Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal kritisiert Bauprojekt

Protest gegen Umbau des Hotels "Der Westerhof"

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Wird das Hotel „Der Westerhof“ in Tegernsee bald eine Großbaustelle?

Tegernsee - Ein luxuriöses Gesundheitshotel soll an der Olaf-Gulbransson-Straße entstehen. Doch gegen den Koloss regt sich vehementer Protest.

Es dürfte ein ziemlicher Koloss werden, der da momentan in Tegernsee geplant wird: Das Hotel „Der Westerhof“ soll komplett umgestaltet werden – mit bis zu 270 Betten in Gästezimmern, Suiten und Chalets sowie zirka 50 Betten in Zimmern oder Appartements für Betriebsangehörige. Um die 15.000 Quadratmeter Grundfläche würden bebaut – das entspricht etwas mehr als zwei Fußballfeldern. Aus dem jetzigen Bau soll ein luxuriöses Gesundheitshotel werden, das sich an den Berghang schmiegt und weithin sichtbar wäre – doch dagegen regt sich Protest.

„Die Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal (SGT) lehnt auch den geänderten Bebauungsplan vehement ab und erneuert ihre Kritik vom 20. Dezember 2013 und 30. Mai 2018“, heißt es in einer Stellungnahme, die auch unserer Redaktion vorliegt. „Wir werten das Bauvorhaben als nicht wieder gut zu machenden Eingriff in das Ökosystem am Waldrand des Großtegernseer Berges.“ Zwar steht ein Großteil des Stadtrates hinter dem Projekt. Dennoch gibt es auch kritische Stimmen, wonach der Neubau an der Olaf-Gulbransson-Straße zu wuchtig wird.

Vor allem aus ökologischer Sicht wird das Projekt kritisch betrachtet. „Vorgesehen ist der komplette Abriss aller bestehenden Gebäude und der Neubau eines Hotelkomplexes mit insgesamt neun neuen Bauten“, heißt es vonseiten der SGT. „Daraus ergibt sich eine Verdoppelung der versiegelten Fläche und eine Verdreifachung der Bettenzahl. Von der Seeseite sichtbar werden neuneinhalb Geschosse mit einer Gesamthöhe von 38,5 Metern, womit sogar die Schlossfassade übertroffen wird.“

Kann das wirklich gewollt sein? Nicht nur die Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal kritisiert das Projekt. Auch über 50 Privatleute haben bislang Einspruch bei der Stadtverwaltung erhoben. Bis zum 7. Oktober lagen die Unterlagen zum Bebauungsplan nochmals im Rathaus aus. Die Einwände müssen nun geprüft und diskutiert werden.

„Wie kann man seine Seele, den geschichtsträchtigen Platz Westerhof, gegen eine seelenlose Bettenburg verkaufen“, heißt es in einem Brief an die Stadtverwaltung. „Unser Tal wird gerade überflutet von bauwütigen Immobilienunternehmen, die jeden Quadratmeter Heimatboden zu Geld machen“, heißt es in einem weiteren Schreiben.

Der heutige Westerhof war einst einer der größten Klosterhöfe des Tegernseer Tals. Seit 1017 diente der Ort als Rekreationsort der Benediktinermönche. „Mit den heutigen Plänen für Abriss und Neubau wird von dem einst geschichtsträchtigen Ort nichts übrigbleiben“, kritisiert die SGT. „Es abzureißen ohne einen Versuch, es in ein neues Gebäudeensemble zu integrieren und zumindest den Hofcharakter zu erhalten, zeugt von Respektlosigkeit gegenüber der alten Tradition des Klosterhofs.“

Der Stadtrat hat das letzte Wort. Daher bittet die SGT die Tegernseer Stadträte, die Entscheidung im Interesse aller Bürger und Gäste nochmals zu überdenken. ksl

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