Ja zur neuen Schwimmhalle

Wie die Talgemeinden den Neubau des Badeparks in Bad Wiessee unterstützen

Bad Wiessees Bürgermeister Robert Kühn zum Badepark
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Robert Kühn freut sich über das deutliche Votum für einen Neubau des Badeparks und hofft, dass viele den Wert ihrer bereits gekauften Eintrittskarten der Wasserwacht spenden.
  • vonKatja Schlenker
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Bad Wiessee – Gmund, Kreuth, Rottach-Egern und Tegernsee haben einer Defizitvereinbarung für den neuen Badepark in Bad Wiessee zugestimmt.

Mit Tegernsee, Rottach-Egern und Kreuth hat auch der Gmunder Gemeinderat einer Defizitvereinbarung für den Betrieb eines künftigen neuen Hallenbads in Bad Wiessee zugestimmt. In ihren jüngsten Sitzungen fassten die Gremien die entsprechenden Beschlüsse. Dem war eine intensive Vorarbeit vorausgegangen.

Bereits im Oktober 2014 hat das Gmunder Gremium den Tagesordnungspunkt „Gemeindliche Beteiligung am Hallenbad Bad Wiessee“ behandelt. Schon damals war die einhellige Meinung, dass ein Hallenbad mit Sportbecken für Schul- und Kindergartenkinder sowie Wasserretter notwendig ist.

Auch sei besagtes Becken aus sportlicher, touristischer und medizinischer Sicht von Bedeutung, wenn auch der touristische Wert für Gmund eher überschaubar sein dürfte. Um das Hallenbad in Bad Wiessee zu erhalten, ziehen die fünf Talgemeinden an einem Strang. Bei einer Begehung der technischen Anlagen des Badeparks im Juni 2019 – es nahmen daran Fraktionssprecher aus Gmund, Kreuth und Rottach-Egern teil – wurde Handlungsbedarf festgestellt.

Bürgerentscheid: Klare Mehrheit für Abriss und Neubau

Was die jüngsten Ereignisse angeht, ließ die Gemeinde Bad Wiessee im September 2020 die Bürger über die Zukunft des Badeparks entscheiden. Dabei hat sich eine klare Mehrheit für einen Abriss und Neubau ausgesprochen. Das Ergebnis bestätigte dann auch den Anfang 2020 im Wiesseer Gemeinderat getroffenen Grundsatzbeschluss. Außerdem war seinerzeit festgelegt worden, dass das Projekt nur dann weitergeführt werden könne, wenn zuvor eine Defizitvereinbarung mit den anderen Talgemeinden abgeschlossen werde.

Diese von Bad Wiessee vorgeschlagene und zuletzt im Dezember 2020 im Rahmen eines Bürgermeistertreffens besprochene talweite Vereinbarung sieht Folgendes vor: Die Bereiche Schwimmen und Sauna werden rechnerisch aufgeteilt. Hinsichtlich des Schwimmbads wird Bad Wiessee das Defizit bis zu einer Summe von 500.000 Euro zu 50 Prozent übernehmen. Sollte das Defizit höher ausfallen, trägt die Kommune diese Kosten komplett.

Diskussion über Eintrittspreise für kommunales Schwimmen

Übrigens hat Bad Wiessee zugesagt, den Stand der Planungen regelmäßig bei den Bürgermeisterdienstbesprechungen vorzustellen. Ferner sollen im Vorfeld der Hallenbaderöffnung die Eintrittspreise für das kommunale Schwimmen diskutiert und abgestimmt werden.

Gmund, Rottach-Egern, Tegernsee und Kreuth übernehmen also jährliche operative Verluste bis zu einer Höhe von 250.000 Euro. Diese Summe wird an einen Verbraucherpreisindex gekoppelt. Der Anteil der Kommunen richtet sich zu 45 Prozent nach der Steuerkraft, zu 45 Prozent nach der Einwohnerzahl und zu 10 Prozent nach der Anzahl der Übernachtungen. Bei der Berechnung werden die Durchschnittswerte von 2017 bis 2019 zugrunde gelegt.

Ausreichend Trainingszeiten für Vereine und Retter

Geht man beispielsweise in Gmund von den Werten der Jahre 2017 bis einschließlich 2019 aus, würden auf die am Nordufer des Tegernsees gelegene Gemeinde 67.050 Euro entfallen. Tegernsee würde etwa 78.500 Euro zahlen und Rottach-Egern rund 76.000 Euro. Die Summe soll jährlich neu berechnet, die Defizitvereinbarung für 30 Jahre ab Inbetriebnahme des neuen Bades vertraglich fixiert werden. Bis spätestens Ende 2021 soll der Vertrag unter Dach und Fach gebracht sein.

Dass die Vereinbarung im Sinne der Gmunder Räte ist, zeigte sich allein schon daran, dass am Sitzungsabend kein Diskussionsbedarf bestand. Für den vorgetragenen Verteilerschlüssel gab es grünes Licht. Angeregt von Franz von Preysing (CSU), wurde in die Beschlussfassung mit aufgenommen, dass Vereinen und Rettungsorganisationen auch weiterhin ausreichende Trainingszeiten zur Verfügung gestellt werden.

Fazit: Grundsätzlich faires Angebot

Darauf legen auch die Gemeinderäte in Rottach-Egern wert, wie Bürgermeister Christian Köck erklärt, ebenso darauf, dass neben Bad Wiessee die übrigen Talgemeinden in puncto Eintrittspreise beim Schwimmen mitreden dürfen.

Als grundsätzlich faires Angebot werteten auch die Stadt- und Gemeinderäte in Tegernsee beziehungsweise Kreuth die Defizitvereinbarung. „Es ist wichtig, dass die Kinder dort schwimmen lernen können“, sagte Martin Walch von der Kreuther SPD-Fraktion vor dem einstimmigen Votum. Der Tegernseer CSU-Stadtrat Rudolf Gritsch regte zudem an, auch Waakirchen ins Boot zu holen. Dazu gebe es bereits Gespräche, erklärte Bürgermeister Johannes Hagn dazu. Auch in Tegernsee fiel das Votum anschließend einstimmig aus. rei/ksl

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