Trübe Aussichten in der Ortsmitte

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WOLFGANG MOOS, Rottach-Egern – Je weiter die Verschönerung des Eingangsbereichs am Rathaus voranschreitet, desto mehr steht die benachbarte Post dazu im Widerspruch. Zwischen Gemeinde und dem Besitzer des Postareals, Hermann Elmering, ist inzwischen ein ausgewachsener Nachbarschaftsstreit entbrannt. Bürgermeister Franz Hafner (FWG) spricht im Zusammenhang mit dem Gelände von einer „Schande“. Elmering weist jedoch jegliche Verantwortung von sich. Mit einem fünf Seiten langen Brief hatte sich Elmering an die Gemeinde gewandt und Stellung genommen zu ihren Vorwürfen Stellung genommen. In dem Schreiben wies der Tegernseer so gut wie jegliche Schuld an dem jetzigen Zustand Postareals zurück. „Die Verantwortlichkeit für die Situation bei sachlicher Beurteilung liegt fast ausschließlich bei der Gemeinde und der Post und nur minimal bei mir.“ Doch die Verwahrlosung des Geländes ärgert Hafner: „Seit Jahren ist nichts passiert, und wir werden ständig angesprochen, was das für eine Schande ist, auf dem Nachbargrundstück.“ Angefangen hatte die Auseinandersetzung vor gut drei Jahren. Damals gab es im Rathaus erste Überlegungen, den Eingangsbereich zu verschönern. Dann kam die Idee auf, gemeinsam mit dem Nachbarn eine Zufahrt für beide Grundstücke zu bauen. „Da kamen auch sehr gute Vorschläge“, schilderte Hafner Elmerings Beteiligung an den Überlegungen. Unverzichtbar für die Verwirklichung war jedoch, dass sich Gemeinde und Elmering gegenseitig ein Geh- und Fahrtrecht einräumen. Eine entsprechende Eintragung ins Grundbuch lehnte Elmering allerdings ab. So nahm die Gemeinde lediglich die Planung für eine eigene Zufahrt in Angriff. Dass die Kommune am Scheitern einer gemeinsamen Zufahrt Schuld sei, wies Hafner deshalb kategorisch zurück. „Schuld ist immer die böse Gemeinde und die böse Post“, konnte sich Hafner einen Funken Sarkasmus nicht verkneifen. Auch die auf dem Postgrundstück stehenden Container sind ihm ein Dorn im Auge. Elmerings Forderung stattdessen Garagen direkt an die Grenze bauen zu dürfen, hat die Gemeinde inzwischen schriftlich akzeptiert. Ausdrücklich danke die Gemeinde für die „Bereitstellung des Warteraums für die RVO-Buslinien“, um deren Reinigung und Instandhaltung sie sich allerdings selbst kümmere. In das laut Hafner „seit Jahren verwahrloste Grundstück“ zu investieren, lehnt Elmering in seinem Schreiben ab: „Es ist aus wirtschaftlichen Gründen nicht sinnvoll, dass ich jetzt investiere.“ Denn: Der Eigentümer befürchtet, dass die Post auch ihre Filiale in Rottach-Egern zugunsten einer fremdbetriebenen Agentur aufgeben werde. Der Zustelldienst ist ohnehin schon ausgezogen. An der derzeit unbefriedigenden Situation sei von Seiten der Gemeinde nichts zu ändern, so Hafner. „Juristisch ist nichts zu machen.“ Es bleibt also nur die Hoffnung, dass die beiden Parteien doch noch aufeinander zugehen und mögliche persönliche Irritationen hintan stellen.

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