Doch Tempo 30 in Marienstein

Gemeinde Waakirchen ordnet Geschwindigkeitsbeschränkung für die Hauptstraße an

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Auf der Hauptstraße in Marienstein wird Tempo 30 angeordnet.

Waakirchen – Kurz vor Weihnachten ist nun doch noch ein Anwohner-Wunsch in Erfüllung gegangen: Der Gemeinderat Waakirchen sprach sich mehrheitlich dafür aus, im Ortsteil Marienstein die Höchstgeschwindigkeit für die Hauptstraße auf 30 Stundenkilometer zu beschränken – vorerst für ein Jahr.

Wie berichtet, hatte sich das Ratsgremium bereits im August ausgiebig mit der Thematik befasst, Tempo 30 auf der Hauptstraße in Marienstein einzuführen. Obwohl eine im Zeitraum vom 30. Juli bis 6. August durchgeführte Geschwindigkeitsmessung ergeben hatte, dass ein Großteil der insgesamt 5300 erfassten Fahrzeuge deutlich zu schnell unterwegs war, stimmte damals der Rat gegen den Anwohner-Antrag. Die Fachbehörden sähen eine Tempo-30-Begrenzung als nicht gerechtfertigt, begründete Waakirchens Bürgermeister Sepp Hartl. Um Rasern Einhalt zu gebieten, entschied der Gemeinderat, Dialog-Displays einzusetzen und verstärkt Messungen zu veranlassen.

Anwohner Olaf Jäckl war das aber nicht genug. Er sammelte fleißig Unterschriften und machte damit deutlich, dass er mit seinem Ruf nach Tempo 30 nicht alleine dasteht. In einem Schreiben an die Gemeinde teilte Jäckl mit, dass er mit Vertretern der jeweiligen Fachbehörden ausführliche Gespräche geführt habe. Dabei sei ihm versichert worden, dass die Gemeinde Waakirchen in eigener Zuständigkeit über ein Tempo-30-Gebot entscheiden könne.

Bürgermeister Hartl, der zunächst nicht von dem im August gefassten Beschluss abrücken wollte, plädierte dafür, den Erfolg der Dialog-Displays abzuwarten. „Wir sollten keinen Schnellschuss starten“, warnte der Rathauschef. „Mit der Aufstellung von Displays wird man dem Antrag von Herrn Jäckl nicht gerecht“, ließ Rudi Reber (ABV) verlauten. Hermann Mair (SPD) gab zu bedenken, dass es die Mariensteiner selbst seien, „die auf der Hauptstraße zu schnell fahren“. Ob Tempo 30 den Verkehrslärm mindere, halte er für fraglich, meinte Balthasar Brandhofer (ABV), war aber angesichts der 200 Unterschriften dann doch für die Einführung von Tempo 30. Fraktionskollege Martin Weingärtner empfahl eine Testphase von einem Jahr. Dieser Vorschlag fand bei Alfred Finger (CSU), selbst Mariensteiner, Gefallen. Mit zwei Gegenstimmen hob schließlich der Waakirchner Gemeinderat den Beschluss vom August auf. Stattdessen wird nun doch eine Tempo-30-Beschränkung für die Hauptstraße in Marienstein – vorerst für ein Jahr – angeordnet. Die Dialog-Displays sollen zudem aufgestellt werden. rei

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