„An der B 318 ist viel los“

Sicherer Straßenverkehr: Unfallkommission berichtet über Erfolge und Pläne

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Jeder Punkt auf der Karte ist stellt eine Unfallhäufung dar. Besonders entlang der Bundesstraße 318 kracht es häufig. Über Gegenmaßnahmen berät die Unfallkommission des Landkreises um (v.l.) Peter Schiffmann, Mathias Niederhofer und Alfred Christl.

Landkreis – Ob nun durch eine kurvenreiche Strecke, eine unübersichtliche Vorfahrtsituation oder einen ungünstigen Fahrbahnbelag: Es gibt Orte im Landkreis, an denen es häufiger kracht als anderswo. Doch was müsste sich – neben einer vorausschauenderen, angepassten Fahrweise – ändern, damit diese Unfallschwerpunkte entschärft werden können? Mit dieser Frage befasst sich die Unfallkommission des Landkreises.

Seit 18 Jahren brüten die Verkehrs-Experten der hiesigen Unfallkommission, aktuell sind das Peter Schiffmann vom Landratsamt, Mathias Niederhofer vom Staatlichen Bauamt Rosenheim und Polizist Alfred Christl, schon über neuralgischen Punkten im Straßenverkehr. Ihre Informationen zu Unfallhäufungen auf bestimmten Strecken bekommt die Kommission von der Zentralstelle für Verkehrssicherheit (ZVS). Alle drei Jahre werden diese Häufungen ermittelt. „An der B 318 ist wirklich viel los, ansonsten verteilt sich alles schön über den Landkreis“, sagt Schiffmann, der der Kommission seit neun Jahren angehört. Deren Aufgabe besteht dann darin, das Unfallgeschehen unter den örtlichen Rahmenbedingungen zu analysieren und gezielt Abhilfemaßnahmen zu beschließen. „Wir schauen uns an, woran es liegt“, sagt Schiffmann. Bestimmen kann die Kommission über Tempolimits, Überholverbote, Ampelschaltungen und Vorfahrtsregelungen. Vergangene Maßnahmen waren zum Beispiel ein Überholverbot sowie eine Geschwindigkeitsbeschränkung und das Entfernen von Hindernissen an der Bundesstraße 13 bei Kurzenberg und eine Deckensanierung am Achenpass. Damit Motorradfahrer nach einem Sturz besser geschützt sind, wurden dort auch Schutzplanken mit Unterfahrschutz eingerichtet. Kein Unfallschwerpunkt mehr ist auch die Überleitung von der Bundesstraße 307 auf die B 472 Richtung Tölz bei Miesbach.

Derzeit wertet die Kommission die Daten aus den Jahren 2015 und 16 aus. Ein aktuelles Sorgenkind ist noch die Weissach-Kreuzung in Kreuth. Mit rund um die Uhr laufenden Ampeln hoffen die Experten, diesen Punkt entschärft zu haben. Ob dem so ist, wird sich bei der kommenden Auswertung zeigen. Ebenfalls „blechgefährlich“ ist die Kreuzung der Bundesstraße 307 mit der Fehnbachstraße in Agatharied. Der Trick bei der Einfahrt auf die Bundesstraße ist laut Schiffmann, das „indirekte Grün“ durch die rote Fußgänger­ampel abzuwarten. „Manche versuchen aber schon vorher rauszuschlupfen“, erklärt der Verkehrsexperte. Denkbar sei die Einrichtung einer eigenen Ampel für die Fehnbachstraße, nach Möglichkeit sogar mit einer Linksabbiegespur. Zu beachten sei, dass der nahe Bahnübergang bei zu langem Rückstau eine Gefahr darstellen könne. Auch die mögliche Traglast der Brücke müsse berücksichtigt werden.

Ein „Superdauerbrenner“ im Unfallgeschehen ist das Sudelfeld. In der Vergangenheit wurden hier deshalb schon sogenannte Rüttelstreifen auf die Fahrbahn aufgebracht. Diese zeigen Wirkung, die Unfallzahlen sind zurückgegangen. „Wir sind relativ zufrieden, in unserem Bereich ist es ,nur‘ noch die Kurve oben am Sattel“, zeigte Schiffmann einen Gefahrenpunkt auf. Um darauf aufmerksam zu machen, soll der Kurvenverlauf im Frühjahr 2019 durch Richtungstafeln besser angezeigt werden.

Ampeln und Hinweisschilder sind das eine, sobald es aber an bauliche Änderungen geht, „dauert es meist etwas länger“, sagt Mathias Niederhofer vom Staatlichen Bauamt Rosenheim. So helfe auch der vierspurige Ausbau der Bundesstraße 318 bei Holzkirchen, einige Gefahrenpunkte zu beseitigen. Gleiches gilt für die neue Tieferlegung der Bundesstraße in Warngau. „Das hat uns bei der Analyse viel Freude gemacht“, sagt Schiffmann. „Man braucht zwar einen langen Atem, aber besser später als nie.“ she

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