Lob für Zahlenwerk

Tegernsees Stadträte beschließen umsichtigen Haushalt für das Jahr 2021

Neubau der Feuerwehr an der Hochfeldstraße in Tegernsee
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Eine der größten Investitionen der Stadt Tegernsee ist aktuell der Neubau des Feuerwehrhauses.
  • VonKatja Schlenker
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Tegernsee – Der Haushaltsplan der Stadt Tegernsee für das Corona-Jahr 2021 steht. Zahlreiche Investitionen sind geplant, vor allem an der neuen Feuerwehr.

Den Haushaltsplan für 2021 hat Kämmerer Jürgen Mienert in der jüngsten Sitzung des Tegernseer Stadtrats vorgestellt. Was kann die Kommune sich in den nächsten Jahren noch leisten? Wie wirkt sich die Corona-Pandemie auf den Etat aus? Dazu gingen die Meinungen im Gremium auseinander.

Der Verwaltungshaushalt ist 2021 mit rund 15,6 Millionen Euro veranschlagt und damit um 1,65 Millionen Euro höher als die Ansätze aus dem Vorjahr, erklärte Kämmerer Jürgen Mienert. „Der wesentliche Unterschied ist auf der Einnahmenseite eine gegenüber dem Nullansatz im Jahr 2020 wieder geplante Gewerbesteuereinnahme in Höhe von 3,3 Millionen Euro“, sagte er.

Corona-Pandemie sorgt für Einbußen

Wegen der andauernden Corona-Pandemie mussten andere Einnahmequellen, die in Zusammenhang mit dem Bereich Tourismus stehen, jedoch niedriger angesetzt werden.Bei Kur- und Fremdenverkehrsbeitrag rechnet die Stadt allerdings mit staatlicher Unterstützung.

Auf der Ausgabenseite ist es vor allem die Kreisumlage, welche die Stadtkasse belastet. Diese steige um weitere 811.000 Euro auf rund 4,67 Millionen Euro und damit auf einen historischen Höchststand, wie der Kämmerer erläuterte. Jedoch berechnet sich die Kreisumlage immer auf Basis vor zwei Jahren. Folglich könne die Stadt 2022 mit einer deutlich niedrigeren Summe rechnen.

Feuerwehrhaus als größte Investition

Der Vermögenshaushalt in Höhe von zirka 8,4 Millionen Euro ist 2021 um 709.000 Euro höher als im Vorjahr. An Investitionen sind 2021 etwa 7,9 Millionen Euro eingeplant. Ein Großteil dieser Summe fließt in das neue Feuerwehrhaus an der Hochfeldstraße. „Somit erreicht der Gesamthaushalt ein Volumen von 24 Millionen Euro gegenüber 21,67 Millionen Euro im Jahr 2020, was eine Steigerung von etwa 2,36 Millionen Euro bedeutet“, lautete das Fazit des Kämmerers. Die Rücklagen betragen aktuell etwa 12 Millionen Euro. Der Schuldenstand der Stadt wird sich im Laufes des Jahres um etwa 1 Million Euro erhöhen.

Großes Lob für das von Jürgen Mienert vorgetragene und zuvor umsichtig erstellte Zahlenwerk gab es anschließend von den Stadträten, aber auch ein wenig Kritik an der generellen Situation. „Da kommen mit Bauhof und Leebergstraße noch einige Brocken auf uns zu und der finanzielle Spielraum wird in den nächsten Jahren sicher erheblich eingeschränkt sein“, sagte Ursula Janssen (Grüne). Sie appellierte, in Zukunft anders zu investieren, in das Zusammenleben in der Gemeinde und das Wiederbeleben des Wochenmarktes.

Klausur für Ideen zu Zukunft

Das sah Andreas Obermüller (FWG) anders, nachdem er zum 20. Mal ein Werk dieser Art durchgearbeitet habe, wie er sagte. „Die Stadt ist voll handlungsfähig“, erklärte er. „Wir haben die Weichen richtig gestellt, sonst müsste der Stadtrat Korrekturen vornehmen.“ Dass man auch in dieser schweren Zeit Immobilien erwerben könne, sei ein wichtiges Zeichen, ebenso, dass alle Pflichtaufgaben erfüllt werden können.

„Es ist ein Haushalt, der zeigt, dass nicht über die Stränge geschlagen, sondern vernünftig kalkuliert wird“, resümierte Thomas Mandl (SPD). „Aber wir müssen überlegen, wie wir das Geld künftig auch mit einer schmalen Kasse ausgeben wollen.“ Dafür solle es eine Klausur geben, um Ideen zu sammeln, schlug Vize-Bürgermeister Michael Bourjau (FWG) vor.

Am Ende der Diskussion stimmten die Stadträte geschlossen für den Haushalt 2021. Somit sind auch die darin enthaltenen Investitionen wie beim neuen Feuerwehrhaus bewilligt. ksl

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