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Hochwasser im Landkreis Miesbach: Pegel sinken langsam wieder

Zu einem tosenden Bach ist die Leitzach aufgrund des Hochwassers geworden.
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Zu einem tosenden Bach ist die Leitzach aufgrund des Hochwassers geworden.

Landkreis – Nach dem Dauerregen seit Sonntag sind die Pegel von Schlierach, Leitzach, Mangfall, Schliersee und Tegernsee massiv angestiegen. So ist die Hochwasserlage im Landkreis Miesbach:

Update, 5. August, 12.20 Uhr: 

Im Landkreis Miesbach hat sich die Hochwasserlage an Schlierach und Leitzach entspannt. An beiden Flüssen wurde die Meldestufe 1 aufgehoben, die Wasserstände sind weiter rückläufig. Darüber informiert der Hochwassernachrichtendienst Bayern.

"Durch die nachlassenden Zuflüsse hat sich der Seespiegel des Schliersees stabilisiert", heißt es weiter. "Am Schliersee wird die Meldestufe 2 und anschließend die Meldestufe 1 noch einige Tage andauern."

Der Seespiegel des Tegernsees sinkt, die Meldestufe 1 wird voraussichtlich am Donnerstag, 6. August, aufgehoben. An Wildbächen und kleineren Gewässern hat sich die Lage ebenfalls entspannt.

Unzählige Einsätze haben die Feuerwehren im Landkreis Miesbach während des Dauerregens und des Hochwassers bewältigen müssen.

Zudem bestehen keine Unwetterwarnungen seitens des Deutschen Wetterdienstes mehr für den Landkreis Miesbach. Dort ist neben den Feuerwehren auch das Technische Hilfswerk im Einsatz gewesen.

Vorbericht vom 4. August:

Kühle Atlantikluft von Nordwesten trifft auf die Wärme Oberitaliens. Das Ergebnis dieser beiden meteorologischen Ereignis ist am Montag und Dienstag in Form von Regen im Landkreis Miesbach niedergeprasselt.

"Nach bisher beobachteten Niederschlagsmengen von 80 bis 120 Liter pro Quadratmeter tritt weiterhin extrem ergiebiger Dauerregen auf", warnt der Deutsche Wetterdienst. "Dabei werden nochmals Niederschlagsmengen zwischen 15 und 35 Liter pro Quadratmeter erwartet." Die Warnung gilt zunächst bis 20 Uhr.

Infolge des Dauerregens sind unter anderem Hochwasser an Bächen und kleineren Flüssen sowie Überflutungen von Straßen möglich. Es können zum Beispiel Erdrutsche auftreten.

Dies berichtet das Polizeipräsidium Oberbayern-Süd zum Beispiel im Wandergebiet rund um Partnachklamm, Partnachalm und Graseck in Garmisch-Partenkirchen. Dort ist es zu mehreren kleinen Erdrutschen gekommen. Feuerwehr und Mitarbeiter des Bauhofs sind seit Stunden zum Teil mit schwerem Gerät im Einsatz.

Auch der Hochwassernachrichtendienst Bayern warnt für den Landkreis Miesbach: "Aufgrund des seit Montag anhaltenden Dauerregens wurde am Pegel der Schlierach die Meldestufe 2 überschritten. Der Wasserstand wird voraussichtlich bis zum Nachmittag steigen und am Pegel möglicherweise Meldestufe 3 erreichen."

An der Leitzach bei Stauden wurde Meldestufe 1 überschritten. Der Abfluss steigt weiterhin, der Scheitel soll laut Vorhersage am ebenfalls Nachmittag erreicht werden.

Das Hochwasser in der Leitzach – hier nahe dem gleichnamigen Ort – hat die Staatsstraße St2077 überflutet.

Auch am Schliersee wurde die Meldestufe 1 überschritten. "Die Meldestufe 2 kann erreicht werden", prognostiziert der Hochwassernachrichtendienst.

Am Tegernsee steigt der Seespiegel ebenfalls, sodass die Meldestufe 1 voraussichtlich überschritten wird.

"Durch den anhaltenden Regen ist von einem weiteren Anstieg der Wasserstände an Wildbächen und kleineren Gewässern auszugehen, Ausuferungen sind jederzeit möglich", warnt der Hochwassernachrichtendienst. "Bitte beobachten Sie sorgfältig die weitere Entwicklung, insbesondere wenn Sie gewässernah wohnen."

Der anhaltende und ergiebige Dauerregen hat zu einer extremen Wetterlage im Landkreis Miesbach geführt. Daher tagt am Dienstag (4. August) die Koordinierungsgruppe „2020 Hochwasser“ ab 8 Uhr stündlich, um für den Ernstfall vorbereitet zu sein.

"Es sind bereits 24 Feuerwehren mit 143 Kräften im Einsatz, welche zusätzlich vom Technischen Hilfswerk mit Manpower und technischem Gerät unterstützt werden", teilt Sprecherin Beate Faus vom Landratsamt in Miesbach mit. "Die Einsatzkräfte sind derzeit schwerpunktmäßig mit dem Befüllen von Sandsäcken sowie Sperrungen von Straßen beschäftigt." Die Koordinierungsgruppe sei angesichts der Wetterprognose zuversichtlich, dass sie die Lage im Griff behält.

Zumindest die Wettervorhersage für die Region Miesbach macht ein wenig Hoffnung. "Während sich am Dienstag das Wetter noch bedeckt zeigt, nimmt die Bewölkung in der Region Miesbach nachfolgend insgesamt ab", heißt es dort. "Die Temperaturen steigen im Raum Miesbach von 12 Grad Celsius am Dienstag auf 24 Grad Celsius am Donnerstag." ksl

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