräfte zum Einsatz kommen. Es sind pädagogische Konzepte während und für die Pandemie entstanden. „Wir kriegen es hin, dass wir am Dienstag gut starten“, ist Heiß überzeugt.

Zahlen zum Schulstart im Landkreis Miesbach

Für 864 Mädchen und Buben beginnt am Dienstag (8. September) zum ersten Mal der Schulalltag. Damit gibt es heuer im Landkreis 15 Schulanfänger mehr als im Vorjahr.

Laut Heiß ist die Grundstruktur im Schulamtsbezirk Miesbach mit 19 Grund- und acht Mittelschulen sowie zwei Privatschulen unverändert. Bei den Schülern ist ein Zuwachs zu verzeichnen: 3.361 Mädchen und Buben besuchen eine Grundschule – das sind 173 mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Mittelschüler hat ebenfalls zugenommen – um 74 auf 1.243. Sie teilen sich auf 62 Klassen – im Vorjahr waren es 61 – in den Mittelschulen auf. Durchschnittlich liegt die Klassengröße bei 20 Schülern (19,2 im Vorjahr). In den insgesamt 160 Grundschulklassen – neun mehr als im Vorjahr – drücken im Durchschnitt 21 Kinder gemeinsam die Schulbank. Hier waren es zuletzt 21,1 Schüler im Schnitt.

Mit der gestiegenen Schülerzahl geht auch ein Plus an Lehrkräften einher. Zwar wurden sieben in andere Regierungsbezirke und Landkreise versetzt, gleichzeitig wurden dem Landkreis Miesbach aber auch 17 Lehrkräfte neu zugewiesen. Hinzu kommen 13 neu zugeteilte Lehramtsanwärter. Davon werden neun an Grundschulen und vier an Mittelschulen tätig sein. In der mobilen Reserve sind 522 Lehrerwochenstunden vorgesehen. Hier sind 38 Lehrkräfte im Einsatz.

Die Grundschule Bad Wiessee hat mit Marianne Epp eine neue Leiterin. Kommissarisch führen Susanne Riedl die Grundschule Gmund sowie Monika Schieder und Katharina Schönauer die Grundschule Irschenberg. In Valley, Rottach-Egern und Holzkirchen gibt es offene Ganztagsklassen, an vier Standorten gebundene Ganztagsklassen. In 19 Klassen im M-Zug werden Schüler auf die Mittlere Reife vorbereitet. ft

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