Aufräumen unter Wasser

Zahlreiche Sporttaucher befreien Wiesseer Bucht im Tegernsee von Unrat

22 Sporttaucher befreiten den Grund der Wiesseer Bucht im Tegernsee von Abfall
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22 Sporttaucher befreiten den Grund der Wiesseer Bucht im Tegernsee von Abfall, darunter Initiator Nicki Groiss (stehend, 4.v.r.). Bürgermeister Robert Kühn (Mitte) wünschte viel Glück.

Bad Wiessee – Zum Aufräumen unter Wasser trafen sich jüngst 22 Taucher in der Wiesseer Bucht am Tegernsee.

Jetzt wird aufgeräumt – unter diesem Motto stand kürzlich eine Aufräumaktion in der Wiesseer Bucht, organisiert von der Tauchschule Seegeist in Bad Wiessee. Ziel war, den Tegernsee in diesem Bereich von allen möglichen Fremdkörpern zu befreien, die sich im Lauf der Zeit auf dem Seegrund angesammelt haben.

Insgesamt 22 Taucher in voller Montur und zwei Helfer fanden sich dazu an der Seepromenade ein, um dem Müll zu Leibe zu rücken. Das regnerische Wetter konnte kaum jemanden vom Teilnehmen abbringen – sie sind schließlich an das nasse Element gewöhnt.

Rund zwei Stunden im Wasser

Der Starkregen tags zuvor hatte zudem einen kleinen positiven Effekt mit sich gebracht, sagt Nicki Groiss, Leiter der Tauchschule und Initiator der Aktion. Durch Kieselalgen, die das Wasser im Sommer türkisfarben erscheinen lassen, sei die Sichtweite unter Wasser eingeschränkt. Der Regen habe da für eine etwas bessere Sicht gesorgt.

Auch Bad Wiessees Bürgermeister Robert Kühn fand sich ein, um den Teilnehmern für ihr ökologisches Engagement zu danken und „Gute Luft“ unter Wasser zu wünschen. Pünktlich um 8 Uhr wurden dann die Teams eingeteilt, die jeweils einen zugewiesenen Bereich der Bucht durchkämmten. Rund zwei Stunden waren die Suchtrupps unter Wasser unterwegs. Der dichte Bewuchs auf dem Grund der Bucht machte zwar die Suche nicht eben leichter. Trotzdem kam so Einiges zum Vorschein, was in einem Gewässer nichts zu suchen hat: Vor allem Zigarettenkippen und Flaschen fanden die Taucher – darunter auch acht noch volle Bierflaschen.

Spektakuläre Stücke im Tegernsee

Aber auch etwas spektakulärere Stücke konnten gehoben werden: So war der erste Gegenstand, den Groiss selbst an Land brachte, der Dichtungsgummi einer Windschutzscheibe inklusive Scherben in unmittelbarer Nähe des Bootsstegs. Der nächste war dann – nicht unpassend – ein Halteverbotsschild, an dessen Rand sich mehrreihig Muscheln angesiedelt hatten. Ein Team konnte einen Benzinkanister bergen.

Besonders kurios war ein weiterer Gegenstand, der fast Nostalgiewert hat: Ein Kinderfahrrad, das wohl aus den 1950er Jahren stammen dürfte, wie Groiss vermutet: „Solche Modelle werden wohl schon lange nicht mehr hergestellt.“ Durch die jahrzehntelange Einlagerung im Tegernsee waren die Speichen völlig weggerostet und hatten sich aufgelöst. Am Ende zeigte sich, dass sich die Aktion durchaus gelohnt hat: Der aufgefischte Abfall füllte zwei ganze Mörtelwannen.

Umweltschutz im Fokus

Spaß am Sport sei nicht die Hauptmotivation dafür gewesen, die Aktion auf die Beine zu stellen, sagt Groiss. An erster Stelle stehe ganz klar der Umweltschutz: „Als Taucher liebt man natürlich das kühle Nass und achtet auf einen schonenden Umgang mit der Natur.“ Seine Tauchschule habe sich dementsprechend auch materiell eingebracht. So stellte Groiss gratis die Luft für die Tauchgänge bei der Aktion und teilweise auch die Ausrüstung.

Unterstützung kam auch von einigen Sponsoren: Das Brauhaus Tegernsee spendierte einen Kasten Bier. Den ertauchte sich das Team, das die meisten Flaschen aus dem See holte. Mares, Hersteller von Tauchausrüstung, sponserte zwei Tauchmasken und Käppis. Einen gemütlichen Abschluss des Unternehmens spendierte der Tauchverband IDA (International Diving Association): Ein gemütliches Weißwurstfrühstück in Eddys Bodega. ger

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