Auf dem Prüfstand

Tegernseer Stadtrat diskutiert über Tempo 30 und Maßnahmen für Radfahrer

Schild für Tempo 30
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Die Stadt Tegernsee will Tempo 30 in der Ortsmitte prüfen. Dadurch sollen auch mehr Anreize für Radfahrer geschaffen werden.

Tegernsee – Die SPD hat Vorschläge gemacht, wie das Tegernseer Tal fit für Radler werden kann. Der Stadtrat will nun Tempo 30 auf der B307 prüfen lassen.

Die SPD-Fraktion hat vor Kurzem Vorschläge gemacht, wie das Tegernseer Tal fit für Radfahrer werden kann. Über einige hat der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung diskutiert. Mit eindeutigem Ergebnis.

Im Wesentlichen geht es um drei Punkte, die der Tegernseer Bauausschuss bereits vorbesprochen hatte:

  • Mit dem Antrag wird vorgeschlagen, extra Fahrradständer für das Tegernseer Tal zu etablieren. Diese sollen einheitlich in allen fünf Gemeinden aufgestellt werden.
  • Zudem soll ein Radabend im Tegernseer Tal eingeführt werden. Ziel ist, dass Bürgermeister und zuständige Mitarbeiter in den Verwaltungen regelmäßig darüber berichten, welche Maßnahmen und Pläne es aktuell gibt, um den Radverkehr zu fördern.
  • Des Weiteren soll geprüft werden, die Geschwindigkeit in den Orten auf 30 km/h festzulegen, um die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer zu verbessern.

„Der Antrag wurde in alle Stadt- und Gemeinderäte im Tal eingebracht“, erklärte Bauamtsleiterin Bettina Koch. „Daher haben sich die Bürgermeister des Tegernseer Tals mit dem Antrag befasst.“

Das Ergebnis: Die zertifizierten Fahrradständer der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern (AGFK), in der alle Talgemeinden Mitglied werden wollen, werden als ausreichend angesehen. Es sei nicht ersichtlich, inwiefern einheitliche Fahrradständer den Radverkehr fördern sollten. Ähnlich ist es bei den Radabenden, denn Stammtische gibt es bereits und die Bürgerversammlungen werden derzeit als ausreichend angesehen, um zu informieren.

Tempo 30 in Tegernsee: Akzeptanz umstritten

Mehr zu diskutieren gab es beim Thema Tempo 30. Dies könne im Rahmen von Verkehrskonzepten und Lärmaktionsplänen geprüft werden. „Die Akzeptanz in der Bevölkerung ist umstritten“, erklärte Bettina Koch. „In Tegernsee könnte eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h im Bereich der Hauptstraße zwischen Marina und Arkaden angedacht werden, da dort keine ausreichenden Fahrradwege zur Verfügung stehen.“

Bürgermeister Johannes Hagn sagte, dass diese Maßnahme nur zusammen mit Bad Wiessee umgesetzt werden könne, damit sich der Verkehr nicht auf die andere Uferseite verlagere, wenn Tegernsee Tempo 30 einführt. Außerdem schlug er vor, dies zunächst nachts zu etablieren, um mehr Lärmschutz zu erreichen.

Tempo 30 in Tegernsee: Landratsamt muss auf B307 entscheiden

Rudolf Gritsch (CSU) fand den Vorschlag nett, merkte aber an, dass zwischen 22 und 6 Uhr nur wenige Radfahrer unterwegs seien. Generell begrüßte er den Vorschlag aber, da die begrenzte Geschwindigkeit für mehr Sicherheit für alle sorge und so Anreiz sein könne, dass sich mehr Leute aufs Rad trauen.

Der Stadtrat entschied sich am Ende einstimmig dafür, Tempo 30 für die Ortsmitte prüfen zu lassen. Das letzte Wort hat das Landratsamt in Miesbach, das für die Bundesstraße B307 zuständig ist. ksl

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