Ärger mit Container

Stadtrat Tegernsee diskutiert über „Saustall“ an der Klosterwachtstraße

Dieser Papiercontainer an der Klosterwachtstraße in Tegernsee sorgt für Unmut im Stadtrat.
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Dieser Papiercontainer an der Klosterwachtstraße in Tegernsee sorgt für Unmut im Stadtrat.

Tegernsee – Der Papiercontainer an der Klosterwachtstraße hat Bürgermeister Johannes Hagn nun zu einem Entschluss gebracht. Den muss der Stadtrat aber noch diskutieren.

Ein überfüllter Papiercontainer an der Klosterwachtstraße in Tegernsee hat jüngst während der konstituierenden Sitzung des Stadtrats für Diskussionsstoff gesorgt. Bürgermeister Johannes Hagn monierte, dass der Müllbehälter seit Längerem übermäßig genutzt werde und sich bei einem Sturm das aufgestapelte Altpapier weit über das umliegende Gelände verteilt habe.

Dieser Umstand sei für die Gemeindearbeiter eine Zumutung, erklärte der Bürgermeister. Sie hätten zwei Stunden benötigt, um den „Saustall“ aufzuräumen. Dass der Container überfüllt war, führte Hagn auch darauf zurück, dass Auswärtige und Gewerbetreibende diesen nutzen. Beweise dafür hätten durch eine extra installierte Überwachungskamera festgehalten werden können, erläuterte er. Auch habe Hagn schon persönlich Fremdkörper aus dem Container gefischt, wie er sagte, um sich davon zu überzeugen, dass der Müllbehälter mitunter auch illegal genutzt werde. Für den Bürgermeister liegt die Lösung des Problems auf der Hand: „Es wird in Tegernsee künftig keinen Papiercontainer mehr geben.“

Die Mitglieder im Stadtrat waren davon nicht alle überzeugt. Rudolf Gritsch (CSU) plädierte für mehr Kommunikation mit der Bevölkerung am Container selbst. Er sehe den Grund für die erhöhte Nutzung in der im Zuge der Corona-Pandemie durchgesetzten Schließung vieler Wertstoffhöfe im Umkreis. Der Plan zum Abbau des Papiercontainers sei daher ein bisschen unglücklich, wie er sagte.

Fraktionskollege Markus Schertler teilte diese Meinung und kritisierte die Maßnahme als ungerecht: „Es sind nur ein paar wenige, aber man bestraft alle.“ Auch Thomas Mandl (SPD) verwies auf die aktuelle Lage. Dass in den vorhergehenden Wochen nur der Bad Wiesseer Wertstoff geöffnet hatte, sei eine Sondersituation.

Ursula Janssen (Grüne) führte die Vermüllung eher auf das Handeln der Bevölkerung zurück: „Die misten jetzt alle aus und bestellen im Internet.“ Entsprechend forderte ihr Fraktionskollege Marcus Staudacher, dass der Papiercontainer häufiger geleert werde. Als Anlass für weitreichendere Schritte bewertete Anton Lengmüller von den Freien Wählern die Situation und verwies auf die Notwendigkeit eines eigenen Wertstoffhofs für die Stadt Tegernsee.

Dem umstrittenen Abbau des Papiercontainers widmet sich der Stadtrat nun bei seiner nächsten Sitzung. Ob dieser dann abgeschafft oder das Areal – wie von mehreren Stadträten vorgeschlagen – eingezäunt oder etwas ganz anderes probiert wird, muss sich dann zeigen. mfi

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