Ärger um „Saustall“

Problem-Container in Tegernsee bleibt – mit einem Haken

Der vermüllte Papiercontainer an der Klosterwachtstraße in Tegernsee führt zu Diskussionen im Stadtrat.
+
Der vermüllte Papiercontainer an der Klosterwachtstraße in Tegernsee führt zu Diskussionen im Stadtrat.

Tegernsee – Der Tegernseer Stadtrat hat erneut darüber diskutiert, wie der vermüllte Papiercontainer an der Klosterwachtstraße in den Griff zu bekommen ist.

Die Frage nach angemessenen Maßnahmen, um etwas gegen den vermüllten Altpapiercontainer an der Klosterwachtstraße in Tegernsee zu unternehmen, wurde in der jüngsten Sitzung des Stadtrats nun doch beantwortet. Der Container bleibt und wird eingezäunt – jedoch nur temporär. Im Sommer soll die Situation neu bewertet werden.

Wie Bauhofleiter Anian Hölzl erklärte, habe sich herausgestellt, das 60 bis 70 Prozent des Inhalts von außerhalb, teils sogar aus dem Münchner Hinterland kämen. Problematisch sei, dass neben Papier oft andere Materialien in den Container geworfen würden. Wenn der Anteil von Fremdmaterial, das von den Mitarbeitern im Bauhof soweit möglich aussortiert werde, zu groß ist, würde der sonst wiederverwertbare Inhalt in Müllverbrennungsanlagen enden. Daher ist das Thema auch in puncto Umweltschutz relevant.

Bürgermeister Johannes Hagn forderte daher, eine zweite Überwachungskamera anzuschaffen. Sebastian Lorenz (CSU) befürchtete, dass ein geplanter Zaun um das Areal nur dazu führen werde, dass entsprechendes Material davor abgelegt wird. Dies würde immerhin das Sortieren erleichtern, sagte Anian Hölzl dazu. Thomas Mandls (SPD) Vorschlag, einen eigenen Wertstoffhof zu errichten, wiesen Hagn und andere Stadtratsmitglieder als unpraktikabel ab. Es fehle zudem an einer geeigneten Fläche in der Stadt. Den Vorschlag des Bürgermeisters, den Container abzuschaffen, wollte Anton Lengmüller (FWG) trotzdem ausschließen. Die Situation sei nicht tragisch und würde sich relativieren, wenn die Wertstoffhöfe wieder regulär öffnen. Außerdem würde man die unschuldige Minderheit – nämlich die Tegernseer Bürger – bestrafen, wenn der Container abgeschafft werde.

Florian Kohler (Bürgerliste) forderte, dass die Strafhandlungen am Container konsequenter verfolgt werden. Wenn man an der Klosterwachtstraße Falschparker kontrolliere, könne man dies auch mit den „Müllschweinen“ tun, wie er meinte. Er schlug außerdem vor, den Container häufiger zu leeren.

Dies sei vom Vivo-Kommunalunternehmen jedoch nicht vorgesehen, erklärte Anian Hölzl, und auch nicht nötig. Wenn die Kartons ordnungsgemäß zerkleinert würden, wäre das Füllvolumen ausreichend. Es fänden sich aber häufig unzerteilte Kartons, „die teils ganze Gartengarnituren beherbergt haben“. Den Versuch, durch einen halb geschlossenen Deckel zu verhindern, dass große Objekte eingeworfen werden, hätten technisch versierte Besucher vereitelt, indem sie auf eigene Faust den hydraulischen Öffner des Containers bedient hätten.

Schließlich fand Manuela Brandl (Bürgerliste) doch noch eine Alternative zum Zaun: Den großen Container durch mehrere kleine Behälter für die Tegernseer Bürger ersetzen. Bauhofleiter Anian Hölzl durfte sich für eine Alternative entscheiden und wählte den Zaun. Der Tegernseer Papiercontainer bleibt also. Ein beweglicher Zaun für 900 Euro, der von Bauhofmitarbeitern auf- und abgeschlossen wird, soll die Müllberge verhindern. mfi

Auch interessant

Meistgelesen

Warum Holzkirchens Gemeinderäte nicht mit Lob für den Haushalt sparen
Warum Holzkirchens Gemeinderäte nicht mit Lob für den Haushalt sparen
Mountainbiker schlägt Gebietsbetreuer: So reagiert der Landkreis
Mountainbiker schlägt Gebietsbetreuer: So reagiert der Landkreis
Neues Boardinghouse beim Bayerischen Hof eröffnet bald
Neues Boardinghouse beim Bayerischen Hof eröffnet bald
Grüne und SGT fordern mehr Schutz für das Grea Wasserl in Kreuth
Grüne und SGT fordern mehr Schutz für das Grea Wasserl in Kreuth

Kommentare