Geht es in einem Jahr los?

Überarbeitete Pläne für Großprojekt an Wiesseer Seepromenade im Gemeinderat

+
Auf dem Areal des Hotels Lederer und der alten Spielbank entstehen die Fünf-Sterne-Hotelanlage mit Suitenhäusern (rechts) sowie Wohngebäude.

Bad Wiessee – Die Pläne für das Großprojekt an der Wiesseer Seepromenade werden immer konkreter. Am vergangenen Donnerstag hat sich der Gemeinderat mit großer Mehrheit sehr angetan gezeigt von den überarbeiteten Entwürfen für die Fünf-Sterne-Hotelanlage der Familie Strüngmann. Das Gremium hat dem Entwurf des Bebauungsplans zugestimmt und damit das Verfahren gestartet. Geht alles gut, könnten im vierten Quartal kommenden Jahres die Bagger anrollen.

Als „ersten wichtigen Schritt“, bezeichnete Bürgermeister Peter Höß den Beschluss erleichtert. Schon im August, als das Konzept zum ersten Mal präsentiert wurde (wir haben berichtet), kam es gut an. Die Hotelanlage mit 90 Zimmern in Suitenhäusern, großem Empfangsgebäude, Wellnessbereich und öffentlichem Restaurant soll auf dem Gelände der alten Spielbank und des Hotels Lederer frischen Glanz und Strahlkraft verbreiten. Details und das genaue Aussehen stehen noch nicht fest. „Wir reden über Städtebau und noch nicht über Architektur“, erklärte Urs Fridrich, der die überarbeiteten Pläne des mexikanischen Architekturbüros Manuel Cervantes (CC Arqutectos) am Donnerstag präsentierte. Einen Eindruck vom Stil der Anlage bekamen die zahlreichen Zuhörer im Sitzungssaal aber bereits. Holz wird das dominierende Material, dazu Stein und viel Glas. Vom spartanisch möblierten Empfangsgebäude aus sehen die Urlauber bereits die Berge und den See. „Spätestens hier soll der Gast wieder wissen, warum er hierher gefahren ist“, sagte Fridrich. Über Stufen geht es dann zu einer Art Dorfplatz und von dort weiter zu den Unterkünften. Die fußläufigen Verbindungen ohne Überdachung kritisierte Ingrid Versen scharf: „Weiß der Architekt aus Mexiko, dass bei uns sechs Monate Winter sind?“ Die CSU-Rätin hatte schon im August ihren Unmut über das reduzierte 90-Zimmer-Hotel kundgetan und dies nochmal klar gemacht: Sie war am Ende auch die einzige, die gegen die Pläne stimmte.

Kritik aus mehreren Fraktionen gab es für ein Kinder-Club-Haus in Seenähe auf einer Überschwemmungsfläche, das ebenso hinzukam wie ein Gebäude für Mitarbeiterbüros. Thomas Maier, Geschäftsführer der Strüngmann-Firma Athos, versprach, den Standort für das Tiny-House, den Kinder-Club, zu überdenken und die Planung anzupassen. Hinsichtlich Versens Kritik sieht er keinen Nachbesserungsbedarf. Es sei kein Grand Hotel mit jeglichem Luxus geplant, machte Maier deutlich. Wer den suche, müsse halt in die Überfahrt gehen, sagte er. Auch von den Interessenten, mit denen über den Betrieb gesprochen wurde, habe es bisher keine Bedenken wegen des Konzepts gegeben, erklärte Maier. Rolf Neresheimer (ranBW) wollte sich „nicht anmaßen, zu sagen, wie das Hotel in zehn Jahren funktioniert“. Er lobte stattdessen das „viele Hirnschmalz, das Sie da reingesteckt haben“. Bernd Kuntze-Fechner (SPD) sprach von einem „durchdachten Konzept“. Involviert ist nun ein Gartenarchitekt aus der Schweiz, wie Fridrich bekannt gab. Enzo Enea plant mit seinem Büro die Außenanlagen.

Den vorhabenbezogenen Bebauungsplan für das Hotel-Projekt hat Wiessees Städteplaner Eberhard von Angerer entworfen. Diesem stimmte der Gemeinderat (gegen Versens Stimme) ebenso zu wie der nötigen Änderung des Flächennutzungsplans. Der Bebauungsplan-Entwurf wird von 26. November bis 7. Januar ausgelegt. Dann werden Athos und die Gemeinde über einen Durchführungsvertrag verhandeln, im März soll alles geklärt und fixiert sein. ft

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Diese vier Einbahnstraßen in Miesbach werden für Radfahrer geöffnet
Diese vier Einbahnstraßen in Miesbach werden für Radfahrer geöffnet
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Zahl der Neuinfektionen steigt weiter
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Zahl der Neuinfektionen steigt weiter
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Personal und Material werden knapp
Coronavirus im Landkreis Miesbach: Personal und Material werden knapp
Großes Höhensteiner Verwandtentreffen mit rund 100 Teilnehmern / Anreisen sogar aus den USA
Großes Höhensteiner Verwandtentreffen mit rund 100 Teilnehmern / Anreisen sogar aus den USA

Kommentare