70 Jahre Kunst aus dem Tal

Tegernseer Kunstausstellung zeigt Künstler von damals und heute

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Kuratorin Eva Knevels und Bürgermeister Johannes Hagn eröffneten die Ausstellung, die noch bis Anfang Oktober läuft.

Tegernsee - Zum 70-jährigen Bestehen der Tegernseer Kunstausstellung haben sich die Veranstalter im Alten Schalthaus etwas Besonderes einfallen lassen.

Anno 1949 im Bräu­stüberl war es, als vier Künstlerkollegen – Ilse Hausner-Witschel, Herbert Beck , Thomas Baumgartner und Olaf Gulbransson – eine Kunstausstellung erdachten, die über die Jahrzehnte fester Bestandteil des kulturellen Lebens im Tegernseer Tal werden sollte. Somit kann das bedeutende, jährliche Forum für die Künstler am Tegernsee heuer 70-jähriges Bestehen feiern. Am vergangenen Freitagabend fand die vielbeachtete Vernissage der Jubiläumsausstellung im Alten Schalthaus statt.

Bereits im Vorfeld wurden seit Juni fünf Originalwerke der Gründer Baumgartner, Beck und Hausner-Witschel neben vielen Werken von Olaf Gulbransson im gleichnamigen Museum gezeigt. Parallel dazu stellen sich die heutigen Künstler mit einer Fotopräsentation kurz vor. Im Alten Schalthaus, das sich seit zehn Jahren als passender Rahmen für die Tegernseer Kunstausstellung bewährt, präsentieren 35 Künstler ihre aktuellen Werke. Die Palette reicht von Malerei über Grafik und Skulptur bis zu moderner Fotografie.

Detailreiche Aquarelle von Klaus Altmann sind ebenso zu sehen wie sphärische Acryl-Techniken von Heidi Barnstorf oder Kurt Gmeineder, faszinierende Szenen in Öl von Ekaterina Zacharova, plastische Gouache-Werke von Peter Keck oder die überraschenden Tegernsee-Eindrücke von Hans Schneider, dessen fünfteiliges Werk „Lake of Beauty“ wohl das formal größte der Ausstellung ist. Kuratorin Eva Knevels selbst zeigt ihre 24-teilige, fotografische Arbeit über 100 Jahre Bauhaus. Vor den Gemälden, Fotografien und Grafiken bieten sich vielschichtige Skulpturen von Otto Wesendonck, Lisa Mayerhofer, Waltraud Milazzo, Hilo Fuchs oder Ursula-Maren Fitz. Kunst zum Anfassen zeigt Klaus-Peter-Frank mit seinem „bookcase“ – Umblättern ausdrücklich erlaubt.

„Wir bemühen uns, neben den bekannten Künstlern auch immer wieder neue, junge Künstler einzuladen“, sagte Eva Knevels in ihrer Ansprache. „So soll die Ausstellung möglichst lebendig sein.“ Zum Jubiläum warf das Ausstellungsteam den Blick jedoch zurück auf die „alten“ Künstler. Eine Art Retrospektive, wie sie zunächst angedacht war, scheiterte an mangelhafter Dokumentation über die Kunstausstellung in den Tal-Medien, erzählte Bürgermeister Johannes Hagn und berichtete von der frustrierenden Recherche. Ganze 30 Jahre Berichterstattung über die Ausstellung und ihre Künstler würden vollständig fehlen. Zudem sei es nicht möglich gewesen, genug Werke der erwähnten Künstler für eine zweiteilige Ausstellung zusammenzubringen, bedauerte Hagn.

So sind im Alten Schalthaus nun zusätzlich zur zeitgenössischen Kunst einige Bilder der Gründer und Künstler zu sehen, die von Anfang an oder lange Zeit mit dabei waren, darunter Sepp Mohr, Vater von Kuratorin Knevels, Ludwig Gschoßmann und J. Quirin Lindinger, einst selbst Organisator der Ausstellung.

An der Präsentation der „alten“ Künstler schieden sich allerdings die Geister. Mancher empfand die Idee, die Leihgaben durch braune Stoffbahnen im Hintergrund hervorzuheben, als eher unglücklich. Umso glücklicher dürften am Eröffnungsabend die interessierten Besucher gewesen sein, sich mit den zahlreich anwesenden Künstlern persönlich unterhalten zu können. Deren Werke sind wie immer auch käuflich zu erwerben.

Den eigens aufgelegten Ausstellungskatalog und die Preisliste gibt es am Eingang zur 70. Tegernseer Kunstausstellung, die noch bis zum 6. Oktober täglich, von 14 bis 18 Uhr, im Alten Schalthaus, Hochfeldstraße 3, zu sehen ist. sko

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