Fit fürs Rad?

Diese 12 Eckpunkte braucht es für ein Radkonzept im Tegernseer Tal

Etwa 20 Teilnehmer haben bei der Radtour „Mit links um den Tegernsee“ der SPD-Ortsvereine geprüft, wie fit das Tal für die steigende Zahl an Radfahrern ist.
+
Etwa 20 Teilnehmer haben bei der Radtour „Mit links um den Tegernsee“ der SPD-Ortsvereine geprüft, wie fit das Tal für die steigende Zahl an Radfahrern ist.

Tegernsee – Wer am Tegernsee mit dem Fahrrad unterwegs ist, stößt auf Schwachpunkte. So wie die SPD-Ortsvereine, die nun zwölf Eckpunkte für ein talweites Radkonzept definiert haben.

Auf der von den SPD-Ortsvereinen organisierten Radtour „Mit links um den Tegernsee“ haben sich vor Kurzem knapp 20 Radler selbst ein Bild darüber gemacht, wie fit das Tal für die steigende Zahl an Radfahrern ist. „Es wurde großes Optimierungspotenzial ausgemacht“, berichtet Thomas Mandl, Vorstand der SPD-Tegernsee. „Im Nachklang der Tour haben wir zwölf Eckpunkte formuliert.“

12 Eckpunkte der SPD für ein Radkonzept für das Tegernseer Tal:

  1. Ziel und optimale Lösung sind klar getrennte Fahrbahnen beziehungsweise Verkehrsflächen für Kraftfahrzeuge, Radfahrer und Fußgänger.
  2. Fußwege mit der Zusatzangabe „Radfahrer frei“ sind meistens eng und gefährlich. Sie sollten die absolute Ausnahme sein. Die Bereiche für Fußgänger und Radfahrer sollten dann klar getrennt werden, um Unfälle und Konflikte zu verhindern.
  3. Radfahrer müssen – und sollen – oft auf der Straße fahren. Deshalb muss innerorts öfters Tempo 30 als verbindliche Geschwindigkeit auf der Bundesstraße festgelegt werden. Rechtlich geht dies bei Bade- und heilklimatischen Kurorten, Luftkurorten und Erholungsorten von besonderer Bedeutung.
  4. Wo Radschutzstreifen möglich sind, sollten diese innerorts erstellt werden. Außerorts sollten neben Bundes- und Kreisstraßen eigene Radwege geschaffen werden.
  5. Abseits der Bundesstraße sollten möglichst viele Flächen als Tempo-30-Zonen ausgewiesen werden. Es gibt dann weniger Konflikte zwischen Rad- und Autofahrern wegen zu unterschiedlicher Geschwindigkeiten.
  6. Jährliche Bürgerversammlungen zur Entwicklung des Radverkehrs sollten in allen Gemeinden abgehalten werden, eventuell auch zusammen mit den Nachbargemeinden, um Radthemen zu besprechen, örtliche Verbesserungen oder Überlegungen zu diskutieren, die Verkehrsteilnehmer zu unterrichten und Verständnis zu wecken.
  7. Die Beschilderung für touristische Radler und Markierungen von Radwegen sowie Schutzstreifen sind regelmäßig zu prüfen, zu verbessern und zu erneuern.
  8. Eine App oder ein Übersichtsplan des Ortes und der Umgebung mit Angabe von E-Bike-Ladestationen, Standort von Werkzeug- beziehungsweise Pannenhilfen sollte gerade bei touristischen Destinationen zur Verfügung stehen.
  9. Als Sofortmaßnahme kann ein Wettbewerb für ortstypische Fahrradständer mit Beteiligung der örtlichen Betriebe – Schlosser und Zimmerer – initiiert werden.
  10. Radabstellanlagen an öffentlichen Nahverkehrshaltestellen anbinden. Flächendeckendes Leihradsystem in Abstimmung mit den örtlichen Verleihfirmen.
  11. Bei Erteilung von Baugenehmigungen von gewerblichen Anlagen ist künftige nicht nur auf den ausreichenden Stellplatznachweis für Autos, sondern auch für Fahrräder zu achten und dieser zum Gegenstand des Genehmigungsverfahrens zu machen. Bei bestehenden Anlagen ist auf entsprechende Nachrüstung Wert zu legen.
  12. Das Radkonzept muss in ein talweites Mobilitätskonzept eingebunden sein, in dem das Fahrrad als gleichwertiges Fortbewegungsmittel verankert ist.

ksl

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Waakirchens Bürgermeister blickt auf seine Amtszeit zurück
Waakirchens Bürgermeister blickt auf seine Amtszeit zurück
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Die wichtigsten Beschlüsse des Corona-Gipfels
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Die wichtigsten Beschlüsse des Corona-Gipfels
Anrufe durch falsche Polizeibeamte in Holzkirchen und Warngau
Anrufe durch falsche Polizeibeamte in Holzkirchen und Warngau
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Scharfe Kritik an neuem Lockdown
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Scharfe Kritik an neuem Lockdown

Kommentare