Ein Stück Einstellungssache

Bad Wiessee: Erstes Treffen der Arbeitsgruppe „Entwicklung des Badeparks“

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Dem Wiesseer Badepark soll neues Leben eingehaucht werden.

Bad Wiessee – Projektentwickler Helmut Karg stellte jüngst dem Bad Wiesseer Gemeinderat die ersten Ergebnisse der Arbeitsgruppe „Entwicklung des Badeparks“ vor. Zielsetzung ist die Steigerung der Attraktivität und der Wirtschaftlichkeit. Aber auch die Verbindung mit dem Jodschwefelbad ist ein Thema. Wenngleich es hier im Gemeinderat unterschiedliche Ansichten gab.

Der im Kern schon 50 Jahre alte Badepark soll nach seiner Generalsanierung am Markt neu positioniert werden. Potential sieht Karg vor allem bei den Übernachtungsgästen: „In den ersten neun Monaten dieses Jahres waren von den insgesamt 108.734 Besuchern lediglich etwa vier Prozent Übernachtungsgäste. Andere Kurorte haben da einen Anteil von etwa 70 Prozent.“ In Zusammenarbeit mit den Vermietern sollen daher Pakete geschnürt werden, die sich speziell an diese Gruppe richten. Aber auch ihrer sozialen Verantwortung möchte die Gemeinde Rechnung tragen und das Leistungsspektrums für Schulen und Vereine anpassen. Dasselbe gilt für Familien, die derzeit etwa ein Drittel der Badegäste ausmachen. Wie Karg sagte, verdient die Gemeinde mit Familien zwar kein Geld, das müsse sie aber bei einer ansonsten guten Auslastung auch nicht. Durch die Nähe zum Jod-Schwefelbad möchte Karg den neuen Badepark als Erholungs- und Gesundheitseinrichtung nicht zu abgehoben, aber dennoch im oberen Preissegment einordnen. Der Grundriss des neugestalteten Innenbereiches soll den Badegästen mehr Platz bieten und zum Verweilen einladen. Um einen „Club-Charakter“ zu schaffen, müssen Zwischenwände und Barrieren weichen. Weiterhin soll die nach Kargs Bewertung als „energetische Katastrophe und inzwischen natürlich gewachsenes Milchglas“ eingestufte Glasfront verschoben werden, um attraktive und wassernahe Liegeplätze zu gewinnen. Ebenso steht die Aufwertung des Eingangsbereiches im Aufgabenheft ziemlich weit oben: „Die Höhe und Gestaltung des Eingangsbereiches spielt nach außen hin eine wichtige Rolle. Das muss Lust auf mehr und neugierig machen“, empfahl Karg. Eine Idee der Arbeitsgruppe, die bisher noch gar nicht gespielt wurde, ist eine Panorama-Sauna im ersten Stock. Von dort aus könnten die Gäste dann das gesamte Tegernseer Tal überblicken.

Uneins war das Gremium über die Verbindung zwischen Badehaus und Badepark. Ein Hauptproblem wäre nach derzeitigem Planungsstand die gemeinsame Umkleidekabine. Bürgermeister Peter Höß (Wiesseer Block) argumentierte dafür und empfahl die beiden Architekturen unter einen Hut zur bringen: „Wir sollten den Gästen des Badehauses schon die Möglichkeit geben, auch den Badepark zu nutzen. Das müssen wir im Hinterkopf behalten, auch wenn diese Entscheidungen in die nächste Wahlperiode fallen.“

In einem gemeinsamen Eingangsbereich und Umkleidetrakt sieht Ingrid Versen (CSU) jedoch den Todesstoß für das Jod-Schwefelbad: „Die Privats­phäre der Badehausgäste muss unbedingt gewahrt bleiben.“ Sie verlangte dazu eine niedergelassene Augenärztin anzuhören: „Die hiesige Ärzteschaft muss das mittragen.“ Ihre Einschätzung, dass eine Verbindung der beiden Einrichtungen zudem eine Geruchsvermischung mit dem der gechlorten Becken zur Folge hätte, teilte auch Fraktionskollege Kurt Sareiter. Derzeit wird die Luft aus der Interimslösung des Badehauses nach Höß Meinung recht erfolgreich abgesaugt. Karg meinte, dass dies auch ein Stück weit Einstellungssache sei: „Wenn es eine Gesundheitseinrichtung sein soll, dann stinkt es nicht, sondern es riecht nach Gesundheit.“

Bezüglich der endgültigen Planung riet er zur Besonnenheit: „Der Neubau legt uns mindestens auf die nächsten 20 Jahre fest. Spätere konzeptionelle Änderungen sind mit massivem Aufwand und Kosten verbunden.“ Eine Kostenschätzung für das Projekt sei nach Kargs Ausführungen deswegen auch erst möglich, wenn das Konzept stehe und durch einen Architekten durchgeplant werden könne.

hac

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