Hohe Orden ausgehändigt

Birgitt Brandhofer und Georg Attlfellner für ihre Verdienste geehrt

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Gertrud und Georg Attlfellner, Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer, Kreisrätin Elisabeth Janner, Birgitt Brandhofer, Zweiter Bürgermeister Paul Fertl, Johannes Brandhofer und Landrat Wolfgang Rzehak (v.l.) bei der Verleihung.

Miesbach – Landrat Wolfgang Rzehak hat im Landratsamt zwei hohe Orden ausgehändigt: Die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland und das Ehrenzeichen des bayerischen Ministerpräsidenten. Der Landrat vertrat damit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Ministerpräsident Markus Söder. Landrat Rzehak nannte die beiden Auszeichnungen „eine sehr seltene Ehre“.

„Die höchste Auszeichnung, die man als Bürgerin überhaupt erhalten kann“, sagte der Landrat, als er die Verdienstmedaille der Bundesrepublik an Birgitt Brandhofer aus Miesbach verlieh. Auf der Urkunde dankte ihr der Bundespräsident und verlieh ihr die Auszeichnung „in Anerkennung der um Volk und Staat erworbenen besonderen Verdienste“. Brandhofer pflegt seit 1976 einen Angehörigen, der an Multipler Sklerose erkrankt ist. „Die Entscheidung, pflegebedürftige Angehörige in der Familie zu betreuen, ist heute wahrlich nicht mehr selbstverständlich und erfordert erhebliche Rückstellung persönlicher Interessen und Bedürfnisse“, führte der Landrat aus. „Sie haben das Herz am richtigen Fleck.“ Brandhofer, die als Chefsekretärin im Krankenhaus Agatharied auch beruflich mit der Pflege von Kranken zu tun hat, antwortete mit einem emotionalen Appell: „Ich erhoffe mir von der Politik mehr Aufmerksamkeit für die Pflegenden, die Angehörige betreuen, damit diese nicht nach vielen Jahren mit leeren Händen dastehen. Jeder Mensch hat es verdient, im Alter würdevoll versorgt zu werden.“

Georg Attlfellner erhielt das Ehrenzeichen des bayerischen Ministerpräsidenten für Verdienste von im Ehrenamt tätigen Frauen und Männern. Der Landrat sagte dazu: „Zu unserem gesellschaftlichen Leitbild gehört der engagierte Bürger. Solidarität, Bürgersinn und Zivilcourage sind für eine Gesellschaft wie die unsere unverzichtbar und vermitteln das Gefühl der Zugehörigkeit und Zusammengehörigkeit. Sie sehen das ebenso und engagieren sich seit vielen Jahren beim Bauerntheater in Schliersee.“ Attlfellner ist 92 Jahre alt – seit er 16 Jahre alt war, spielte er als Ensemblemitglied beim Schlierseer Bauerntheater. Der Landrat erwähnte die Bühnenpräsentationen als „Amor“ in langer Unterhose, bei „Der arme Millionär“ als Taxifahrer, Metzgeraltgeselle, Schankkellner und Jagdgehilfe. Außerdem spielte Attlfellner bei den Old-Shatterhand-Filmen der 60er Jahre als Barbier Rost mit.

Schliersees Bürgermeister Franz Schnitzenbaumer begleitete Attl­fellner und wies darauf hin, dass dieser sogar Autogrammkarten habe. Etwa bei Karl-May-Treffen würden diese sehr gerne nachgefragt. Attlfellner dankte seiner Frau Gertrud: „Ehrenämter kann man nicht bestehen, wenn man nicht die Unterstützung hat“, meinte der lebhafte Theaterfreund. Er ist seit 54 Jahren mit seiner Frau verheiratet. ksl

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