Energie der Sonne

Solarpotenzialkataster für den Landkreis Miesbach startet: So kann jeder es nutzen

Klimaschutzmanagerin Veronika Halmbacher zeigt Solarpotenzialkataster.
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Die Klimaschutzmanagerin des Landkreises, Veronika Halmbacher, erklärt die Funktionsweise des Solarpotenzialkatasters.

Landkreis – Das Solarpotenzialkataster für den Landkreis Miesbach startet. Klimaschutzmanagerin Veronika Halmbacher erklärt, wie es funktioniert.

Das Solarpotenzial­kataster für den Landkreis Miesbach ist startklar: Ab sofort können interessierte Bürger per einfachem Mausklick herausfinden, ob ihr Haus für eine Solarthermie- oder Photovoltaikanlage geeignet ist, teilt Sprecherin Sophie-Marie Stadler vom Landratsamt mit. Denn Studien haben gezeigt: Das Potenzial der Sonnenenergie wird im Landkreis bisher bei Weitem nicht genutzt.

Der Landkreis hat sich als Gründungsstifter der Energiewende Oberland dem Ziel angeschlossen, die Region bis zum Jahr 2035 vollständig mit erneuerbaren Energien zu versorgen. Einer der Schwerpunkte ist, Solarenergie im Gebäudebereich zu nutzen. Das Solarpotenzialkataster setzt genau da an: Mit diesem neuen Service des Landkreises bekommen Bürger mit wenig Aufwand schnell einen ersten Eindruck, ob sich die eigene Dachfläche für eine Solarthermie- oder Photovoltaikanlage eignet.

Beim Erstellen des Katasters ist aufgefallen, dass zirka 59 Prozent der Dachflächen im Landkreis dazu geeignet wären, sie für Solarenergie zu nutzen. Derzeit werden aber nur 4,9 Prozent davon zur Stromerzeugung genutzt. „Es ist noch viel Luft nach oben. Ziel ist es, den Zubau von Solaranlagen mit Hilfe des Katasters zu steigern“, sagt Landrat Olaf von Löwis. Das Kataster ist auch im Aktionsplan Klimaschutz des Landkreises festgeschrieben. Außerdem haben sich der Arbeitskreis Tegernseer Tal Energie und Klimaschutz (Attek) und die Bürgermeister des Tegernseer Tals dafür eingesetzt, das Kataster einzurichten.

Umgesetzt wurde das Kataster von der Firma „Tetraeder.solar“. Die Basis sind Laserscandaten, die alle paar Jahre beim Befliegen durch das Vermessungsamt gesammelt werden. Diese werden in Zusammenhang mit Einstrahlungsverlauf und Verschattungen gebracht. Somit erhält man für jede Dachfläche eine Aussage darüber, ob sie sich für eine Solaranlage eignet.

Klimaschutzmanagerin Veronika Halmbacher erklärt die Funktionsweise des Solarpotenzialkatasters: „Um zu seinem Haus zu gelangen, muss man auf einer Karte seine Heimatgemeinde auswählen. Dann gibt man seine Adresse ein und es wird das eigene Haus angezeigt.“ Je nachdem, wie sehr sich die Dachfläche für das Nutzen von Solarenergie eignet, ist sie eingefärbt. Außerdem wird angegeben, ob sich das Dach eher für Photovoltaik oder Solarthermie eignet.

„Als nächstes kann man sich die Anlage konfigurieren und die Planung simulieren“, erklärt die Klimaschutzmanagerin. „Dazu muss man einige Angaben machen, wie private oder geschäftliche Nutzung, jährlicher Stromverbrauch, Nutzung von Solarthermie, Platzierung der Module oder Integration eines Stromspeichers.“ Danach erhält man die Kosten für die konfigurierte Anlage. Nun kann man noch den Eigenanteil an der Investition eingeben und so sehen, wie lange es dauert, bis sich die Anschaffung rechnet. Die Ergebnisse können als PDF ausgedruckt werden und sind die Grundlage für ein konkretes Angebot bei den Handwerksfirmen.

Weiterhin gibt es einen Teil mit Fragen und Antworten rund um die Entstehung des Katasters, Photovoltaik- und Solarthermieanlagen, Denkmalschutz und Brandschutz. Auch ein Teil mit Tipps zur Planung einer eigenen Anlage sind im Kataster enthalten. „Wichtig: All das ersetzt keine detaillierte Fachplanung“, erklärt Veronika Halmbacher. „Aussagen zur Tragfähigkeit von Dächern können beispielsweise nicht gemacht werden.“

Das Solarpotenzial­kataster für den Landkreis Miesbach ist ab sofort unter www.solare-stadt.de/kreis-miesbach abrufbar. ksl

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