Mehr als Thoma

Tegernseer LiteraTouren: Die Spuren der Geschichte

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Tegernsees Bürgermeister Johannes Hagn (l.) empfing (v.r.) Bundestagsabgeordneten Alexander Radwan, Telito-Leiter Klaus Wolf, Ingvild Richardsen und Peter Czoik sowie TTT-Chef Christian Kausch und Hans-Herbert Perlinger (Altertums-Gauverein Tegernsee).

Tegernseer Tal – Bereits seit einiger Zeit lassen die Heimatführer der Tegernseer Tal Tourismus GmbH Geschichte und Geschichten am Tegernsee für Gäste und Einheimische lebendig werden. Ab Frühjahr 2019 dürfen sich Freunde der beliebten kulturellen Führungen auf noch mehr freuen: Mit dem Projekt „Telito: Tegernseer LiteraTouren“ sollen die kulturelle Identität im ländlichen Raum sowie das Geschichtsbewusstsein und die Erinnerungskultur gestärkt werden, erklärten die Verantwortlichen am vergangenen Dienstag beim Pressegespräch in Tegernsee. Abseits ausgetretener Pfade steht beim Projekt klar die Literatur des Tegernseer Tals im Fokus.

Zwölf neue sogenannte Literaturpfade mit Themen aus der Geschichte sollen ab kommendem Jahr Vergessenes im wahrsten Sinne wieder zugänglich machen. 100.000 Euro gibt‘s für die „LiteraTouren“ im Rahmen des Bundesprogramms Ländliche Entwicklung. Das Projekt wird vom Literaturschloss Edelstätten unter der Leitung des Vorsitzenden Klaus Wolf durchgeführt. Seine Projektmitarbeiter, die Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Ingvild Richardsen und der Literaturwissenschaftler Peter Czoik, werden die Literaturpfade erstellen, begleitet werden diese durch kulturelle Aktivitäten wie Theatervorführungen, Workshops, Ausstellungen und Lesungen. Veranstaltungsorte sind unter anderem die Volkshochschulen im Tal, das Stieler- und das Ludwig-Thoma-Haus sowie das Museum Tegernseer Tal (Foto). Angedacht sind verschiedenste Themen wie Tegernseer Literatinnen, ritterliches Leben, Heraldik, Kriminalliteratur, Sagen, Mythen und vieles mehr – „jenseits von Ganghofer und Thoma“, wie Wolf erklärte. Vielmehr sollen die fast vergessenen Kulturschätze wieder ins kollektive Gedächtnis geholt werden. „Die Literatur soll am Ursprung sichtbar gemacht werden und nicht nur in der Wissenschaft vor sich hindämmern“, erklärte Richardsen. Alexander Radwan sieht in dem Projekt noch einen weiteren Sinn: die Stärkung des Selbstbewusstseins im ländlichen Raum. „Den Menschen vor Augen führen, wo die Kunst zu Hause ist“, nennt er das. Klaus Wolf war auf den Bundestagsabgeordneten aus Rottach-Egern für die Umsetzung des Projekts zugekommen.

Zum Programm gehört aber nicht nur das Anlegen der Literaturpfade, sondern auch Fortbildungen für die Heimatführer. „Wir schulen Multiplikatoren“, erklärt Wolf. „Wir sind sehr gespannt, neue Pfade – Literaturpfade – zu haben“, sagte Tegernsees Bürgermeister Johannes Hagn. she

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