Vielfältige Hilfe im Tegernseer Tal

Notärzte und Förderverein für optimale Versorgung

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Stützen das funktionierende Notarzt-System: (v.l.) Fördervereinsvorsitzender Ernst M. Albert und die Mediziner Christian Bremm, Christian Pawlak (leitender Notarzt) und Thomas Straßmüller (Sprecher der Notarztgruppe).

Gmund/Tegernseer Tal – Es kann jeden treffen. Ein Unfall, ein Schlaganfall, ein Herzinfarkt – oder auch nur der Verdacht darauf. Wer in eine solche Situation gerät, ist erleichtert, wenn schnell Hilfe kommt. Dass neben dem Rettungsdienst auch ein Notarzt herbei eilt, ist zwar hier in der Region selbstverständlich, aber nicht überall in Deutschland. Und auch bei der Ausrüstung gehört nicht alles, was die Notärzte hier dabei haben, zum Standard. Der Förderverein Notarztgruppe Tegernseer Tal leistet da große Unterstützung, oft sogar Pionierarbeit.

So profitieren die Mediziner – und damit letztendlich die Patienten – davon, dass der Förderverein etwa eine gemeinsame Fortbildung verschiedener Glieder der Rettungskette ermöglichte. „Wir hatten ein komplettes Team in der Simulation“, erzählt Christian Pawlak, leitender Notarzt, „da waren die echten Protagonisten dabei“. Also alle Beteiligten von den Notärzten bis zum Krankenhauspersonal. „Das hatte Vorbildcharakter“, ist Pawlak begeistert. Die Erfahrungen aus der Übung seien äußerst wertvoll, der Nutzen habe sich weit herumgesprochen. Dem Förderverein ist auch zu verdanken, dass die Notärzte, wenn sie zu einem Einsatz brausen, nicht nur ein Standard-EKG dabei haben, sondern mit einem Gerät ausgestattet sind, welches das aufgezeichnete EKG auch gleich ans Krankenhaus übermitteln kann. Ein wertvoller Zeitgewinn. Bei einem Herzinfarkt „geht‘s um Minuten“, macht Pawlak klar. Wenn der Rettungdienst die Klinik erreicht, liegen dort schon die Daten vor und alles ist genau auf den Notfallpatienten vorbereitet. Die dafür nötigen Geräte kosten 25.000 Euro.

Auf der „technischen Ausstattung und der Ausbildung“ liege der Fokus des Notarztfördervereins, erklärt dessen Vorsitzender Ernst M. Albert. Ein weiteres Beispiel ist das Videolaryngoskop, bei dem eine Kamera das Intubieren zur künstlichen Beatmung erleichtert. Wissenschaftliche Studien empfehlen die Geräte zwar, sie werden aber noch nicht flächendeckend vorgehalten, erklärt Thomas Straßmüller. „Da sind wir auch wieder Vorreiter“, sagt der Sprecher der Notarztgruppe.

Diese besteht derzeit aus zwölf Mitgliedern, die alle „hier im Rettungssystem daheim sind“, wie Straßmüller betont. Alle seien gut vernetzt, kennen die Region und sorgen für eine lückenlose Versorgung, 24 Stunden an sieben Tagen die Woche. „An anderen Standorten gibt es Lücken“, weiß Straßmüller. Nicht im Tegernseer Tal in den vergangenen 35 Jahren, seit der Notarztdienst in dieser Form existiert, wie Pawlak bekräftigt. „Das ist eine extrem angenehme Gruppe, in der man sich aushilft“, sagt er stolz. Einen wesentlichen Anteil an dem funktionierenden System weisen die Notärzte auch dem Förderverein zu. „Natürlich ist das bei uns Idealismus“, sagt

Pawlak, „aber unter optimalen Rahmenbedingungen macht man das auch lieber“. Und dafür sorgt nicht zuletzt der Förderverein mit seinen derzeit etwa 220 Mitgliedern. Ernst M. Albert wirbt kräftig um weitere Unterstützer. Denn neben beispielsweise dem Simulationstraining und moderner Ausrüstung finanziert der Förderverein auch zahlreiche Defibrillatoren an frequentierten Orten. Mehr als 30 dieser von jedem bedienbaren Geräte gegen den plötzlichen Herztod hat der Verein bereits gekauft und an öffentlichen Stellen angebracht. Ein Außengerät kostet laut Albert 1800 Euro, neue Batterien 120 Euro. Da hat der Verein eine Menge Kosten zu stemmen, ebenso wie die Notärzte eine Menge an Einsätzen. Im Schnitt sind es zwei pro Nacht und zweieinhalb am Tag. Es funktioniert. „Wir haben hier sicher ein erhaltenswertes System“, sagt Straßmüller. Das gilt wohl auch für die Zusammenarbeit der Mediziner mit ihren Unterstützern. Mehr Infos dazu sind unter www.notarzt-tegernsee.de zu finden. ft

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