Bürgerentscheid zur Sanierung

Bayrischzeller Warmbad soll kleiner werden

Blick vom Eingang auf das Warmbad Bayrischzell
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Das 650 Quadratmeter Becken in Bayrischzell reicht für 60.000 Besucher pro Saison. Für 12.000 Besucher im Jahr, kann das Becken laut Ingenieurbüro Wach kleiner und somit günstiger werden.

Bayrischzell – Bürgermeister Georg Kittenrainer legt den Bayrischzellern nahe, für das Ratsbegehren zu stimmen. Der Termin steht.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung stellte das Ingenieurbüro Wach aus Baldham eine Konzeptstudie für den Umbau und die Modernisierung des Warmfreibads Bayrischzell vor. Den Termin für den Bürgerentscheid hat der Gemeinderat für den 29. November festgelegt.

„Ich empfehle den Bürgern von Bayrischzell, die weiterhin ein Schwimmbad haben wollen, das Ratsbegehren mit ,Ja‘ zu beantworten und das Bürgerbegehren mit ,Nein‘“, appellierte Bürgermeister Georg Kittenrainer. Wer das Bürgerbegehren mit „Ja“ beantwortet, hält am jetzigen Standort fest und lässt keine anderen Varianten, wie etwa einen Neubau am Seeberg, zu. Genau diesen würde Georg Kittenrainer aber gerne prüfen. Bis zum Bürgerentscheid sei eine so aufwendige Prüfung nicht möglich. Außerdem müsste das Schwimmbad im vollen Umfang erhalten bleiben. Selbst eine Verkleinerung wäre ausgeschlossen.

Dass das Schwimmbad zu groß für Bayrischzell ist, erklärte Ingenieur Johann Wach, der beauftragt worden war, ein Sanierungskonzept zu erstellen. Er schlägt vor, das vorhandene Becken von 650 auf 440 Quadratmeter zu verkleinern und in Edelstahl auszubilden. „650 Quadratmeter reichen für 60.000 Besucher“, sagte Wach. Bayrischzell hat gerade einmal 12.000 Besucher pro Saison. Eine Verkleinerung der Wasserfläche ist wirtschaftlich sinnvoll. Das Becken soll in einen Kinder-, Nichtschwimmer-, Schwimmer- und Sprungbereich aufgeteilt werden. Für die Schwimmer sollen vier 25 Meter-Bahnen entstehen. Auch die Bädertechnik, wie die Pumpen- und Chloranlage, muss komplett erneuert werden.

Wach empfiehlt, das Wasser nur mit Solartechnik zu erwärmen. Das spart Kosten, bringt allerdings auch witterungsbedingt schwankende Wassertemperaturen mit sich. Die Gesamtkosten einer Sanierung würden sich laut Wach auf mindestens 2,1 Millionen Euro belaufen. Zusätzlich werden Kosten für eine Grundsanierung des Kioskgebäudes und anderer Nebenanlagen anfallen. Ein Neubau an anderer Stelle wäre durch Ausgaben für den Aushub, die Umkleiden und Infrastruktur nochmal teurer. Finanziert würden die Sanierung oder ein Neubau über langfristige Kredite und eine Abgabenerhöhung, wie etwa die Erhöhung des Kurbeitrags. Die Förderungsmöglichkeiten durch den Staat liegen voraussichtlich bei 27 Prozent. Aufgrund der finanziellen Anstrengung müssten zahlreiche Investitionen in anderen Bereichen in den kommenden Jahren entfallen oder zurückgestellt werden.

Bei einer Mehrheit für das Bürgerbegehren wäre eine Schwimmbadsanierung für Bayrischzell finanziell nicht zu stemmen und man müsste mit dem Bestand weiterarbeiten, solange es geht. „Ich halte nichts davon, sich etwas schön zu rechnen, wir müssen uns im realistischen Rahmen bewegen“, sagte der Bürgermeister. Bei einem „Ja“ zum Ratsbegehren bliebe der Gemeinde Bayrischzell der nötige Spielraum erhalten, um andere Varianten zu prüfen oder das Schwimmbad etwas zu verkleinern, um es erhalten zu können. Die Stichfrage für den Bürgerentscheid, falls die Antworten nicht vereinbar sind, wird in der nächsten Sitzung vereinbart. jw

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