Tourismus und Tiefbrunnen Thema bei Bürgerversammlung in Bayrischzell

Wohnraum am Bahnhof

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Hundert Bürger hatten sich im Saal des Gasthofs Alpenwirt in Bayrischzell zur Bürgerversammlung eingefunden und hörten den Bericht von Rathauschef Georg Kittenrainer.

Bayrischzell – Bürgermeister Georg Kittenrainer freute sich über rund 100 Besucher bei der Bürgerversammlung im Gasthof Alpenwirt in Bayrischzell. Ihnen präsentierte er Pläne und Zahlen.

Der Schuldenstand von Bayrischzell ist nach einem Höchststand 2013 auch im vergangenen Jahr durch erneute Grundstücksveräußerungen weiter gesunken. Trotzdem bezeichnete der Rathauschef die Finanzsituation als schwierig. 

Ein Fehlbetrag von fast 500.000 Euro entsteht der Wendelsteingemeinde durch Ausgaben im Fremdenverkehr. „Man darf nicht vergessen, dass dieses Geld nicht nur dem Touristen zugutekommt, sondern auch dem Bürger“, sagte Kittenrainer. Weiterhin berichtete er von der feierlichen Eröffnung und Inbetriebnahme des neuen Tiefbrunnens im vergangenen Jahr. Schon wenige Monate später war genau dieser leergelaufen und die Wasserversorgung von Bayrischzell in Gefahr. Glücklicherweise konnte die alte Legerwaldquelle wieder in Betrieb genommen werden. Dies war allerdings mit einer kurzen Abkochverfügung verbunden, einige Bürger und Gastronomiebetriebe hatten zeitweise kein Wasser durch Luftblasen im Leitungssystem. Der Bürgermeister entschuldigte sich hierfür und bedankte sich für das große Verständnis: „Die Gemeinde hat nichts falsch gemacht.“ Nun soll die Pumpe des neuen Tiefbrunnens tiefer gelegt werden, dann kann er wieder ans Netz gehen. „Das ist ein Konstruktionsfehler“, erklärte der Bürgermeister.

Im vergangenen Jahr wurde auf dem Friedhof in Bayrischzell eine Urnenwand errichtet, da immer mehr Nachfragen nach Urnen kommen. Diese wurde passend zum barocken Baustil des Friedhofs eingefügt. „Wir können leider keine Urnennischen reservieren, aber es gibt immer einen Platz für Bayrischzeller Bürger“, sagte Kittenrainer. Als Neuerung für 2017 stellte der Rathauschef eine Überwachung der Parkgebühren und auch eine Überwachung der Beherbergungsbetriebe – ob sie alle Abgaben leisten – vor. 

Kittenrainer bedankte sich bei den Vereinen für ihr Engagement, da sie Bayrischzell lebens- und liebenswert machen. Sein Ziel ist es, die Schule zu erhalten und den Ort zu beleben. Mit dem neuen Hotel auf dem AOK-Gelände werden 60 bis 70 neue Arbeitsplätze erwartet. „Also brauchen wir Wohnraum“, Kittenrainer denkt da „an das nördliche Bahnhofsareal“. 

Zu einer richtigen Diskussionsrunde nach dem Vortrag kam es nicht. Kittenrainer hofft auf weiterhin gute Zusammenarbeit in seiner Gemeinde: „Wir wollen in Bayrischzell die Ursprünglichkeit erhalten, aber den Ort auch beleben. Voranbringen können wir den Ort nur gemeinsam.“

jw

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