Wasserwirtschaftsamt stellt Pläne vor

Schutz vor Hochwasser: Das plant Bayrischzell an Wildbächen

Sandsäcke zum Schutz vor Hochwasser Symbolbild
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Sandsäcke zum Schutz vor Hochwasser (Symbolbild)

Bayrischzell – Bei Starkregen schwellen die Wildbäche rund um Bayrischzell teils zu reißenden Strömen an. Deshalb plant die Gemeinde nun mehr Hochwasserschutz.

Im Frühjahr 2020 hatte der Bayrischzeller Gemeinderat einen Ausbau des Hochwasserschutzes beschlossen. In der jüngsten Sitzung stellte das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim dem Gremium die Planungen im Bereich der Wildbäche in Bayrischzell vor.

Die Hochwasserschutzplanungen in Bayrischzell laufen seit 2013. Tatsächlich befindet sich ein Großteil der bebauten Fläche in der sogenannten HQ100-Kartierung. Statistisch gesehen werden diese Bereiche einmal in hundert Jahren überschwemmt. Langfristiges Ziel für Bürgermeister Georg Kittenrainer ist es, dass möglichst alle Grundstücke aus dem Hochwassergebiet wieder herausgenommen werden können – durch Schutzmaßnahmen. „Ein Mammutprojekt“, sagte er und bekräftigte: „Hochwasserschutz ist wichtig.“ 2013 habe auch Bayrischzell gelernt, dass man Schutzmaßnahmen brauche.

Christoph Kaindl vom Wasserwirtschaftsamt war in den Gemeinderat gekommen, um die geplanten Maßnahmen im Bereich der Wildbäche vorzustellen. Durch verschiedene Ausbaumaßnahmen, wie eine Erweiterung der Abflussquerschnitte und die Errichtung von Schutzmauern, sollen die Gefahren erheblich reduziert werden. Der Wendelsteinbach soll von der Sudelfeldstraße bis runter zur Bundesstraße ausgebaut werden. Der Bach soll im Trapezprofil vergrößert und der Bachlauf auf Höhe des neuen Hotels geändert werden. Die meisten Bäume können erhalten bleiben.

Schlüsselstelle ist die Einmündung des Larchgrabens in den Wendelsteinbach am Hotel Königslinde. Für dieses Nadelöhr wurde ein Modell 1:10 gebaut, um für Bayrischzell die beste Lösung zu finden. Der Durchlass unter dem Hotel ist zu klein und die Brücke an der Schlierseer Straße muss aufgeweitet werden. Die Verrohrung des Mühlleitengrabens ist zu eng und wird ebenfalls vergrößert. Im unteren Teil des Wendelsteinbachs wird die Böschung über das Gelände und der Fußweg oben auf den Damm gelegt. Wichtig ist Kaindl neben dem Schutz ebenfalls den Eingriff so klein wie möglich zu halten, um das Ortsbild nicht zu verändern. „Wir arbeiten auch vorausschauend für weitere Generationen“, sagte er.

Die vorliegende Planung wird jetzt beim Landratsamt eingereicht. Die Gemeinde rechnet bis Ende 2021 mit der Erteilung des Wasserrechtsbescheids. Dieser ist neben verfügbaren Haushaltsmitteln des Freistaats und einer Finanzierungvereinbarung mit der Gemeinde Voraussetzung, dass auf Bayrischzell nur etwa 30 Prozent der geschätzten 3,2 Millionen Euro entfallen. Den größeren Teil übernimmt der Freistaat. Die Ausführung soll losweise Schritt für Schritt erfolgen. Die Bauzeit wird auf drei Jahre geschätzt. jw

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