1. dasgelbeblatt-de
  2. Lokales
  3. Miesbach

Stadtrat Miesbach: Vorstellung verschiedener Heizungsvarianten für den Bauhof

Erstellt:

Von: Fridolin Thanner

Kommentare

Miesbach Bauhof
Im Miesbacher Bauhof muss die Heizung erneuert werden. Viele Stadträte drängen auf eine Hackschnitzelanlage.Foto: © Winklmaier

Miesbach – Die Entscheidung darüber, womit der Miesbacher Bauhof geheizt werden soll, steht aus. Doch immerhin hat sich die Zahl der Optionen reduziert.

Im Stadtrat Miesbach hat es eine Diskussion über die künftige Heizung des Bauhofs gegeben. Während das beauftragte Planungsbüro ein Blockheizkraftwerk (BHKW) mit Gasspitzenlastkessel aus wirtschaftlichen Gründen empfahl, pochen viele Stadträte auf eine Lösung mit Hackschnitzelanlage. Beides wird nun genauer untersucht.

Sieben Varianten hat das Ingenieurbüro PFG Mayer aus Hausham betrachtet, von der Erneuerung der bestehenden Gas-Brenntwertheiz­anlage über eine Wärmepumpe und Pellets bis zur Nutzung der Abwärme von umliegenden Betrieben. Bei Letzteren besteht jedoch wenig Interesse, wie PFG-Mayer-Geschäftsführer Marcus Kreft erklärte. Als gut geeignet bezeichnete er eine Pelletsheizung, die jedoch recht teuer würde. Er kam zu dem Schluss, „dass ein BHKW mit Gaskessel langfristig die wirtschaftlichste Heizung ist“. Um den bevorstehenden Winter zu überbrücken, müsse die bestehende Heizung ertüchtigt werden.

Diese Interimslösung ist auch für die Stadträte unumgänglich. Aber nicht nur das. Markus Seemüller (FWG) etwa hält eine Hackschnitzelheizung für „alternativlos“. Er betonte: „Autarkie und Klimaneutralität sollten unser Leitbild sein.“ Trotz der baulichen Schwierigkeiten wäre eine Hackschnitzelanlage möglich, ist Seemüller überzeugt.

Manfred Burger (Grüne): „Oberste Priorität, mit Hackschnitzeln zu heizen.“

Der Platzbedarf für die Anlage mit Hackschnitzelbunker war als großer Nachteil genannt worden. Bürgermeister Gerhard Braunmiller und die Bauhofleitung hatten sich gegen eine Lösung mit Hackschnitzeln ausgesprochen. Aber auch Seemüllers Fraktionskollege Michael Lechner findet es „grob fahrlässig, da nicht weiterzuplanen“. Wie er schätzt, „könnten wir rund ein Drittel des Bedarfs aus eigenen Wäldern decken“. Die Stadt besitzt rund 25 Hektar Wald. „Wir sind ein Landkreis mit sehr viel Wald“, argumentierte auch Manfred Burger (Grüne). Für ihn ist immer „oberste Priorität, mit Hackschnitzeln zu heizen“. Der Winter mit der Interimslösung müsse genutzt werden, um in diese Richtung weiterzuplanen. Ganz so eindeutig stellt sich die Situation für Paul Fertl (SPD) nicht dar. Er plädierte dafür, „auch das BHKW mit Spitzenlastkessel genauer anzuschauen“. Dafür stimmte letztendlich auch eine große Mehrheit des Stadtrats. Markus Baumgartner (CSU) regte zudem „ein Gesamtkonzept für Miesbach“ an. Den Bereich am Bauhof kann er sich als Standort eines weiteren Biomasseheizwerks für ein Fernwärmenetz vorstellen.

Bevor der Stadtrat in einer der nächsten Sitzungen erneut über das Thema abstimmt, soll es auf Vorschlag von Franz Mayer (CSU) einen Ortstermin geben, damit sich die Räte ein Bild von den Gegebenheiten am Bauhof machen. ft

Auch interessant

Kommentare