Unvergessene Opfer

Otterfinger spenden für den Erhalt von Kriegsgräbern 585 Euro

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Die Listen der Kriegstoten und Vermissten sind wie hier in Otterfing lang. Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge kümmert sich um Gräber und Schicksalsklärungen in 46 Ländern.

Otterfing – Seit über 25 Jahren bittet der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge die Kirchbesucher der Pfarrkirche St. Georg an Allerheiligen um Spenden. Das überwältigende Sammelergebnis von 585 Euro hat auch heuer gezeigt, dass die Otterfinger ihre Kriegstoten und zivilen Opfer von Gewalt und Vertreibung in allen Herren Länder nicht vergessen haben.

Die verheerenden Kriege der Vergangenheit haben Millionen Opfer unter Soldaten und Zivilisten gefordert. Betrachtet man die Gedenkstätten in den Dörfern und kleinen Weilern, wird deutlich, dass nahezu keine Familie von solch einem tragischen Verlust verschont blieb. Viele der Opfer haben zudem ihren Tod fernab der Heimat ohne eine würdige Grablegung gefunden.

Um dem Abhilfe zu schaffen, gründete sich im Jahr 1919 der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge aus Heimkehrern und Hinterbliebenen des Ersten Weltkrieges. Er ist damit eine der ersten Bürgerinitiativen in Deutschland. Derzeit pflegt die Organisation auf 832 Kriegsgräberstätten in 46 Ländern die Gräber von über 2,7 Millionen Toten beider Weltkriege. Die so betreute Friedhofsfläche von 766 Hektar entspricht etwa der Größe von 1000 Fußballfeldern. Neben den Soldatengräbern pflegt der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge auch die Grablegungen von Kriegsgefangenen, zivilen Opfern des Luftkrieges, von Flucht und Vertreibung sowie Zwangsarbeit und Deportation. Allein seit dem Fall des „Eisernen Vorhanges“ wurden in Ost- und Südeuropa bisher über 910.000 Gefallene geborgen, würdig bestattet und wenn möglich identifiziert. So konnten Schicksale nach Jahrzehnten der Ungewissheit geklärt werden. Neben der Grabpflege kümmert sich der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge um die Schicksalsklärung von Vermissten. Außerdem betreibt er als einziger Kriegsgräberdienst der Welt eine eigene schulische und außerschulische Jugendarbeit mit internationalen Jugendbegegnungs- und Bildungsstätten. Da der Volksbund nahezu 80 Prozent der dazu erforderlichen Mittel selbst aufbringen muss, ist er dringend auf Spenden angewiesen. gb

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