Starker Aufwärtstrend

Umfrage: Lint-Züge bekommen hohe Werte bei Sauberkeit und Pünktlichkeit

BRB-Geschäftsführer Fabian Amini (l.) und Arnulf Schuchmann
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Die Geschäftsführer Fabian Amini (l.) und Arnulf Schuchmann ziehen Bilanz zu den neuen Lint-Fahrzeugen im Oberland.

Landkreis – Eine Umfrage zeigt: Die neuen Lint-Züge der Bayerischen Regiobahn (BRB) kommen gut an bei Fahrgästen in Sachen Sauberkeit und Pünktlichkeit.

Pünktlichkeit, Sauberkeit, das moderne Fahrgast­informationssystem und den engeren Takt im Berufs- wie Ausflugsverkehr seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2020 schätzen die Fahrgäste an den neuen Lint-Zügen der Bayerischen Oberlandbahn (BRB). Dies hat eine Umfrage mit über 700 Teilnehmern ergeben, darunter Ausflügler, Pendler, Vielfahrer, Gelegenheitsnutzer sowie Neu- und Stammkunden.

Weit über 90 Prozent der Befragten fänden die Lint-Modelle besser oder zumindest gleich gut wie die Integral-Züge, also die Vorgänger bei der BRB im Netz Oberland, teilt das Unternehmen mit Hauptsitz in Holzkirchen mit. Sitzkomfort, Fahrgeräusche, Temperatur, Service und Sanitäreinrichtungen bekämen beste Werte.

Kritik an Stabilität des WLAN-Netzes

Als größter Kritikpunkt verbleibe die Stabilität des WLAN-Netzes. „Seit dem Start der neuen Lint-Flotte 2020 ist ein deutlicher Aufwärtstrend zu verzeichnen und erreicht das Oberlandnetz historische Höchstwerte“, erklärt BRB-Geschäftsführer Fabian Amini.

Gerade die Sauberkeit in den neuen Zügen werde von Fahrgästen positiv bewertet. Jede Nacht werden die Züge gereinigt und tagsüber während der Wenden in München sind ebenfalls Reinigungskräfte am Werk. Zudem sind die Toiletten in den modernen Lint-Fahrzeugen geruchsfrei. Ein Vorteil für die umliegenden Plätze wie etwa denen für Rollstuhlfahrer.

Einstieg in die Züge für Rollstuhlfahrer

Was den oft kritisierten Einstieg in die Züge für Rollstuhlfahrer angehe, entspreche dieser den Vorgaben der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) zu 100 Prozent, erklärt Fabian Amini, sei aber nicht barrierefrei im Sinne von ohne fremde Hilfe. Mittlerweile seien leicht zu bedienende Rampen eingebaut worden, die auch von Fahrgästen genutzt werden können.

Die Türsignale – ein weiterer Kritikpunkt, vor allem von Anwohnern – konnten inzwischen so eingestellt werden, dass sie sich dem Umgebungslärm anpassen, was besonders nachts angenehm auffällt, weil sie dann leiser sind. Mit dem testweisen Einbau der Spurkranzschmieranlage in Gmund konnte das Quietschgeräusch reduziert werden.

Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit deutlich gesteigert

Ein Test mit Absorberringen an einem Fahrzeug soll bald beginnen. „Sollte der Test die gewünschte Verbesserung erzielen, bleibt allerdings die Frage, wer den Einbau der Absorberringe in unseren Fahrzeugen finanziert“, sagt Arnulf Schuchmann, der technische Geschäftsführer der BRB. „Da reden wir sicher von einem Betrag über 1 Million Euro.“

Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit konnten im Oberland ebenfalls deutlich gesteigert werden. „Unsere Pünktlichkeitsrate von 94 Prozent in den vergangenen Monaten ist schon recht ordentlich“, erklärt Arnulf Schuchmann. „Ohne Infrastrukturstörungen lägen wir bei über 98 Prozent – das ist ein Spitzenwert.“ Bei weniger Störungen im Betrieb sind weniger Eingriffe in den Betriebsablauf nötig. Die Folge sind erhöhte Pünktlichkeit und Stabilität. Auch verbesserte Infrastruktur wirke sich positiv auf den täglichen Zugbetrieb aus.

Verbesserungen im Interesse der BRB

Als weiterer Kritikpunkt wurde in der Vergangenheit immer wieder das Signal genannt, das bei ungesicherten Bahnübergängen an den dort aufgestellten Pfeiftafeln vom Triebfahrzeugführer ausgelöst werden muss. Die beste und sicherste Alternative seien beschrankte Bahnübergänge oder das Schließen dieser, wenn sie nicht stark frequentiert werden. Gemeinsam mit der DB Netz AG und den betroffenen Gemeinden suche man nach Lösungen, so zum Beispiel in Fischbachau.

Alle Verbesserungen lägen im Interesse der BRB. „Der Fahrgast fragt nicht, wer zuständig ist, der Fahrgast will pünktlich, sicher und komfortabel an sein Ziel kommen – und dafür arbeiten wir Tag für Tag mit unseren über 750 Mitarbeitern in unseren vier Netzen in Bayern“, erklärt Fabian Amini abschließend. eb

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