Unterstützung schwarz auf weiß

Elisabeth Hütz (l.) und Heidi von Unold (r.) übergaben Bürgermeister Schnitzenbaumer die Listen, in der die Unterzeichner eine wohnortnahe Lebensmittelversorgung fordern. Denn der Neuhauser Tengelmann hat seine Türen endgültig geschlossen. Foto: Oswald

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SELINA OSWALD, Neuhaus – Seit dem Jahreswechsel ist der Tengelmann in Neuhaus nun geschlossen. Aufgeben, um einen neuen Ort für einen Lebensmittelmarkt zu finden, möchten Heidi von Unold und Elisabeth Hütz aber nicht. 680 Bürger haben die Unterschriftenaktion „Zuverlässige Nahversorgung mit Lebensmitteln für Neuhaus“ unterstützt. Mit diesen Listen möchten die Initiatorinnen Schliersees Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer unterstützen, einen neuen Supermarkt nach Neuhaus zu locken. Doch das gestaltet sich weniger leicht, als es sich alle Beteiligten vorgestellt haben. Wie Bürgermeister Schnitzenbaumer bei der Übergabe der Unterschriftenlisten erklärte, würden die Gespräche und Verhandlungen mit den Unternehmen zäh verlaufen. Rewe habe bis jetzt noch gar keine Stellung zu den Anfragen genommen, Edeka habe zumindest noch keine endgültige Absage geschickt. Platz wäre ja da, denn die Gemeinde sowie der Besitzer, die Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee, sind auf der Suche nach einem Mieter des Angler-Grundstücks – und das könne auch ein Lebensmittel-Konzern sein. Dass dieser in Neuhaus benötigt wird, ist für die beiden Initiatorinnen mit den Unterschriftenlisten ein Beweis. „Hinter jeder Unterschrift stehen etwa drei Personen: Kinder, Jugendliche und Senioren“, erklärt Hütz. Schnitzenbaumer meint zudem, dass in den Wirtschaftlichkeitsberechnungen der Konzerne immer die 40.000 Gäste-Übernachtungen in Schliersee nicht mit eingerechnet werden. Deshalb freut es ihn umso mehr, mit den Listen nun Argumente, schwarz auf weiß, mit in die Gespräche einbinden zu können: „Normalerweise richten sich solche Unterschriftenaktionen immer gegen die Gemeinde. Hier unterstützt jemand das, was wir machen.“ Doch Schnitzenbaumer erklärt auch, dass die Menschen oft ihr Übriges dazu getan hätten, dass ein Konzern wie Tengelmann keine Filiale mehr in Neuhaus betreiben will: „Wir wollen immer das volle Sortiment“. Denn es soll nicht irgendeine Nougat-Creme sein, sondern immer die eine ganz besondere. Kleine Märkte wie der in Neuhaus hätten diesen Ansprüchen nicht standhalten können und deshalb die kleinen Filialen geschlossen und größere gebaut. Ein weiteres Problem des Neuhauser Marktes sei immer der Standort gewesen. Denn von der Straße aus ist dieser nie sichtbar gewesen, nur ein Schild wies die Autofahrer auf dessen Anwesenheit hin. Schnitzenbaumer möchte weiter kämpfen, um auch in Neuhaus wieder eine zuverlässige Nahversorgung mit Lebensmitteln zu haben. „In Schliersee haben sie es auch geschafft, vielleicht klappt es in Neuhaus ja auch“, sagte von Unhold. Mit den Unterschriftenlisten lassen sich auch die noch hadernden Konzerne beeindrucken, davon sind die Initiatorinnen Hütz und von Unold überzeugt.

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