Stadtrat Tegernsee segnet Bebauungsplan für geplante Hotelanlage ab

Weiterer Schritt zum Almdorf

+
Das Aquarell zeigt die geplante Hotelanlage Almdorf in Tegernsee, deren Bebauungsplan der Stadtrat absegnete.

Tegernsee – Der Sitzungssaal im Tegernseer Rathaus war trotz der lediglich zwei Punkte auf der Tagesordnung einer Sondersitzung des Stadtrates gut gefüllt. Einer davon: die geplante Hotelanlage Almdorf. Mit zehn gegen zwei Stimmen hat der Stadtrat diesen nun abgesegnet.

Bereits im Vorfeld hatte die Sondersitzung für Diskussion gesorgt: Die Petition von Stadtratsmitglied Thomas Mandl (SPD) gegen das geplante Projekt am Neureutherparkplatz hat der Landtag noch nicht behandelt, die Stadt wollte aber in ihren Planungen weitermachen. Von einem „Schnellschuss“ war die Rede, den Janssen in der Sitzung aber dementierte. Noch bevor er und Bauamtsleiterin Bettina Koch die eingegangenen Äußerungen der Behörden und Bürger zu dem umstrittenen Projekt verlasen, erklärte der Bürgermeister, dass die Stadt dem Projekt „Hosenträger, Hosenbund und Handschellen“ angelegt habe, um zu sichern, dass das Hotel auch so gebaut und betrieben wird, „wie wir uns das vorstellen“. Ein vorhabenbezogener Durchführungsvertrag soll den Investor an bestimmte Vorgaben binden, die, wenn sie nicht eingehalten werden, mit Geldstrafen gebüßt werden müssen. So wird darin etwa die Nutzung als Hotel, das Verbot von Eigennutzung und Umwandlung der Ferienhäuser in Eigentumswohnungen geregelt. Die Hotelanlage – mit einem kleinen Empfangsgebäude inklusive kleinem Laden, einer großen auch öffentlichen Gaststätte, einem großen Gebäude mit Ferienwohnungen und sieben kleinen Hütten – mit ihren geplanten 75 Betten sei „das schonendste, was man sich vorstellen kann“, sagte Vize-Bürgermeister Anton Staudacher. Dass das Projekt dem Bettenschwund entgegen wirkt und den Wirtschaftsmotor Tourismus ankurbelt, dem stimmten einige Stadträte zu. Mandl eckte mit seiner Äußerung, man müsse nur mit genügend Geld wedeln, dann würde eine Fläche aus dem Landschaftsschutzgebiet herausgenommen werden, an und wurde dafür von Janssen zur Entschuldigung aufgefordert. „Es macht jedenfalls den Eindruck“, sagte Mandl und befürchtete, mit dem Bau der Hotelanlage Präzedenzfälle zu schaffen. Ebenfalls „Bauchweh“ hatte Manuela Brandl (Bürgerliste) bei dem geplanten Projekt. Sie könne sich zwar vorstellen, dort Urlaub zu machen, jedoch „müssen wir vorsichtig mit unserer Landschaft sein.“ Lediglich Brandl und Mandl stimmten am Ende gegen den Bebauungsplan der Hotelanlage Almdorf. Nun steht noch die Entscheidung des Landtags zu dem Projekt aus. os

Auch interessant

Meistgelesen

Warum Holzkirchens Gemeinderäte nicht mit Lob für den Haushalt sparen
Warum Holzkirchens Gemeinderäte nicht mit Lob für den Haushalt sparen
Neues Boardinghouse beim Bayerischen Hof eröffnet bald
Neues Boardinghouse beim Bayerischen Hof eröffnet bald
Stadtrat schickt Pläne für Baugebiet „Am Gschwendt“ in nächste Runde
Stadtrat schickt Pläne für Baugebiet „Am Gschwendt“ in nächste Runde
Hotel-Projekt in Neuhaus ist vielen zu groß
Hotel-Projekt in Neuhaus ist vielen zu groß

Kommentare