Namensvergabe für Vierbeiner

Susi ist der beliebteste Name – zumindest in den Kuhställen zwischen Watzmann und Zugspitze

Naturland-Hof der Familie Ramstetter
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Auf dem Naturland-Hof der Familie Ramstetter vergeben oft die Kinder die Namen an die Kälbchen. Maria Ramstetter mit „Elli“ und Andreas und Julia Ramstetter mit „Hanna“.

Landkreis – Nicht nur Kinder bekommen einen Namen, sondern auch Kühe. Dabei trifft traditionelle Namensvergabe auf kreative Einfälle.

Susi, Bella und Heidi sind die beliebtesten Namen – in bayerischen Kuhställen. Auch im Einzugsgebiet der Molkerei Berchtesgadener Land, so auch im Landkreis Miesbach, sind es die derzeit am häufigsten vorkommenden Kuhnamen. Das bestätigt das Landeskuratorium der Erzeugerringe für tierische Veredelung in Bayern (LKV Bayern) als Herausgeber des bayerischen Kuhnamensverzeichnisses. Ein Blick hinein verrät dabei nicht nur viel über Kreativität und Humor zahlreicher Landwirte, sondern auch über den Bezug zu den Tieren. Denn, dass die Kühe einen Namen bekommen, steht für die Landwirte der Molkerei Berchtesgadener Land außer Frage.

Dabei tragen die Kühe innerhalb einer Kuhfamilie traditionell Namen mit dem gleichen Anfangsbuchstaben. Eine „Walli“ bekommt also eine „Wyoming“. So behalten die Landwirte leicht den Überblick über die verwandtschaftlichen Beziehungen und damit über genetisch vererbte Eigenschaften wie Vitalität, Klauengesundheit, Fitness und Milchleistung.

Auch die Familie Ramstetter aus Rückstetten, die Naturland-Biomilch an die Molkerei Berchtesgadener Land liefert, handhabt die Namensgebung so. Oft dürfen die drei Kinder der Familie, Maria, Julia und Andreas, dem tierischen Nachwuchs einen Namen geben so wie bei Elli und Hanna. Mit Hanna haben sie dem Kälbchen von Herzerl dabei einen der aktuell beliebtesten Mädchenvornamen gegeben. Auf dem Hof der Ramstetters gehört die Namensvergabe schon mal als Gesprächsthema an den heimischen Ecktisch. „Da schauen wir schon mal Namenslisten an und entscheiden dann gemeinsam“, erklärt Martina Ramstetter. Eine „Susi“ gibt es bei den Ramstetters im Stall natürlich auch.

Elba liegt auf einer Weide in Oberbayern

Familie Koller, die auf ihrem Bergbauern-Hof in Bischofswiesen auch Ferien auf dem Bauernhof anbietet, bekommt bei der Namensvergabe im Sommer oft Hilfe von den Gästekinder: „Für unsere kleinen Gäste ist das natürlich was ganz Besonderes, wenn sie für die Neugeborenen den Namen aussuchen dürfen“, sagt Kathi Koller. Nicht selten bekommt sie dann im Winter Briefe von den Gästekinder, die nach ihren Kälbchen fragen. Die meisten sind Stammgäste und besuchen ihr Kälbchen dann im Folgejahr auf der Mordau- oder Lattenbergalm, wo diese den Sommer über verbringen.

Während Eltern bei der Namensfindung für ihre Kinder freier sind bei der Auswahl des Anfangsbuchstaben, sind der Fantasie der Landwirte sonst keine Grenzen gesetzt. Neben den traditionellen Namen Alma und Gabi, die sich in den bayerischen Ställen weiterhin großer Beliebtheit erfreuen, finden sich auch von Disney inspirierte Namen wie Arielle und Elsa. In den Kuhställen zwischen Watzmann und Zugspitze steht schon mal Flamingo neben Rehlein, Freche trifft auf Eleganz und Elba liegt auf einer Weide in Oberbayern. Sommer, Sonne und Schnee gibt es auf bayerischen Almen auch mit vier Beinen und freilich gibt es immer ein Platzerl für Spatzl und Zuckerl in den Ställen entlang der Alpen. ksl

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