Kommunalwahl 2020

SPD will in Tegernsee den Bürgermeister und eine starke Fraktion stellen

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Die Landesvorsitzende der Bayern-SPD, Natascha Kohnen, wünschte Thomas Mandl für den Wahlkampf um das Amt des Tegernseer Bürgermeisters viel Glück und sicherte ihm Unterstützung zu.

Tegernsee – Die Genossen nominieren Thomas Mandl. Doch die SPD will in Tegernsee nicht nur den Bürgermeister, sondern auch eine starke Fraktion stellen.

Bei der Kommunalwahl 2020 möchte der SPD-Ortsverein Tegernsee mit Thomas Mandl (61) den Bürgermeister stellen und mit einer starken Fraktion in den Stadtrat einziehen. Mandls Nominierung und die Aufstellung der Listenkandidaten erfolgte kürzlich im Seehotel zur Post mit neun Stimmen einmütig. Mit zehn Namen wurde die Liste allerdings nicht ganz voll.

Der Vorschlag, Mandl als Bürgermeisterkandidat aufzustellen, kam aus der Versammlung. „Ich bin darauf nicht ganz unvorbereitet, wenngleich ich es lieber gesehen hätte, wenn wir eine Frau hätten aufstellen können“, gab Mandl zu, erklärte sich aber bereit, für die Genossen in den Ring um das Amt des Tegernseer Bürgermeisters zu steigen. Das hatte Mandl bereits 2014 gemacht, unterlag dabei aber Amtsinhaber Johannes Hagn (CSU) mit 896 zu 722 Stimmen. Bekannt wurde Mandl, der bereits seit drei Wahlperioden im Stadtrat sitzt, unter anderem durch sein Engagement gegen den Bau des Almdorfes. Statt blinder Bauwut sollte sich nach Mandls Meinung die Stadt lieber um die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum kümmern. „Natürlich wird das ohne eine maßvolle Nachverdichtung nicht gehen, aber das Bauen in Außengebieten muss die Ultima Ratio sein.“

Für Mandl, der sich als Fan von genossenschaftlichem Bauen bezeichnete, hängt die Zukunft Tegernsees als Urlaubsdestination außerdem von dem Bekenntnis zu einem naturnahen und sanften Tourismus ab: „Wir dürfen nicht den Ast absägen, auf dem wir sitzen.“ Landschafts-, Klima- und Artenschutz stehe deswegen mit ganz oben auf der Liste der Dinge, um die er sich kümmern möchte. Alle Entscheidungen des Stadtrates sollen daher unter dem Gesichtspunkt des Klimaschutzes geprüft und entschieden werden. Dazu soll auch der von der SPD-Fraktion ins Spiel gebrachte Energienutzungsplan als effizientes Instrument dienen. „Es muss gelten, nicht die günstigsten, sondern die nachhaltigsten Lösungen zu finden“, unterstrich Mandl seine Forderung und sagte in Richtung des Grünen-Ortsverbandes Tegernseer Tal: „Das, was die Grünen wollen, machen wir im Stadtrat schon seit sechs Jahren.“

Die sechs bei der Aufstellungskonferenz anwesenden SPD-Stadtratskandidaten waren (v.l.): Laura Mandl, Stefanie Scharold, Thomas Mandl, Marno Morunga, Dubrovka Novosel und Christine Negele.

Neben ökologischen Themen hat sich Mandl eine stärkere Bürgerbeteiligung auf die Fahnen geschrieben. Es reiche demnach nicht, die Bürger nur alle sechs Jahre zur Urne zu bitten. Was herauskommt, wenn der Stadtrat im stillen Kämmerlein Themen von allgemeinem Interesse entscheide, zeigte sich laut Mandl am Neubau des Feuerwehrhauses: „Der zweifelhafte Erfolg war die Gründung einer Bürgerinitiative.“

Gerne hätte die SPD-Fraktion bereits in den vergangenen Jahren die Bürgerbeteiligung gestärkt und etwa die Bürger danach gefragt, wie sie zur Parkplatzgestaltung in Tegernsee stehen: „Die Anwohner sind doch die Spezialisten, die die Situation tagtäglich mitbekommen“, sagte Mandl und verwies in diesem Zusammenhang auch auf die Ablehnung des SPD-Antrages zur Modernisierung der Homepage der Stadt Tegernsee, damit die Bürger darüber direkt mit der Stadt hätten kommunizieren können. Als großen Erfolg wertete Mandl hingegen den Antrag der SPD-Fraktion für die Einführung des Seniorentickets, das Bürgern ab 65 Jahren freie Fahrt in den RVO-Bussen ermöglicht.

Die Kandidaten der SPD:

1. Thomas Mandl, 2. Laura Mandl, 3. Marno Morunga, 4. Christine Negele, 5. Roman Ederl, 6. Dubrovka Novosel, 7. Henning Möller, 8. Stefanie Scharold, 9. Friedrich Enders, 10. Martina Ederl.

Zur Nominierungsversammlung war sogar die Landesvorsitzende der Bayern-SPD, Natascha Kohnen, angereist. Oberstes Ziel müsse es nach ihren Worten sein, dass die Menschen wieder Vertrauen in den Staat bekommen. „Ich komme selbst aus der Basis und weiß um die Wichtigkeit kommunaler Politik. Auch hier gilt es, eine Politik der sozialen Werte, der Ehrlichkeit und des Vertrauens zu machen“, sagte sie und versprach den Tegernseer Genossen dafür ihre Unterstützung. Mandls Dank fiel höflich aus, als er ansprach, dass die Querelen der SPD in München und Berlin in der Basis nicht gerade hilfreich sind: „Es wäre besser, sich weniger mit sich selbst zu beschäftigen und gemeinsam an einem Strang zu ziehen und nach vorne zu gehen.“

„Lasst uns das mächtige Häuflein sein“, schwor Thomas Mandl schließlich seine Truppe in Anspielung auf so bezeichnete fünf russische Komponisten aus dem 19. Jahrhundert ein, nun engagiert in den Wahlkampf zu gehen. Am 15. März wird gewählt. hac

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