Mit Optimismus und Mut voran

SMG-Wirtschaftsempfang in Holzkirchen / Auszeichnung für Bergzeit GmbH

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Zum Abschluss des offiziellen Teils stellten sich die Akteure des Festabends, Gratulanten und die stolzen Gewinner des diesjährigen Wirtschaftspreises den Fotografen (v.l.): Klaus-Dieter Graf von Moltke, Anton Stetter, Alexander Schmid, Holzkirchens Bürgermeister Olaf von Löwis, Wolfgang Rzehak, Markus Kasperbauer, Bergzeit-Co-Geschäftsführer Martin Stolzenberger, Jakob Oberrauch, Antje von Dewitz, Ilse Aigner und Otterfings Bürgermeister Jakob Eglseder.

Holzkirchen/Landkreis – Zum diesjährigen Wirtschaftsempfang der Standortmarketing-Gesellschaft (SMG) traf sich das Who-is-who der Unternehmer- und Politwelt des Landkreises heuer im Kultur im Oberbräu in Holzkirchen. Gut 400 Gäste waren der Einladung zum Festabend gefolgt und bildeten einen würdigen Rahmen für die Verleihung des Wirtschaftspreises, der heuer an das Otterfinger Unternehmen Bergzeit ging.

Der Veranstaltungsort war gut gewählt, wie der Vorstandsvorsitzende des Unternehmerverbands Landkreis Miesbach, Klaus-Dieter Graf von Moltke, in seiner Begrüßungsrede betonte: „Auch wenn viele das nicht gerne hören, das Oberland ist Teil der Metropolregion München und profitiert von dessen Kaufkraft.“ Und Holzkirchen präsentiere sich als „starker und interessanter Wirtschaftsstandort sozusagen als attraktives Tor dazu“. Weniger erfreut zeigte sich von Moltke über die zunehmende Regulierung, die den Unternehmern Raum zum Handeln nimmt. „Wir müssen uns dem widersetzen, um nicht in die Mittelmäßigkeit abzusteigen. Die Zeiten, in denen alles reguliert wurde und Pläne erfüllt werden mussten, sind schon lange vorbei.“ Vielmehr forderte er dazu auf, den Fortschritt mit Mut und einer Portion Verrücktheit voranzutreiben.

Dabei könne es auch helfen, den Blickwinkel auf bestimmte Situationen oder Projekte etwas zu ändern, wie Frank M. Salzgeber, Leiter Technology-Transfer und Innovationsmanagement der Europäischen Raumfahrtagentur ESA, als Hauptredner vorschlug. „Wir Europäer sind Entdecker, das liegt uns in den Genen.“ Er forderte das Auditorium in mitreißender Art auf, auch nach Rückschlägen nicht aufzugeben: „Begrüßen Sie die Herausforderung und igeln Sie sich nicht ein. Denn: Wer sich nicht weiterentwickelt, stirbt aus.“ Salzgeber riet aber auch, bei Erfolg vorsichtig zu sein: „Wenn sich kein Mitbewerber darüber aufregt, waren Sie nicht brutal genug.“ Als Unternehmer brauche es Mut, Leidenschaft und Inspiration. Eigenschaften, die auch in der kindlichen Neugier stecken. Diese solle man sich zunutze machen: „Wenn Sie dann noch ab und an den Blickwinkel verändern, können sie Ihr Unternehmen in den Himmel heben.“

Landrat Wolfgang Rzehak stellte fest, dass Politik natürlich nicht gegen die Wirtschaft beratungsresistent sein dürfe. „Ich lege Wert darauf, dass es unseren Unternehmen gut geht. Da schließe ich explizit die Landwirtschaft mit ein, die unsere Kulturlandschaft und damit einen wichtigen weichen Standortfaktor erhält.“ Ein Lob ging auch an die SMG, die wie Rzehak sagte, stets nach klugen Lösungen suche, nachhaltig mit den wenigen zur Verfügung stehenden Flächen umzugehen und die dafür passenden Unternehmen zu suchen.

Wie SMG-Geschäftsführer Alexander Schmid sagte, stehen zudem weitere Herausforderungen vor der Tür: „Die weltpolitischen Veränderungen und die Klimadiskussion werden auch an uns nicht spurlos vorübergehen. Daher ist es wichtig, sich auf die Zukunft einzustellen und auf Bildung zu setzen.“ Speziell im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) sieht Schmid hohes Zukunftspotenzial. Dementsprechend ist die SMG hier mit Initiativen wie dem FabLab, der Ausbildungsmesse und der Unterstützung von Co-Working-Arbeitsplätzen aktiv.

Als einen Höhepunkt des Abends verlas schließlich Landtagspräsidentin Ilse Aigner den Gewinner des diesjährigen Wirtschaftspreises: die Bergzeit GmbH mit Sitz in Otterfing und Filialen in Hartpenning und Gmund. Das Unternehmen beschäftigt rund 260 Mitarbeiter und erwirtschaftet mit über 40.000 Produkten einen Umsatz von zirka 65 Millionen Euro. „Sie haben genau die richtigen ausgewählt“, meinte Laudatorin Antje von Dewitz, Geschäftsführerin des Bergsportartikelherstellers Vaude. Wie sie sagte, gibt es in dem schwierigen Markt der Berg­sport- und Outdoor-Branche kaum noch ein familiengeführtes Unternehmen wie Berg­zeit. „Es ist fast schon ein Wunder, dass Bergzeit heuer seinen 20. Geburtstag feiern konnte.“ Es sei klar, warum sich Bergzeit so erfolgreich gegen große Internetversandhäuser etabliert habe: „Ihr seid echte Outdoorler und Bergsportler, die ihr Hobby zum Beruf gemacht und mit Leidenschaft, Transparenz, Zusammenhalt und Zuverlässigkeit ein Plattform geschaffen haben, bei der jeder mit gutem Gewissen einkaufen kann und die mit Geschäftspartnern auf Augenhöhe umgehen.“ Jakob Oberrauch, Gesellschafter der Südtiroler Familiendynastie, der neben Bergzeit auch Salewa gehört, bat zur Preisübergabe schließlich alle anwesenden Bergzeit-Mitarbeiter auf die Bühne und ließ Geschäftsführer Markus Kasperbauer am Rednerpult den Vortritt. Der bedankte sich nicht nur für die Auszeichnung, sondern auch für die Unterstützung des Landkreises und der Gemeinde Otterfing: „Es gefällt uns hier sehr gut und wir sind wirklich gerne hier.“hac

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