Bedarf an Jugendfreizeitanlagen

Trotz Corona: Funcourt in Miesbach wieder geöffnet

Funcourt am Warmbad Miesbach wird wegen Corona von Bauzaun versperrt.
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Hinter Gittern: Den Eingang zum Funcourt am Miesbacher Warmbad versperrt ein Bauzaun.

Miesbach – Der Funcourt am Miesbacher Warmfreibad ist trotz Corona-Auflagen ab sofort wieder geöffnet. Zudem werden weitere Freizeitanlagen für Jugendliche in der Riviera geprüft.

Wo soll die Jugend hin? Für Markus Seemüller (FWG) ist klar, dass das Freizeitangebot für Jugendliche in Miesbach recht dürftig ist. Er hat deshalb zur jüngsten Stadtratssitzung den Antrag gestellt, Funcourt und Bolzplatz am Friedhof unter Beachtung der rechtlichen Voraussetzungen zügig wieder zu öffnen. Außerdem würde er gerne eine weitere Jugendfreizeitanlage sehen. Bürgermeister Gerhard Braunmiller hatte unterdessen gute Nachrichten zur Sitzung mitgebracht, denn der Funcourt ist nicht mehr ganz geschlossen.

Die Anlage neben dem Miesbacher Bad ist unter Corona-Auflagen stundenweise geöffnet – jeweils von Donnerstag bis Sonntag, von 16 bis 19 Uhr. Ein Sicherheitsdienst überwacht, ob die gesetzlichen Vorgaben eingehalten werden. So müssen sich die Nutzer der Anlage per Smartphone über einen QR-Code registrieren. Außerhalb der Öffnungszeiten versperrt ein Bauzaun den Zugang.

Das wäre auch über Tore möglich. Knapp 4.000 Euro und eine Lieferzeit von sechs Wochen, informierte Braunmiller. Er will es nun erst einmal mit dem Sicherheitsdienst versuchen, der jedoch auch 400 Euro pro Woche kostet. Astrid Güldner (Grüne) plädierte dafür, gleich Tore zu bestellen, da dann die Kosten für die Security wegfallen. Außerdem ist sie überzeugt, dass sich auch günstigere Tore finden lassen. „Wir beobachten das jetzt erst mal zwei Monate“, sagte Braunmiller.

Die stundenweise Öffnung des Funcourts kam auch bei Seemüller gut an. Dennoch sieht er in der Stadt generell ein eklatantes Defizit an Jugendfreizeitanlagen. Der Bolzplatz am Friedhof bleibt vorerst gesperrt. Mit der Bebauung auf dem Areal fällt er weg und die Situation verschärfe sich weiter, erklärte Seemüller. Deshalb gelte es nun, eine einmalige Chance zu nutzen.

Die Riviera ist wegen des Asiatischen Laubholzbockkäfers abgeholzt. Nun solle geprüft werden, ob dort nicht Platz für Streetball, Streetsoccer oder eine Slackline ist. „Ein Ort zum Verweilen, zum Spielen und zum Sport“, sagte Seemüller. Für Jugendfreizeitanlagen, erklärte er, gelten andere Regeln als für Sportstätten. Der Lärmschutz, hofft Seemüller, könnte also zu erfüllen sein.

Dennoch hatte der FWG-Stadtrat keinen Erfolg mit seinem Ansinnen, die Riviera konkret als Standort für seine vorgeschlagenen Anlagen prüfen zu lassen. Der Antrag stehe nicht auf der Tagesordnung, lehnte Braunmiller ab – und ging auch nicht auf das Hintertürchen ein, das Paul Fertl (SPD) erläuterte. „Der Stadtrat kann durchaus abstimmen, wenn keiner dagegen ist.“ Fertl selbst könnte sich für die Riviera durchaus einige Anlagen vorstellen, er sprach aber von Trimm-dich-Geräten.

Braunmiller hatte vor, die Planungen für die Riviera im Oktober vorzustellen. Am Donnerstag hat er zugesagt, die Runde der Beteiligten zu erweitern. Vize-Bürgermeister und Fraktionsvorsitzende sollen auch dabei sein. „Wir nehmen den Druck raus“, sagte Braunmiller zu. Das Konzept für die Riviera soll also in breitem Konsens erarbeitet werden. „Wir sind in Gesprächen und können das Thema gerne weiter entwickeln“, sagte der Rathauschef. Er setzt hier also auf Dialog. Den begrüßt auch Seemüller. Zufrieden war er mit dem Ergebnis dennoch nicht.

Michael Lechner (FWG) ist bezüglich der Riviera skeptisch. „So groß ist das nicht“, sagte er, „und so unproblematisch auch nicht“. Die Jugendlichen sollten priorisieren, was ihnen am wichtigsten ist, schlug Lechner vor, „denn alles geht in der Riviera nicht“. ft

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