Platz fürs Betonlabor

Valley: Fraunhofer Institut plant Forschungsgebäude für Baustoff-Recycling

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Das neue Forschungsgebäude wird nach Willen des Gemeinderates und dem Fraunhofer Institut für Bauphysik zwischen dem Fluglabor und der Multifunktionshalle (r.) gebaut.

Valley – Der Bauboom ist ungebrochen, Ressourcen wie Sand und Kies sind dafür inzwischen weltweit heiß begehrt. Das Fraunhofer Institut für Bauphysik (IBP) hat deswegen ein Verfahren entwickelt, durch das sich Abbruchmaterial mittels elektrodynamischer Fragmentierung in seine Bestandteile zerlegen und für eine Wiederverwertung trennen lässt. Dieses Baustoff-Recycling von abgerissenen Gebäuden soll nicht nur Müllberge verringern, sondern auch zur Ressourcenschonung beitragen. Für die Ausweitung der Forschungen möchte das IBP jetzt eine neue Halle bauen. Seitens des Valleyer Gemeinderates gab es bei der jüngsten Sitzung einstimmig grünes Licht. Wegen einer Abweichung im Brandschutz muss allerdings auch noch das Landratsamt einer sogenannten isolierten Befreiung zustimmen.

Wie Architekt Gerhard Krogoll den Räten bei der Planvorstellung sagte, soll das rund 560 Quadratmeter große Gebäude mit einer Wandhöhe von 7,23 Metern und einem Satteldach von außen komplett mit Holz verschlagen werden und in unmittelbarer Nähe des bereits bestehenden Betonlabors stehen. Weil auf der Bodenplatte ein „Zertrümmerer“ mit 30 Tonnen Druckkraft werkeln soll, wird allerdings ein bis zu acht Meter tiefes Fundament benötigt. Wegen des tiefen Aushubs muss auch noch ein Bodengutachten erstellt werden. Die Bodenplatte selbst wird ein leichtes Gefälle haben, um das während der Betonzerkleinerung anfallende Wasser in einer Rinne aufzufangen. Das Wasser wird dann vor Ort gefiltert und dann erst in den Kanal geleitet.

Wie Bürgermeister Andreas Hallmannsecker feststellte, ergibt sich ortsplanerisch aus der Bebauung keine Abweichung. Weiter versicherte er, dass es sich um ein reines Forschungsgebäude handelt, in dem nicht dauerhaft und gewerbsmäßig Baustoff zerkleinert wird. Magnus Epp (FWG) äußerte Bedenken, ob wegen der Abweichung beim Brandschutz eine erhöhte Löschwasserbereitstellung nötig sei. Krogoll verneinte das. Die Feuerwehr solle aber, wie Hallmannsecker vorschlug, dann vor Ort eingewiesen werden. Robert Hofstetter (FWG) wollte noch wissen, ob es zu Lärmbelästigungen komme: „Das wird ja ein ganz schöner Radau sein, wenn der Beton zertrümmert wird.“ Auch hier winkte Krogoll ab und versicherte, dass natürlich die Lärmemissionswerte eingehalten werden müssen, die im Bebauungsplan festgeschrieben sind. Insgesamt wertet Josef Huber (Valleyer Liste) das Vorhaben als zukunftsweisend: „Es ist eine gute Sache, wenn aus Bauruinen neue Baustoffe gewonnen werden können.“ Wann es mit dem Bau losgeht, hängt nun von der Bewertung des Landrats­amts hinsichtlich der isolierten Befreiung des Brandschutzes ab. hac

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