Kommunalwahl 2020

Valleys Bürgermeister will für FWG Landrat werden

Die ersten Gratulanten: FWG-Kandidat Andreas Hallmannsecker (2.v.r.) wird von Jens Zangenfeind (l.), Klaus Thurnhuber (2.v.l.) und Norbert Kerkel beglückwünscht.
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Die ersten Gratulanten: FWG-Kandidat Andreas Hallmannsecker (2.v.r.) wird von Jens Zangenfeind (l.), Klaus Thurnhuber (2.v.l.) und Norbert Kerkel beglückwünscht.

Landkreis/Valley – Der Kandidat der Freien Wählergemeinschaft möchte handeln und nicht nur reden. Besonderer Fokus liegt auch auf der geplanten Wasserschutzzone Thalham-Reisach-Gotzing.

Mit der Nominierung des Valleyer Bürgermeisters Andreas Hallmannsecker (64) schickt die Freie Wählergemeinschaft (FWG) einen Landratskandidaten mit langjähriger kommunalpolitischer Erfahrung ins Rennen. Bei seiner Vorstellung im Valleyer Rathaus war Hallmannseckers Credo: Sachen anpacken und nicht nur darüber reden Bei dem Gespräch erklärte auch der lange als FWG-Kandidat gehandelte Warngauer Bürgermeister Klaus Thurnhuber, dass er 2020 wieder als Bürgermeister kandidieren wird. Thurnhuber befindet sich nach seinem lebensbedrohenden Stierangriff im Sommer auf dem Weg der Besserung und möchte noch im Dezember ins Warngauer Rathaus zurückkehren.

FWG-Kreissprecher Norbert Kerkel ist sich sicher: „Wir haben den richtigen Kandidaten für das Amt des Landrates.“ Seit Hallmannsecker 2008 ins Valleyer Rathaus als Bürgermeister eingezogen ist, glänzte der weniger durch markige Reden als durch pragmatisches Entscheidungen und Handlungen. Das möchte er auch als Landrat so handhaben.

Baustellen gäbe es wie er meinte genug: „Wirtschaft, Arbeitsplätze, Tourismus und Verkehr, das alles hängt zusammen. Vor allem in Sachen Verkehr müssen wir dringend handeln. Klar kostete das Geld, aber immer nur darüber jammern bringt uns nicht voran.“ Luftschlösser möchte er aber nicht bauen, sondern ehrlich sagen was geht und was nicht: „Natürlich müssen wir unseren Zahlungsverpflichtungen als Landkreis nachkommen, aber ich meine, wir müssen bei den Defiziten gerade im Nahverkehr nicht unbedingt Sondertilgungen leisten, sondern sollten das Geld besser in die Verbesserung des ÖPNV stecken.“ Im Idealfall sollte nach Hallmannseckers Vorstellungen der ÖPNV im Oberland mittels zweigleisigen Schienennetz oder Doppelstockzügen attraktiver werden und damit den Autoverkehr verringern.

Auch in Sachen bezahlbarer Wohnraum sieht er den Landkreis nicht außen vor: „Zu sagen, das ist Sache der Gemeinden ist zu einfach. Der Landkreis könne hier beispielsweise durch Bereitstellung von Flächen oder bei Genehmigungsverfahren durchaus einen Beitrag leisten.“ Hallmannsecker gab dabei aber auch zu bedenken, dass maßloses wirtschaftliches Wachstum die Spirale von zu wenig Wohnraum und Kinderbetreuungsangeboten nicht langsamer werden lässt. „Der Landkreis ist mit dem Unternehmerverband und der Standort-Marketinggesellschaft gut aufgestellt und ich bin überzeugt, dass gemeinsam ein gesundes wirtschaftliches Wachstum entwickelt werden kann.“

Überhaupt sollte nach Hallmannseckers Meinung der Landkreis wieder besser mit den Gemeinden zusammenarbeiten. Haushams Bürgermeister Jens Zangenfeind, FWG-Fraktionsvize im Kreistag, bescheinigt ihm, das Zeug dazu zu haben: „Als ehemaliger Schiedsrichter-Obmann weiß er, wie man aus unterschiedlichen Meinungen einen tragfähigen Konsens bildet. Das hat er auch als Kommunalpolitiker bewiesen. Genau so jemanden, braucht jetzt auch der Landkreis.“

Ein Thema, dass die Menschen im Landkreis bewegt, und wie Zangenfeind forderte, zur Chefsache erklärt werden soll, ist die von den Stadtwerken München (SWM) angestrebte Wasserschutzzonen-Erweiterung. Auch hier bezog Hallmannsecker, der auch seit sechs Jahren im Kreistag sitzt, eine klare Position: „Ich bin überzeugt, dass das Problem lösbar ist, aber das Ergebnis darf nicht zum Nachteil unserer Bürger sein.“ Eine Haltung, die er übrigens auch von allen Mitarbeitern des Landratsamtes verlangt.

Dass die Freie Wählergemeinschaft hinter den etablierten Parteien und auch Hubert Aiwangers Freien Wählern erst an siebter Stelle des Wahlzettels steht, sieht Hallmannsecker gelassen. „Sieben ist doch eine Glückszahl“, scherzte er und fuhr ernst fort: „Entscheidend sind doch die Köpfe und ich bin überzeugt, dass die Landkreisbürger das genau so sehen. Außerdem haben wir den Vorteil, dass wir uns keiner übergeordneten Partei unterordnen brauchen. Wir können also gute Ideen aufnehmen, egal von wem sie kommen. Hauptsache sie bringen den Landkreis voran.“ hac

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