Ein Redner erweist sich als Flop

Tag des Tourismus heuer im Hotel Bachmair Weissach / Gastro-Kritiker enttäuscht

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Beim Tag des Tourismus begrüßten (v.l.) Rottachs Bürgermeister Christian Köck, TTT-Chef Christian Kausch und Moderatorin Gela Allmann die Referenten, Gastro-Kritiker Heinz Horrmann und Hoteldirektor Alexander Aisenbrey.

Weißach – Erstmals fand der Tag des Tourismus heuer im Hotel Bachmair Weissach statt, verbunden mit einer Hausmesse, in der rund 30 Partnerfirmen ihre Produktpalette präsentierten. In diesem Jahr drehte sich bei der Veranstaltung der Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT) alles um „Qualität und Service“ und die damit verbundene Wertschöpfung.

Als Stellvertretender Sprecher der Gesellschafter hieß Rottachs Bürgermeister Christian Köck die zahlreichen Besucher willkommen. „Wertschätzung“ war das Schlagwort des Abends. So beschwor Bernhard Kaiser, Vorsitzender des Tourismusbeirats der TTT, die Talbewohner, dem Tourismus wieder die nötige Wertschätzung entgegenzubringen. Auch erneuerte Kaiser die Forderung des TTT-Beirats nach einem besseren Online- und Digital-Marketing. Als TTT-Chef forderte Christian Kausch, dass das Tegernseer Tal noch mehr als große Destination wahrgenommen werde, die es zu erhalten und zu pflegen gelte. Probleme wie Kurtaxe sollten intern miteinander besprochen und gelöst werden, und nicht in der Öffentlichkeit. Respekt voreinander sei das Zauberwort.

Respekt war auch das Stichwort des ersten Referenten, Alexander Aisenbrey, Geschäftsführer des kürzlich zum Luxus-Hotel umgebauten „Öschberghofs“ in Donaueschingen. „Erfolg heißt, wenn alle zufrieden sind – der Gast, Mitarbeiter und der Investor“, sagte Aisenbrey, der selber einst im Rottacher Hotel Baichmair seine Hotel-Karriere begann und dann im Ausland weitere Erfahrungen sammelte. Der Hotellerie müsse es endlich gelingen, dass ihre Arbeit in Gesellschaft und Politik mehr Anerkennung finde. „Deutschland wirbt immer mit seiner tollen Gastronomie, in der Politik passiert aber nichts“, meinte dazu auch eine Besucherin aus Bad Wiessee. Aisenbrey, der gleichzeitig Vorsitzender der „Fair Job Hotels“ ist, behauptete: „Beigeistern kann nur, wer selber begeistert ist.“ Die Fair Job Hotels seien ein Zusammenschluss Gleichgesinnter, die die Arbeit in der Hotellerie wieder für junge Menschen attraktiv gestalten wollen. Neben guter Bezahlung gehört die Wertschätzung der Mitarbeiter wie zum Beispiel durch ein eigenes Mitarbeiter-Restaurant und die Benutzung des Hotel-Fitness-Bereichs dazu. „Gegründet wurde von uns auch eine eigene Schulungsakademie, die für unsere Mitarbeiter kostenfrei ist“, fügte er hinzu.

Zum Thema „Tops und Flops der Hotellerie und Gastronomie“ sollte Deutschlands bekanntester Hotel- und Gastrokritiker, Heinz Horrmann, die Besucher mit praxisnahen Informationen und spannenden Erlebnissen unterhalten. Die 15-minütigen Ausführungen des eher selbstverliebten Rheinländers aber waren zunehmend peinlich. „Der Gast steht häufig nicht im Mittelpunkt, sondern im Weg“, meinte der angeblich weltweit anerkannteste Hotelkritiker unverblümt. Er scheute sich nicht, Spitzenhotels der Welt namentlich zu benennen und über deren angebliche hygienische Missstände detailreich zu sprechen. Leider gehörte dazu auch die Anreihung platter Anekdoten über berühmte Personen, die jedwede Beachtung geltender Datenschutzgesetze vermissen ließen.

Da am Ende erwartete Fragen aus dem Publikums ausblieben, und deshalb Moderatorin Gela Allmann von sich aus direkt fragte, wie es Heinz Horrmann denn am Tegernsee gefalle, kam mit „Der Tegernsee ist der schönste Flecken Deutschlands“, ein eher pflichtschuldiges Bekenntnis. „Da hat er gerade noch die Kurve gekriegt“, fügte ein Besucher sichtlich enttäuscht hinzu. iv

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