Besuch möglichst ohne Auto

Tegernseer Parkplatznöte: Hinweis auf ÖPNV und Umgestaltung an der Seesauna

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Parken und Radfahren soll bei der See-Sauna entspannter und sicherer werden.

Tegernsee – Das Thema Parken beschäftigt den Tegernseer Stadtrat und die Anwohner schon lange. Bei der jüngsten Bürgerversammlung hat Rathauschef Johannes Hagn über den aktuellen Sachstand informiert. Mittels kostenpflichtiger Parkplätze und baulicher Maßnahmen soll das Problem angegangen werden. „Ziel muss es sein, dass möglichst keine Ausflügler und Wanderer mehr mit dem Auto kommen“, sagte Hagn.

Kostenlose Parkplätze widersprechen dem Wunsch einer umweltfreundlichen Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Deswegen wurde schon im Mai die Gebührenordnung im Innenraum angepasst. Jetzt sollen auch die Wanderparkplätze außerhalb gebührenpflichtig werden. Damit soll dem „elendiglichen Parksuchverkehr“, wie ihn Hagn bezeichnete, Einhalt geboten werden. Beginnen soll die Bewirtschaftung an der Klosterwacht-, der Max-Josef-, der Riederstein- und der Schützenstraße sowie am Prinzenweg. Nach Fertigstellung des „Quartiers Tegernsee“ soll geprüft werden, inwieweit die Parkplätze dort auch gebührenpflichtig werden. Für die Waldschmidtstraße wird dies in Absprache mit den Anwohnern entschieden. „Die Autos in Tegernsee müssen weniger werden. Der erste Schritt ist, dass die Leute wissen, dass sie fürs Parken auch zahlen müssen.“ Der Wunschtraum, dass deswegen möglichst viele Touristen mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Tegernsee kommen, wird aber wahrscheinlich so schnell nicht wahr werden. Daher ist, wie Hagn sagte, die Erweiterung der Sparkassen-Tiefgarage unumgänglich. Vor allem, weil ungewiss ist, wann der Pachtvertrag für den Zentralparkplatz ausläuft und sich die Stadt nicht von Dritten abhängig machen möchte. Die Kosten für die favorisierte Variante der Tiefgarage mit 158 zusätzlichen Stellplätzen sind auf rund 6,3 Millionen Euro geschätzt. Umgerechnet wird ein für die Größe eines modernen SUVs ausgelegter Stellplatz etwa 35.000 Euro kosten. Die abschließende Entscheidung über das Wie und Wann des Projektes steht allerdings noch aus. Momentan verfügt die Tiefgarage über 96 Stellplätze. Weniger aufwändig ist die Umwidmung von Parkflächen am Sommerkeller. Dort sollen Busparkplätze zu Gunsten von Auto-Parkplätzen wegfallen. Das geplante Parkhaus am Horngelände ist damit aber nicht aufgehoben, sondern nur verschoben. „Wir sollten abwarten, wie sich die Tiefgarage und Tegernsee entwickeln“, meinte Hagn dazu.

Ein weiteres Sorgenkind, was das Dauerthema Parken und den Radverkehr anbetrifft, ist die See-Sauna. Ein Problem sind die nach außen aufgehenden Türen der öffentlichen Toiletten. Nach Unfällen, bei denen Radfahrer an die Toilettentür knallten, musste der ursprünglich für Fußgänger und Fahrradfahrer freigegebene Weg für Radler gesperrt werden. Die müssen nun auf die Straße ausweichen, was wiederum auch nicht die sicherste Lösung ist. „Die Gefährdung der Radfahrer muss ein Ende haben“, stellte Hagn fest und präsentierte einen Lösungsvorschlag. Demnach sollen die Parkplätze an der Seeseite zur Straßenseite hin verlegt werden, um so den Fußweg zu verbreitern und für Radfahrer wieder freigeben zu können. Ob es dann sogar noch für eine separate Fahrrad­spur reicht, wird noch geprüft. Des Weiteren fallen die Behindertenparkplätze an der jetzigen Stelle weg. Bei deren Belegung kann momentan von der Rottacher Seite her praktisch nur durch Rangieren in den Parkplatz eingefahren werden. „Da gibt es regelmäßig ein Verkehrschaos“, stellte Hagn fest. Der durch den Wegfall entstehende Wendehammer und ein Zurückversetzen der Schranke sollen dies zukünftig verhindern. hac

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