Erzürnte Nachbarn

Gemeinderat entscheidet über Wohnbauprojekt am Kapellenweg in Unterdarching

Das Anwesen am Kapellenweg 6 in Unterdarching soll abgerissen und durch zwei Mehrfamilien- sowie fünf Doppelhäuser ersetzt werden. Der Gemeinderat erteilte dafür jetzt einen Vorbescheid.
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Das Anwesen am Kapellenweg 6 in Unterdarching soll abgerissen und durch zwei Mehrfamilien- sowie fünf Doppelhäuser ersetzt werden. Der Gemeinderat erteilte dafür jetzt einen Vorbescheid.

Valley – Erzürnte Nachbarn haben jüngst an der Sitzung des Valleyer Gemeinderats teilgenommen. Anlass ist ein Wohnbauprojekt am Kapellenweg in Unterdarching.

Trotz Corona fanden sich kürzlich bei der Sitzung des Valleyer Gemeinderats gut 20 Anwohner des Kapellenwegs 6 in Unterdarching ein. Schon vor der Sitzung, die wegen der Abstandsregeln in der Mehrzweckhalle stattfand, waren aus deren Reihen deutliche Kommentare zu hören, dass sie sich vom Antrag der Wallberg Vermögensverwaltung GmbH überfahren fühlen, auf dem Areal zwei Mehrfamilien- und fünf Doppelhäuser zu bauen. Tatsächlich konnte eine geplante öffentliche Vorabinformation der Nachbarn wegen Corona nicht stattfinden. Das missfiel auch einigen Gemeinderäten. Da sich das Gremium aber bereits seit sieben Monaten mit dem Projekt befasste, erteilte es schließlich mit 10:7 Stimmen grünes Licht für weitere Planungen des Bauträgers.

Dessen Plan ist es, das bestehende Gebäude abzureißen und auf dem rund 5.500 Quadratmeter großen Grundstück neuen Wohnraum zu schaffen. Nach dem Kauf hatte der Bauträger dazu vor sieben Monaten einen ersten Antrag gestellt. Diesen diskutierte der Gemeinderat mehrmals in nichtöffentlichen Beratungen. Nach einigen Änderungen war das Gremium schließlich mit dem jetzt vorgestellten Ergebnis zufrieden.

Demnach sind zwei Mehrfamilienhäuser mit je 15,95 mal 10 Metern Grundfläche und 6,82 Meter Wandhöhe im nördlichen Bereich des Grundstückes vorgesehen. Südlich sollen fünf Doppelhäuser mit je 14 mal 10 Metern Grundfläche und ebenfalls 6,82 Meter Wandhöhe gebaut werden. Die dazu notwendigen Stellplätze für Fahrzeuge sind in den Plänen berücksichtigt.

Viele der Nachbarn sehen darin jedoch eine zu massive Bebauung, die sich nicht in die Umgebung einpasse und außerdem für den sowieso schon recht schmalen Kapellenweg eine kaum zu bewältigende Belastung durch Baufahrzeuge und die Fahrzeuge der neuen Anwohner bedeute.

Eigentlich hätte der Antrag auf Vorbescheid bereits am 30. März behandelt werden sollen. Eine Woche vorher war eine Informationsveranstaltung für die Anwohner geplant. Beides musste aber wegen Corona ausfallen. Wie der scheidende Bürgermeister Andreas Hallmannsecker in seiner letzten Sitzung erklärte, wurden daher die Anwohner, die ihre Bedenken schriftlich an die Gemeinde richteten, mittels eines Briefes über die Planungen informiert.

Dass der Antrag jetzt aber quasi auf die Schnelle durchgezwungen werden sollte, missfiel einigen Räten. So meinte unter anderem Claudia Zimmer (Valleyer Liste): „Der Antrag kommt zur Unzeit. Der neue Gemeinderat sollte sich überlegen, ob er das will.“ Der bei der Sitzung noch designierte Bürgermeister Bernhard Schäfer (FWG) und Josef Huber (Valleyer Liste) betonten hingegen, dass sich die Gemeinderäte monatelang mit der Materie befasst und darin eingearbeitet haben und der Bauherr in der Zeit auch auf deren Einwände eingegangen sei.

So sah es auch Hallmannsecker, der erinnerte, dass die Gemeinde Anträge auf Vorbescheid binnen zwei Monaten behandeln muss, da diese ansonsten als genehmigt gelten und die Frist in diesem Fall in wenigen Tagen ablaufe. Weiter stellte Hallmannsecker fest: „Der Gemeinderat kann ja auch nicht sechs Monate vor Ende der Wahlperiode die Arbeit einstellen und Entscheidungen den Nachfolgern überlassen. Ob dann auch so gebaut wird, entscheiden ohnehin der neue Gemeinderat und das Landratsamt.“ Schließlich regte Hallmannsecker noch an, über eine zeitweilige Baustraße im östlichen Bereich des Grundstücks nachzudenken, die die Anwohner und den Kapellenweg entlasten würde. Hannspeter Schubert, Geschäftsführer der Wallberg Vermögensverwaltung, der bei der Sitzung anwesend war, sagte zu, dies zu prüfen, und stellte zudem fest, dass auch nicht gesagt sei, dass alles auf einmal gebaut werde. hac

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