Selbstbewusst im Paradies

CSU-Neujahrsempfang auf Gut Kaltenbrunn mit Ministerpräsident Horst Seehofer

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Ein Prosit auf Bayern und die CSU: (v.r.) Alexander Radwan, Georg von Preysing (Bürgermeister Gmund), Kaltenbrunn-Pächter Michael Käfer, Ministerpräsident Horst Seehofer, Josef Bierschneider (Bürgermeister Kreuth), Angelika Niebler (Europa-Parlament), Franz von Preysing (Bürgermeisterkandidat in Gmund), Bezirksrat Josef Bichler, Staatsministerin Ilse Aigner und Wolfgang Hodbod (Leiter des Caritas Kinderdorfs in Irschenberg) beim Neujahrsempfang auf Gut Kaltenbrunn.

Gmund – Zum zweiten Mal fand der traditionelle Neujahrsempfang der Kreis-CSU auf Gut Kaltenbrunn statt. „Nach dem Auszug in Wildbad Kreuth sind wir dem Tegernseer Tal treu geblieben“, bekannte CSU-Kreisvorsitzender Alexander Radwan gegenüber den rund 800 Gästen, die trotz widriger Witterung gekommen waren. Zeitgleich begann in Bonn der SPD-Bundesparteitag, bei dem die Genossen mit knapper Entscheidung die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen beschlossen.

Radwan lobte das Engagement von Angelika Niebler, die auf europäischer Ebene zuständig für Themen der Region sei. „Du bist die Kämpferin für die Elektrifizierung der BOB“, würdigte Radwan Wirtschaftsministerin Ilse Aigner als Ansprechpartnerin für die Probleme im Bezirk. Als Volkspartei komme die CSU aus der Mitte der Gesellschaft, deren Themen die Partei verkörpere, stellte Radwan fest. „Wir haben die Umwelt- bis hin zur Regionalpolitik im Visier, während die kleinen Parteien zumeist nur zwei Themen auf der Agenda haben“.

Radwan begrüßte es, wenn Politik kritisch hinterfragt werde, auch im Netz. Diese Wortmeldungen sollte man ebenso ernst nehmen, wie den ganz normalen politischen Betrieb. Als CSU stehe man zwar für die Religionsfreiheit, aber „das Kreuz in Schulen, Rathäusern und anderen öffentlichen Gebäuden muss hängen bleiben“. Langer Applaus unterstrich diese Forderung.

Höhepunkt des Neujahrsempfangs war die einstündige Rede des CSU-Parteivorsitzenden und noch amtierenden bayerischen Ministerpräsident Horst Seehofer. „Wir dürfen heute in der stabilsten Demokratie leben, die es jemals in Deutschland gab“, bekannte Seehofer. In Bayern lebe es sich aber am besten, auch wenn 2018 sicherlich kein einfaches Jahr bevorstehe. Die Union sei nicht nur regierungsfähig, sondern vor allem regierungswillig. „Ohne Bayern kann in Berlin nicht regiert werden“, gab sich Seehofer kämpferisch. Über die Bundes-SPD sagte er: „Ich hoffe auf eine stabile Regierung, auch wenn die SPD daran krankt, keine politische Führung zu haben.“ Als „Welturaufführung“ bezeichnete Seehofer die Bundes-SPD, die zwar einen eigenen Kanzlerkandidaten aufgestellt hatte, aber dann nach einem nicht zufriedenstellenden Wahlergebnis keine Verantwortung übernehmen wollte. Leitmotiv in der Politik müsse die Frage sein: Was nutzt den Menschen im eigenen Lande? Das, sagte Seehofer, habe er sich fast zehn Jahre lang in seinen Funktionen für Bayern auf die Fahne geschrieben: „Ich hoffe, dass wir Anfang März eine Regierung bilden können und dass wir noch vor Ostern eine neue Bundesregierung haben“.

An den Wahlergebnissen vom September könne man ersehen, dass wirtschaftlicher Erfolg noch nicht das Vertrauen bei den Wählern garantiere. Die „Macht der Gefühle“ gehe über Zahlen hinaus. „Noch im August 2017 hatten wir eine fantastische Situation, die man hätte bis September einfrieren sollen. Doch dann ging die Stimmung in der Bevölkerung nach unten“, blickte Seehofer zurück.

Der Wechsel gehöre zum Leben, bekannte der noch amtierende Bayerische Ministerpräsident forsch. Dennoch war sein Abschiedsschmerz nicht zu überhören. „Ich habe mich für die Konsenslösung entschieden, nicht für eine Konfliktlösung. Aber das Verfahren hätte man eleganter gestalten können“, sprudelte es aus ihm heraus. Dazu passte, dass er nicht ein einziges Mal den Namen seines Nachfolgers als neuen Ministerpräsidenten erwähnte. Überzeugt rief Seehofer aus: „Bayern blüht und boomt und es geht heute allen besser als 2008, als ich in mein Amt gekommen bin“. Bayern stehe prächtig da. „Wir sind hier nicht mehr in der Vorstufe zum Paradies, sondern wir sind das Paradies“.

Dass trotz der Schwärmerei Seehofers auch in Bayern Menschen leben, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens daheim sind, zeigte Ilse Aigner auf: „Wir sind dem Caritas Kinderdorf in Irschenberg zu Dank verpflichtet, das sich hingebungsvoll um benachteiligte Kinder und Jugendliche kümmert“, sagte sie und überreichte dem Leiter Wolfgang Hodbod eine Spende für dessen Selbsthilfe-Projekt. 

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