Sicher und attraktiv

Stadt investiert über vier Jahre 400.000 Euro in ihre Spielplätze

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Der derzeit tief eingeschneite Spielplatz in Wachlehen ist in Teilen gesperrt. Er soll als einer der ersten in der Stadt heuer instand gesetzt werden.

Miesbach – Die Stadt Miesbach möchte ihre Spielplätze auf Vordermann bringen. Dafür hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung 400.000 Euro genehmigt. Das Geld wird aber nicht auf einmal ausgegeben. Sondern verteilt auf vier Jahre. Heuer sind 150.000 Euro vorgesehen, in erster Linie für die Spielplätze in Bergham und Wachlehen.

„Wir sind in der Pflicht“, sagte Michael Lechner (FWG), „nach etlichen Jahren, in denen nur das Notwendigste gemacht wurde“. Wie groß der Handlungsbedarf ist, zeigt die Ausarbeitung der Verwaltung. „Bei der Überprüfung der Spielplätze im Mai 2018 durch einen Sachverständigen wurden zum Teil erhebliche Sicherheitsmängel festgestellt“, heißt es gleich zu Beginn. Einige Spielgeräte mussten gesperrt oder sogar entfernt werden. Teilweise stammen sie aus dem Jahr 1987, einige sind noch älter, und erfüllen mehrere DIN-Normen nicht mehr. Fallschutz ist oft nicht oder nur unzureichend vorhanden, an Kletternetzen besteht die Gefahr, dass Kinder mit Händen, Fingern oder dem Hals hängen bleiben, Fundamente von Standpfosten müssen überprüft und dafür freigelegt werden, Sand wegen fehlender Abdeckungen und der Verschmutzung jährlich vom Bauhof ausgetauscht werden.

Die Stadt hat auch bereits Angebote für die Spielplätze in Wachlehen und Bergham – weil es dort jeweils nur einen gibt, haben diese Priorität – eingeholt: knapp 54.000 (Bergham) und knapp 33.000 Euro (Wachlehen) würde eine Instandsetzung kosten. Für Letzteren liegt auch ein Angebot einer Firma aus Lenggries über etwa 66.000 Euro vor, das Anwohner selbst eingeholt haben.

Für Lechner ist klar, dass „alles sicher und in Ordnung“ sein muss. Zugleich forderte er Verständnis der Eltern, dass die Stadt keine Luxusausstattungen realisieren könne. Der FW-Sprecher sieht 150.000 Euro in diesem Jahr als „absolute Obergrenze“ und möchte damit ein Angebot für verschiedene Altersstufen schaffen. „Wir haben ein gutes Angebot für Kinder bis zwölf Jahre“, erklärte sein Fraktionskollege Markus Seemüler. Bei den Zehn- bis 15-Jährigen gebe es hingegen Nachholbedarf. Er plädierte deshalb dafür, weniger frequentierte Plätze eventuell anders zu gestalten.

Astrid Güldner (Grüne) sprach sich dafür aus, die Instandsetzung „zügiger als über vier Jahre verteilt“ vorzunehmen. Mit heuer und im kommenden Jahr jeweils 200.000 Euro. „Sonst fällt im Extremfall eine ganze Spielplatzgeneration weg“, sagte sie. Dem schloss sich wie Grünen-Sprecher Manfred Burger auch Verena Assum (CSU) an. „Wir sollten Gas geben“, sagte sie und sprach sich dafür aus, die Spielplätze nicht nur auf Vordermann zu bringen, sondern auch attraktiver zu gestalten. Dabei sollten Kindergärten und Schulen einbezogen werden, findet sie. Assum stellte dann auch den Antrag, für dieses Jahr 200.000 Euro in den Haushalt einzustellen, was ihr Fraktionskollege Alfred Mittermaier nicht festlegen wollte. „Wenn im Haushalt Luft ist, können wir immer noch was machen“, sagte er. Für Paul Fertl (SPD) wären bis zu 200.000 Euro in Ordnung, „es darf aber auch günstiger sein“. Letztlich scheiterte Assums Antrag an einer Patt-Situation (8:8 Stimmen) im Gremium. Den Verwaltungs-Vorschlag mit 150.000 Euro für dieses Jahr, jeweils 100.000 Euro für 2020 und 2021 sowie 50.000 Euro für das Jahr 2022 nahm der Stadtrat dann einstimmig an. ft

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