Perspektive fehlt

Tourismusbeiräte appellieren für Corona-Modellregion Tegernseer Tal

Ein Schild mit der Aufschrift „Biergarten gesperrt“ hängt an einem Absperrband.
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Touristiker warten immer noch auf eine Öffnungsperspektive in der Corona-Pandemie.

Landkreis – Der Corona-Lockdown dauert weiter an und die Verzweiflung unter Touristikern wächst. Aus dem Tegernseer Tal kommt nun ein Not-Appell an Landes- und Bundespolitiker.

Die auf Bundesebene beschlossene Notbremse nimmt der Beirat der Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT) zum Anlass, einen Not-Appell an die Politiker in Landes- und Bundesregierung zu richten: Man brauche konkrete Kriterien, um Gastronomie, Hotellerie, Kultur- und Freizeitbetriebe sowie den ebenfalls vom Corona-Lockdown gebeutelten Einzelhandel zu öffnen.

Nicht alleine die 7-Tage-Inzidenz des Robert-Koch-Instituts dürfe ausschlaggebend sein, erklärt der neue Vorsitzende des Beirats, Ludwig Klitzsch, der zudem Geschäftsführer der Klinik im Alpenpark ist. „Die vom Lockdown betroffenen Menschen brauchen eine Perspektive, wenn sie weiter durchhalten sollen“, sagt er. „In den Nachbarländern Österreich, Niederlande und Schweiz gibt es Kriterien und die Öffnung ist zum Teil bereits weitgehend erfolgt oder geplant.“

Corona-Lockdown unverhältnismäßig

Der Tourismusbeirat schließt sich zudem in vollem Umfang der Stellungnahme des Deutschen Tourismusverbands (DTV) an. Wie die neuen Verbotsregeln ausgestaltet sind, sei weder geeignet noch in diesem Ausmaß erforderlich beziehungsweise verhältnismäßig, um die Corona-Pandemie zu bekämpfen. Nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen wäre es möglich, Hotels, Gastronomie, Einzelhandel sowie Kultur- und Freizeitbetriebe mit strengen Schutz- und Hygieneauflagen zu öffnen. Dazu zählen eine etablierte Testinfrastruktur, die AHA-L-Regeln, Luftreinigung, Desinfektionsroutinen und Kontaktnachverfolgung.

Der Beirat fordert: „Solche Kriterien als Voraussetzung von Öffnungen müssen dringend verbindlich festgelegt werden.“ So könnten auch Orte der Begegnung mit weit geringerem Risiko als die aktuell häufig im privaten Umfeld und durch hohen Ausflugsdruck unkontrolliert stattfindenden Treffen entstehen.

Perspektivlosigkeit und Existenzbedrohung

„Die aktuelle Rechtslage in Deutschland bedeutet mangelnde Planbarkeit, Perspektivlosigkeit und Existenzbedrohung für die Unternehmen der Hotellerie, Gastronomie, des geschlossenen Einzelhandels, Freizeitbetriebe und für Kulturschaffende“, erklärt Ludwig Klitzsch. „Dies wirkt zermürbend auf die Mitarbeiter, die sich, um ihren Lebensunterhalt nachhaltig zu sichern, größtenteils umorientieren mussten und damit auch für Unternehmer.“ Im Tegernseer Tal seien Tausende Menschen betroffen. Es bestehe Handlungsbedarf.

So begrüßen und unterstützen die Mitglieder des Beirats auch die Initiative der TTT, eine Modellregion im Tegernseer Tal zu schaffen – und soweit möglich auch für den gesamten Landkreis Miesbach. Mit dem Aufbau einer leistungsfähigen Testinfrastruktur und einem einfachen Buchungssystem unter www.reihentestung.de sei vor Ort bereits wichtige Vorarbeit geleistet worden. Zunächst müssten auf Landes- und Bundesebene jedoch die Voraussetzungen für ein solches Modellprojekt in Bayern geschaffen werden. ksl

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