Ab sofort: E-Carsharing in Fischbachau / Gemeinde bezuschusst Gebühren

Elektrisches Pilotprojekt

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„Die Fischbachauer sollen mit der E-Mobilität in Berührung kommen“, wünschen sich Bürgermeister Josef Lechner (l.), Kämmerin und Organisatorin Veronika Rauscher sowie Martin Pötzinger (r.) vom gleichnamigen Autohaus. Seppo Obermaier darf den neuen Wagen als einer der Gewinner der E-Auto-Umfrage kostenfrei testen.

Fischbachau – Die Bürger mobiler, die Anreise mit der Bahn attraktiver und die Straßen leerer machen – so sehen einige der Neujahrsvorsätze der Gemeinde Fischbachau aus. Passend dazu brachte sie am Donnerstag vergangener Woche das erste strombetriebene Auto, das Bewohner und Besucher der Gemeinde buchen können, für alle auf die Straße.

Einen Monat lang hat die Gemeinde Fischbachau ihren neuen E-Flitzer bereits getestet. „Das Auto hat funktioniert, bei den Tests gab es keine Probleme“, fasst Bürgermeister Josef Lechner zusammen. Um herauszufinden, was den Fischbachauern selbst bei „ihrem“ neuen Auto wichtig ist, hat die Gemeinde im Vorfeld im Bürgerboten „Der Leitzachtaler“ um Meinungen gebeten. Als Teilnahmeanreiz gab es Gratisfahrten zu gewinnen. Schlussendlich ist die Entscheidung auf einen Nissan

ENV 200 gefallen. Mit ihm können viele mögliche Transport-Situationen abgedeckt werden: Der Siebensitzer bietet Platz, so können viele Mitfahrer und/oder Ladung von A nach B transportiert werden. Gestellt wird der Wagen vom örtlichen Autohaus Pötzinger, die Buchung läuft ab sofort über das Portal E-Wald. Erste Gewerbetreibende haben am E-Auto bereits Interesse gezeigt, verriet Lechner. Um den Einstieg der Fischbachauer in die E-Mobilität angenehmer zu gestalten, hat der Gemeinderat beschlossen, das Angebot finanziell zu unterstützen. Regulär würde das Auto je Tag rund 77, je Stunde rund 12 Euro kosten. Durch den Zuschuss der Gemeinde sinken die Kosten für den Verbraucher auf eine Tagespauschale von 45 Euro und einen Stundensatz von rund 7 Euro. „Bei 12.000 Euro Kosten pro Jahr rechnen wir mit 7000 Euro Einnahmen aus Vermietungen“, erklärt Lechner. Drei Jahre soll das Pilotprojekt dauern. Doch damit nicht genug: Das Thema E-Mobilität soll weiter ausgebaut werden. Noch dieses Jahr soll es am Bahnhof in Aurach eine zweite Ladesäule geben. „Wir sind mit dem Autohaus Pötzinger im Gespräch, ein zweites E-Auto zu leasen“, sagte Lechner. „Der Vorteil ist dann, dass man am Bahnhof ankommen und nach Fischbachau fahren kann.“

Da die Anbindung mit dem Bus eher ungünstig ist („Der ÖPNV ist zu schwach.“), stellt das sogenannte E-Carsharing eine praktische Alternative zur Fahrt mit dem eigenen Auto dar. Besonders in Hinblick auf die Besucher der Gemeinde bietet das neue Möglichkeiten, erklärte der Bürgermeister: „Wir wollen daraus ein touristisches Produkt kreieren.“ Den Besuchern soll so durch die Buchung eines E-Autos vor Ort die Anreise mit der Bahn schmackhaft gemacht werden, was dann wiederum die Straßen entlasten könnte. Mit zwei zur Verfügung stehenden E-Autos dürfte das aber knapp werden. Im Zuge eines E-Mobilitätskonzepts solle daher die Möglichkeit überprüft werden, in allen fünf Ortsteilen der Gemeinde Ladesäulen mit E-Carsharing-Angeboten einzurichten. 20.000 Euro soll dieses Konzept kosten, der Gemeinde winken davon 75 Prozent Zuschuss durch ein Förderprogramm. Doch zurück zum „Pilotprojekt“: Wer das Auto buchen möchte, muss sich einmalig bei E-Wald registrieren. Mit den ausgedruckten Unterlagen und gültigem Führerschein geht‘s dann ins Rathaus, Ansprechpartner ist Georg Schoner. Dort bekommen die E-Interessenten ihre Kundenkarte, die sie später für das Auto brauchen. Die Buchung läuft online über E-Wald. Zum ausgewählten Termin öffnet die Kundenkarte dann das E-Auto, das an der Ladesäule auf dem Parkplatz an der Maria Schutzkirche und St. Andreas steht. Der Schlüssel befindet sich im Handschuhfach. Läuft die Buchung aus, wird das E-Auto einfach wieder an der Ladesäule abgestellt und angeschlossen, der Schlüssel wird im Handschuhfach für den nächsten Benutzer deponiert und das Auto mit der Benutzerkarte abgesperrt. Wie einfach das geht, zeigen die Fischbachauer Mittelschüler in einem kurzen Video, das bald auf der Gemeinde-Homepage zu sehen sein soll. she

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