Rekord geknackt

SMG: Marktplatz gute Geschäfte 2021 ein überbordender Erfolg

Marktplatz gute Geschäfte
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Führten durch die Live-Veranstaltung: (v.l.) Jasna Okanovic (Projektleitung Marktplatz gute Geschäfte), Schirmherr und Landrat Olaf von Löwis, Moderator Jan Wiecken und Schliersees Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer.

Landkreis – Die Tauschbörse „Marktplatz gute Geschäfte“ konnte corona-bedingt 2021 nur virtuell steigen. Dennoch wurde ein neuer Rekord geknackt.

Es war Nervenkitzel pur für alle Beteiligten, egal ob Macher oder Teilnehmer des diesjährigen Marktplatzes gute Geschäfte, denn wie für vieles seit März 2020 galten auch für die Gemeinwohltauschbörse der SMG diesmal wegen Corona völlig neue Vorzeichen.

Eine Bühne mit gut gelaunten Moderatoren und Gästen, ein Saal voll euphorisch verhandelnder Menschen, ein buntes Gewusel und Gedränge, freudiges Händeschütteln und ein großes gemeinsames Anstoßen am Ende zur Feier eines erfolgreichen Abends – so kannte man die Aktion aus den Jahren 2018 und 2019.

Kein erneuter Ausfall wegen Corona-Pandemie

Davon übernehmen konnte man für die neue Auflage 2021 außer dem grundlegenden Konzept und den gut gelaunten Moderatoren nichts. Aber bei der SMG war man fest entschlossen, die Tauschbörse nicht ein weiteres Jahr der Corona-Pandemie zu opfern. Viel zu innovativ, bereichernd und nachhaltig wirksam sei das Konzept für die Region und ihre Menschen, heißt es in einer Mitteilung.

Die Idee brachte ursprünglich die ehemalige Bildungsregionsmanagerin der SMG, Regina Schliephake, aus ihrem Studium „Soziale Innovation“ mit und bei ihrer Arbeitgeberin vehement ins Gespräch. Das Experiment wurde angegangen: Unternehmen und Vertreter von gemeinnützigen Organisationen aus dem Landkreis Miesbach soll die Möglichkeit geboten werden, sich zu vernetzen, Kompetenzen auszutauschen und nachhaltig zu kooperieren – und zwar im Rahmen einer Tauschbörse.

Geld darf keine Rolle spielen

Wichtig dabei: Geld darf keine Rolle spielen. Stattdessen wird dazu aufgerufen, gemeinsame Vereinbarungen zu treffen, wie man sich gegenseitig produktiv, verbindlich und nachhaltig unterstützen kann. So sind 2019 immerhin 2.500 Gemeinwohlstunden zusammengekommen.

Diesen Rekord galt es 2021 zu brechen – trotz Kontaktbeschränkungen. Mithilfe von ausgeklügelter Videotechnik und einem versierten Team fand das Treffen diesmal online statt. Nach einem majestätisch-sonoren Jingle erschienen Landrat und Schirmherr Olaf von Löwis, Moderator Jan Wiecken in roten Sesseln sitzend, dahinter die ehrenamtlichen Notare Michael Pelzer, Eike Echati und Cameron Paul hinter Plexi­glas sowie eine sichtlich euphorische Projektverantwortliche Jasna Okanovic von der SMG Miesbach auf dem Bildschirm.

16 Vereine und Initiativen dabei

Auch als das Bild zwischenzeitlich einfror, die Jungs der Technik-Crew eilig durch die Szenerie huschten, der Ton ausblieb oder das Einspielen der Videos zuweilen nicht ast­rein funktionierte, war das Team nicht aus der Ruhe zu bringen. Die Verbindung zu Publikum und Teilnehmern wurde auch auf diversen anderen Kanälen gehalten: Per Live-Chat konnten Zuschauer und User Nachrichten direkt ins improvisierte Studio senden. Das Mobiltelefon von Jasna Okanovic lag für Anrufe und Nachrichten per Messenger parat.

Die Verhandlungen sollten 2021 innerhalb von 60 Minuten telefonisch oder per E-Mail geführt werden, nachdem die Projekte und Angebote von 16 teilnehmenden Vereinen und Initiativen mittels kurzer Videoclips vorgestellt wurden. Bereits kurz nachdem Landrat Olaf von Löwis standesgemäß die Stunde der heißen Verhandlungen eingeläutet hatte, winkte Eike Echati mit der ersten per E-Mail eingetrudelten Vereinbarung. In diesem Tempo ging es weiter.

Technikprobleme schnell im Griff

Während die Moderatoren nicht müde wurden, die Zeit im Studio inhaltlich mit informativen Gesprächen, Yoga, Musik und spontanen Tanzeinlagen zu überbrücken, liefen derweil die Leitungen heiß: Eine Vereinbarung nach der anderen rauschte in den digitalen Posteingang der Notare. Sogar die Übertragung brach deshalb kurzfristig zusammen.

Als die Verbindung wieder stand, erklärte Jasna Okanovic, dass man mit der Auszählung nicht hinterher komme. Bereits in den ersten fünf Minuten seien 130 Gemeinwohlstunden zu verzeichnen. Am Ende des Abends stand fest, dass man die Nacht brauchen werde, um alle Abschlüsse zu sichten und die finalen Ergebnisse nachliefern müsse. Allerdings sei abzusehen, dass der Rekord wohl gebrochen werde.

Neuen Rekord erreicht

Diese Prognose konnte am folgenden Tag bestätigt werden: Mit 4.016 Stunden wurde der Rekord eindeutig geknackt. Die 37 teilnehmenden Unternehmen und 16 Vereine sowie gemeinnützige Organisationen fanden sich zu 65 neuen Kooperationen zusammen.

„Es ist wunderbar, zu sehen, wie stark der Zusammenhalt der Menschen untereinander ist – vor allem oder vielleicht gerade wegen der schwierigen Situation“, sagt Projektleiterin Jasna Okanovic. „Ich bin stolz, dass wir auch dieses Jahr wieder im Zeichen der verbindlichen Nachhaltigkeit dazu beitragen konnten, anhaltende und echte Partnerschaften in der Region entstehen zu lassen.“ ksl

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