Jahresabschluss 2020

Solide Zahlen trotz Corona: So steht Tegernsee finanziell da

Geldscheine
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Trotz Corona-Krise steht die Stadt Tegernsee finanziell auf soliden Füßen. Das zeigt die Jahresrechnung 2020.

Tegernsee – Den Jahresabschluss 2020 hat der Stadtrat Tegernsee jüngst präsentiert bekommen. Die Zahlen bleiben trotz Corona-Krise solide.

In der jüngsten Sitzung des Stadtrats legte Kämmerer Jürgen Mienert die Zahlen für das Haushaltsjahr 2020 vor. Angesichts der Corona-Pandemie mit zwei Lockdowns konnte er dabei durchaus Positives berichten: Die Auswirkungen auf den Haushalt der Stadt sind nicht so negativ ausgefallen, wie prognostiziert.

So schließt die Bilanz mit einem Haushaltsüberschuss von gut 2,4 Millionen Euro. Die Summe fließt der Rücklage zu und steht für Investitionen der kommenden Jahre zur Verfügung. Von 5 Millionen Euro Investitionsbudget wurden 4,7 Millionen aufgewandt. Dabei haben vor allem der Neubau des Feuerwehrhauses (650.000 Euro), der Ausbau der Klosterwachtstraße inklusive neuer Wasserleitung (981.000 Euro) sowie der Bau einer Zufahrt zu einem Wohnhaus an der Pöttingerstraße (500.000 Euro) und der neue Spielplatz im Kurgarten (362.000 Euro) zu Buche geschlagen. Aus der Rücklage wurden statt der vorgesehenen 7 lediglich 2 Millionen Euro in Anspruch genommen.

Zwei Lockdowns schaden Tourismus

Situationsbedingt halbiert haben sich mit 3,9 Millionen Euro die Einnahmen aus der Gewerbesteuer. Sie lagen damit etwa beim Ergebnis von 2015. Mit Rekordergebnissen wie in den vorangegangenen Jahren werde man künftig nicht rechnen können, schätzte Mienert. Nicht zuletzt durch einen Ausgleich in Höhe von 2,1 Millionen Euro seitens des Freistaats seien die Mindereinnahmen in diesem Bereich aber nahezu ausgeglichen worden. Das Ergebnis bei Einkommen- und Umsatzsteuer lag mit 3,1 Millionen nur knapp unter dem Stand des Vorjahrs, aber um 300.000 Euro über dem Ansatz. „Bedrohliche Einbrüche sind hier 2021 nicht abzusehen“, sagte der Kämmerer.

Eine Reihe von Herabsetzungsanträgen insbesondere touristischer Einrichtungen sorgte für ein geringeres Ergebnis beim Fremdenverkehrsbeitrag. Rund 321.000 Euro flossen in die Kasse – etwa 75.000 weniger als im Vorjahr. Das Resultat des Kurbeitrags sei mit 340.000 Euro (Vorjahr: 417.000 Euro) angesichts zweier Lockdowns insgesamt aber positiv zu sehen, so Mienerts Fazit. In beiden Fällen erfolgen in diesem Jahr staatliche Ausgleichszahlungen.

Mit rund 3 Millionen Euro lagen die Personalkosten um knapp 140.000 Euro höher als 2019. Der Grund dafür liegt in einer Tariferhöhung um 1 Prozent sowie in zahlreichen, durch den Tarifvertrag vorgegebenen Höhergruppierungen bei den Angestellten des Bauhofs. Trotz einer Senkung der Kreisumlage von 53 auf 52 Prozent ist diese von 3,6 Millionen Euro (2019) auf 3,85 Millionen Euro angestiegen. Dies liegt im Anstieg der Gewerbe- und Einkommensteuereinnahmen vor 2020 begründet. Erst ab 2022 könne mit einer Minderung der Kreisumlage gerechnet werden, erklärte Mienert. Dann nämlich fließen die Zahlen aus dem Corona-Jahr in die Berechnung ein.

Staatliches Hilfspaket wegen Corona

4,8 Millionen Euro aus dem Verwaltungshaushalt konnten 2020 dem Vermögenshaushalt zugeführt werden. Im Ansatz war ein Verlust von 2,47 Millionen einkalkuliert. Das positive Ergebnis ist wiederum nicht zuletzt dem staatlichen Hilfspaket geschuldet.

Mit 4,5 Millionen Euro lag die Verschuldung der Stadt sowie ihres Eigenbetriebs, der Tegernseer Kur- und Versorgungsbetriebe, um etwa 226.000 Euro niedriger als 2019. Eine weitere Verschuldung durch Aufnahme neuer Darlehen war nicht erforderlich. Mienerts Prognose für die nächsten Jahre fiel günstig aus: Angesichts einer Rücklage von 14,6 Millionen Euro werde die bis 2023 geplante Neuverschuldung deutlich geringer ausfallen als die bislang angesetzte Summe von 7,5 Millionen Euro. ger

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