Studieren im Tegernseer Tal?

Das leer stehende Gut Kaltenbrunn könnte ein möglicher Standort für eine Hochschule im Tegernseer Tal sein. Foto: esw

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ELKE SENGER-WIECHERS, Miesbach – Für eine Überraschung sorgte Oliver Reitz im Wirtschaftsausschuss des Kreistages in Miesbach. Der Geschäftsführer der Standort- marketing-Gesellschaft Landkreis Miesbach (SMG) verriet im Rahmen seines Tätigkeitsberichtes, dass im Tegernseer Tal eine Hochschule angesiedelt werden soll. Erste Ideen für mögliche Studiengänge präsentierte Reitz auch schon: Er könne sich Gesundheits- und Tourismusmanagement, aber auch die Verbindung beider Themen zu Gesundheitstourismusmanagement vorstellen. „Diese Themen zu besetzten, halte ich für sehr wichtig,“ sagte der SMG-Geschäftsführer. „Beides passt zum Tegernseer Tal und ist etwas, das in anderen Landkreisen nicht zu finden ist“, erklärte er. Er wolle die Diskussion um eine Hotelfachschule hinter sich lassen und das Niveau anheben: „Wir müssen uns fragen, ob wir die Zimmermädchen ausbilden wollen oder die Hotelmanager?“ Für Reitz ist dabei die Zusammenarbeit mit einer bestehenden Hochschule denkbar, die am Tegernsee eine Filiale eröffnen könnte. Erste Gespräche mit Hochschulen hat Reitz, der selbst zwei Jahre als Entwickler an der privaten Zeppelin-Universität am Bodensee tätig war, bereits geführt, darunter mit der Ludwig-Maximilians-Universtität (LMU) in München. Mit seiner Initiative erhofft er sich, dass das Geld lokaler Förderer wie etwa Otto Beisheim in Zukunft im Landkreis verbleibt und nicht mehr abfließt: So hatte Beisheim, der seinen Zweitwohnsitz am Tegernsee hat, der Wissenschaftlichen Hochschule für Unternehmensführung (WHU) im Rheinland Anfang der 1990er Jahre einen hohen zweistelligen Millionenbetrag gespendet, seither firmiert sie unter dem Namen WHU- Otto Beisheim School of Management. Aber auch junge Nachwuchskräfte und ihr Know-how sollen dem Landkreis erhalten bleiben. Wie Reitz betonte, gibt es etliche Unternehmen im Landkreis, die in der Tourismus- und Gesundheitsbranche tätig sind und ihre Ausbildung intern organisieren. „Diese Firmen wären eventuell auch bereits, sich zu engagieren“, hofft der SMG-Geschäftsführer. „Darüber hinaus könnte sich eine Hochschule im Tegernseer Tal auch auf andere Bereiche, wie zum Beispiel die Gastronomie, positiv auswirken“, führte er weiter aus. Mögliche Standorte hat die SMG bereits ausgemacht: Mit dem seit Jahren leer stehenden Gut Kaltenbrunn in Gmund, dem Tegernseer Schloss und dem Areal rund ums das Jodschwefelband in Bad Wiessee benannte Reitz ein „Bildungsdreieck Tegernsee“. Der letztgenannte Standort könnte nach den Vorstellungen von Reitz den medizinischen Aspekt in der Ausbildung abdecken. Landrat Jakob Kreidl wollte den Standort in Tegernsee aber nicht falsch verstanden wissen. Es sei zwar zu erwarten, dass die Zahl von 950 Schülern am Gymnasium spätestens 2014 zurückgehen werde, wenn in Holzkirchen das neue Gymnasium seinen Betrieb aufnehme. „Der Fortbestand des Tegernseer Gymnasiums ist darüber hinaus aber gesichert“, so sein Versprechen. „Dennoch könnten dann Räume frei werden, die für eine Hochschule zur Verfügung stünden“, sagte der Landrat. Insgesamt zeigte sich Kreidl von der Idee begeistert: „Dann hätten wir von der Grund- über die Fachober- bis zu Hochschule alles im Landkreis versammelt“, schwärm- te er. „Das wäre das Sahnehäubchen für unseren Bildungs-Landkreis!“

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