Segen im Nieselregen

Warngauer Leonhardifahrt: Großes Fest trotz trübem Wetter

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Die Teilnehmer der Warngauer Leonhardifahrt trotzen Regen und Kälte.
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Die Teilnehmer der Warngauer Leonhardifahrt trotzen Regen und Kälte.
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Die Teilnehmer der Warngauer Leonhardifahrt trotzen Regen und Kälte.
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Die Teilnehmer der Warngauer Leonhardifahrt trotzen Regen und Kälte.
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Die Teilnehmer der Warngauer Leonhardifahrt trotzen Regen und Kälte.

Warngau – Nieselregen bei Temperaturen von drei Grad über dem Gefrierpunkt, dazu Nebel und kalter Wind: Die Leonhardifahrt in Warngau hat schon besseres Wetter erlebt. Aber wer ein echter Freund dieses herrlichen Brauches der Wallfahrt zu Pferd ist, der lässt sich auch von widrigen Bedingungen nicht abhalten. So säumten mehrere Hundert Besucher die Straßen zwischen Reitham und Allerheiligen, um die Gespanne zu bewundern.

In den von prächtigen Rössern meist vierspännig gezogenen geschmückten, teils handbemalten Wagen saßen Schalkfrauen, Miederdirndl, Kinder und Männer in festlicher Tracht und beteten den Rosenkranz. Während sich in Spitzenjahren 45 bis 50 Gespanne an der Wallfahrt beteiligten, waren es diesmal knapp 40, berichtet Josef Huber, Vorsitzender des Leonhardi-Komitees. „Es ist nichts passiert, das ist immer das Wichtigste“, sagt Huber. „Alles ist gut gelaufen, wir sind sehr zufrieden.“ Huber ist ein Urgestein der traditionsreichen Warngauer Leonhardifahrt. Nach etwa 70 Jahren Pause wurde der alte Brauch der Pferdewallfahrt zu Ehren des Heiligen Leonhard 1983 in Warngau wieder eingeführt. Josef Huber zählte damals neben einigen anderen zu den Initiatoren, seit 25 Jahren leitet er das Komitee und organisiert die Leonhardiwallfahrt.

Unter den Ehrengästen war auch der Bundestagsabgeordnete Alexander Radwan. Er lobte die „hervorragende Organisation aller Verantwortlichen“ und freute sich über die „große Präsenz trotz schlechtem Wetter. Das zeigt, wie tief verwurzelt dieses Bekenntnis zu Glaube, Heimat und Tradition in unserer Region ist.“ Nach dem ersten Umritt von Warngau über Reitham zur Allerheiligenkirche hielten die Gespanne auf der Wiese neben der Kirche. Während draußen viele junge Burschen und Männer die feschen Miederdirndl und Schalkfrauen aufsuchten, um das eine oder andere Stamperl Schnaps abzustauben, zelebrierte Pfarrer Gottfried Doll in der proppevollen Kirche den feierlichen Gottesdienst – der Höhepunkt der Wallfahrt. Pfarrer Doll stellte in seiner Predigt die Freiheit in den Mittelpunkt. Denn der Heilige Leonhard, der im sechsten Jahrhundert bei Limoges in Frankreich lebte, gilt nicht nur als Patron des Viehs, sondern auch der Gefangenen und wird deshalb mit Ketten dargestellt. „Er bringt die Freiheit, und Freiheit ist nicht selbstverständlich“. Die andere Seite der Freiheit sei Verantwortung, um Dinge selbst in die Hand zu nehmen, sagte Doll. Man dürfe Freiheit nicht opfern für andere Dinge, die nur vordergründig wichtiger scheinen. Christen, so zitierte Pfarrer Doll den Apostel Paulus, sind frei. „Sie sind befreit zur herrlichen Freiheit der Kinder Gottes.“ Nach dem zweiten Umritt wurde in den Gasthäusern der Umgebung gegessen und gefeiert, denn Gottesfürchtigkeit und bayerische Gemütlichkeit gehören hier zusammen. „Es war ein schöner Leahats“, bilanzierte Bürgermeister Klaus Thurnhuber beim Mittagessen. Am Abend trafen sich viele Beteiligte wieder zur traditionellen „Leahatsmusi“ im Gasthof zur Post. Zu den Klängen der Blaskapelle Warngau wurde geratscht, gefeiert und getanzt – der Ausklang für einen Festtag, den sich niemand vom Wetter vermiesen lassen wollte. ole

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