Spiel, Satz und noch kein Sieg!

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SELINA OSWALD, Rottach-Egern – Die Tennisspieler im Tegernseer Tal haben kein Dach mehr über dem Kopf, nachdem nun auch die letzte Tennishalle in Weissach geschlossen hat, weil sie zu einer Event-Arena umgebaut wird. Der Tennisclub Rottach-Egern (TC) hat nun in der Gemeinde einen Antrag gestellt, eine neue Halle zu errichten. Den Grundsatzbeschluss dazu hatte das Gremium in seiner jüngsten Sitzung aber verschoben, denn nach heftigen Diskussionen kamen die Räte um Bürgermeister Franz Hafner nur auf einen gemeinsamen Nenner: ein Schaugerüst. Dieses soll einen der eingereichten Pläne des TC Rottach-Egern veranschaulichen. Doch ganz so schnell war das Gremium nicht zu diesem Beschluss gekommen. Der Sitzungssaal war zum Zerbersten gefüllt. „Der Club ist stark vertreten, weil wir Angst um unsere Zukunft haben“, sagte der Vorsitzende des TC, Hubert Schmeizl. Zwischen den Freiplätzen und dem Gsotthaber Hof an der Rottacher Feldstraße möchte der Verein eine Tennishalle bauen. Drei Skizzen hatte Clubmitglied und Gemeinderat Andreas Erlacher (FWG) gezeichnet. Der erste Vorschlag, eine 54 mal 36 Meter große Dreifeldhalle, wurde jedoch schon von Rathauschef Hafner kritisiert: „Das ist schon ein gewaltiges Ding.“ Auch Vizebürgermeister Hermann Ulbricht war gegen diese „zu machtige“ Halle. Eine „um einiges bescheidenere und maximale Lösung“ wie Hafner sagte, sei dagegen die Zweifeldhalle mit einer Größe von 37 mal 36 Metern. Diese würde dort, wo jetzt der Minigolfplatz ist, etwas nach hinten versetzt stehen, tiefer in den Boden versenkt, und der Gsotthaber Hof würde noch zur Geltung kommen. Mit diesem Vorschlag konnte sich auch Ulbricht anfreunden. „Die Halle ist nicht so gach und wenn die Nachbarn keine Bedenken haben, dann wäre dieser Plan schon vorstellbar.“ Jakob Appoltshauser (SPD) sprach sich unter Beifall der Tennisspieler „absolut für“ die Halle aus, auch Hubert Hörterer (FWG) „kann das nur so unterstützen“. Vor allem weil der Club die Fianzierung von etwa 700.000 Euro selbst übernehmen würde. Eine Kalkulation dazu hat der Verein schon erstellt. Der Gemeinde gehört nur der Grund. Für den TC-Vorstand wäre mit dieser Lösung „wenigstens die Jugendarbeit gesichert.“ Doch selbst für die abgespeckten Version fanden sich nicht viele Freunde im Gemeinderat. „Eine Halle an der Stelle wäre eine Todsünde. Rundherum ist nur freie Wiese“, sagte Josef Lang (CSU) und sein Fraktionskollege Christian Köck sah die Pläne mit Magenschmerzen: „Ich lehne es ortsplanerisch ab und möchte nochmal an den Minigolfplatz erinnern.“ Der müsste nämlich für die neue Halle weichen. Erlacher hatte Angst, dass die Gemeinde mit dem Bau einer solchen Halle an diesem Ort „leichtfertig“ agieren würde und dieser Bau nicht ohne „Signalwirkung“ bliebe. Klaus Fresenius (FWG) erinnerte nochmal an den „Talgedanken“ und schlug einen Neubau in einer der nördlichen Gemeinden vor. Dass eine Halle, etwa in Dürnbach, dem Club nichts bringen würde, erklärte Schmeizl auf Nachfrage: „Wir haben einen Boom in der Jugendarbeit und die Erwachsenen im Club werden auch stetig mehr. Ich kann doch nicht für eine Stunde dann bis nach Dürnbach fahren.“ Außerdem seien die Pläne der Dürnbacher sowieso noch nicht spruchreif, denn Gmunds Bürgermeister Georg von Preysing wisse nicht, wo er Platz für so ein Gebäude hätte. Mit einer Halle, Freiplätzen und Bewirtung an der Sportanlage Birkenmoos könne sich der Verein sowie einige Gremiumsmitglieder aber auch anfreunden. Auf Vorschlag von Gabriele Schultes-Jaskolla (FWG) soll nun ein Schaugerüst veranschaulichen, wie eine Tennishalle neben den Freiplätzen wirken würde. „Lieber das als eine Ablehnung“, sagt Schmeizl. Über ein endgültiges Nein will der Vorsitzende noch gar nicht nachdenken. Bei der Auflösung des Clubs würde, laut Satzung, das gesamte Vereinsvermögen an die Gemeinde gehen. Doch bevor das passiert, wandert der TC wohl eher in eine andere Gemeinde ab.

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