Von Agatharied nach Baryschiwka

Veraltete Medizintechnik aus Krankenhaus kommt wieder zum Einsatz

Krankenhaus Agatharied
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Spende aus dem Krankenhaus Agatharied in die Ukraine: (u.v.l.) Olaf von Löwis, Susanna Tausendfreund, Christoph Göbel und Michael Guggemoos sowie (o.v.l.) Quirin Popp, Constantin Jürgens, Johannes Seifert und Otto Horak leiten alles in die Wege.

Hausham – Das Krankenhaus Agatharied verkauft veraltete Medizintechnik an die Gemeinde Pullach im Landkreis München. Diese hilft damit ihrer Partnergemeinde in der Ukraine.

Krankenhäuser sind verpflichtet, medizintechnische Geräte auszusondern, die nicht mehr zu 100 Prozent dem aktuellen Stand entsprechen. Doch Geräte, mit denen gerade noch geheilt und Leben gerettet werden konnten, müssen noch lange nicht auf den Sperrmüll. In Ländern, in denen die Auflagen weniger streng und medizinische Geräte rar sind, können sie weiterhin eingesetzt werden. So im ukrainischen Baryschiwka, der Partnerstadt der Gemeinde Pullach im Süden von München, wo veraltete Medizingeräte des Krankenhauses Agatharied nun ihre zweite Karriere antreten.

Die Partnerschaft zwischen Pullach sowie Baryschiwka und Beresan in der Ukraine besteht seit über 30 Jahren. Von Anfang an wurden die Krankenhäuser und das Gesundheitssystems unterstützt. „Es ist für uns kaum vorstellbar, wie dürftig die Ausstattung damals war und was auch heute noch dringend erforderlich ist, um eine gute Gesundheitsvorsorge und Behandlungen der Patienten zu gewährleisten. Wo immer wir zwar gebrauchte, aber technisch noch gut einsetzbare medizinische Gerätschaften als Spende akquirieren oder günstig erwerben konnten, haben wir diese in die Ukraine geschickt“, erklärt Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund. „Ich selbst habe zwei voll ausgestattete Krankenwagen nach Baryschiwka gefahren. Die Fortentwicklung einer guten medizinischen Ausstattung der Krankenhäuser und die Fortbildung der Ärzte sind für unsere ukrainischen Partner lebenswichtig.“

Das Krankenhaus Agatharied unterstützt den Partnerschaftsverein der Gemeinde Pullach bereits seit vielen Jahren bei dem Medizinprojekt. Michael Guggemoos, kaufmännischer Direktor des Krankenhauses, erklärt den Ablauf: „Da immer wieder medizinische Ausrüstung benötigt wird und wir über Altgeräte verfügen, für die wir keine Verwendung mehr haben, wurde der Partnerschaftsverein angefragt. Die Gemeinde Pullach hat die Kosten für die Geräte übernommen und der Verein den Transport in die Ukraine organisiert.“

Mit Ultraschallgeräten, einer Zentrifuge und einem Blutzellseparationsgerät, mikrobiologischen Analysegeräten und vielem mehr werden diesmal teure Geräte abgegeben, die einst unter anderem mit Fördergeldern angeschafft wurden. Daher werde das Equipment laut Guggemoos zwar nicht kostenfrei, aber zu einem fairen Preis an die Gemeinde Pullach verkauft.

Die landkreis- und länderübergreifenden Beziehungen sind über die Jahre eng zusammengewachsen. So waren in den vergangenen Jahren auch schon Vertreter aus Krankenhäusern und der Politik aus Baryschiwka und Beresan zu Vorträgen und zur Hospitation im Oberland. Im Gegenzug haben Vertreter des Krankenhauses Agatharied die Partner aus der Ukraine besucht und dort Eindrücke vom Gesundheitswesen gewonnen.

„Die Gesundheit ist ein wertvolles Geschenk. In Ländern, in denen das Gesundheitssystem nicht jedem zugänglich ist oder die Strukturen nicht immer sehr gute Behandlungen zulassen, muss geholfen werden“, sagt der Miesbacher Landrat Olaf von Löwis. „Es freut mich sehr, dass Medizinprodukte aus unserem Krankenhaus in einem anderen Land weiterhin Verwendung finden und Menschenleben retten können.“ ksl

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